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Bundeswettbewerb Gute Form 2020: Jury ohne Ausstellung

Gesellenstücke der Tischler und Schreiner im Bundeswettbewerb Gute Form 2020
Jury ohne Ausstellung

Zum ersten Mal in der Geschichte der Guten Form wurden der Bundeswettbewerb ohne Ausstellung der Gesellenstücke entschieden. Die virtuelle Jury anhand der von den Gesellinnen und Gesellen eingereichten Unterlagen hatte aber nicht nur Nachteile.

Eigentlich hätte die Gute Form auf Bundesebene schon auf der Internationalen Handwerksmesse IHM im März 2020 juriert werden sollen – nach der Absage der Messe hoffte man auf eine mögliche Ausstellung und Bewertung der Gesellenstücke an anderem Ort, doch auch daraus konnte nichts werden. Die Furcht vor Corona und daraus resultierende Restriktionen im öffentlichen Raum haben sowohl eine Ausstellung wie eine Jurierung vor Ort in diesem Jahr unmöglich erscheinen lassen. So ist die Jury im September 2020 zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs virtuell zusammengekommen und hat auf Grundlage der von den Gesellinnen und Gesellen bei Tischler Schreiner Deutschland eingereichten Unterlagen die Preise, Sonderpreise und Belobigungen vergeben.

Alle Beteiligten haben durch das Bereitstellen und Auswerten der Unterlagen eine beispiellose Vorarbeit geleistet, um trotz der veränderten Bedingungen die Arbeiten so angemessen beurteilen zu können, wie es unter diesen Umständen nur möglich ist. Ohne Frage: Es ist nicht vergleichbar, ein Gesellenstück ausgestellt oder nur auf dem Foto zu betrachten. Nie zuvor hat die Jury jedoch im Vorfeld ihrer Entscheidung Fotos, Pläne und Stückbeschreibungen studiert. Sie war in ihrer Beurteilung sonst ausschließlich auf Eindrücke in der Ausstellung angewiesen – Hintergründe zum Entwurf und sicherlich auch manche Finesse blieben dabei unter Umständen verborgen. So lief in diesem Jahr vieles anders, aber nicht alles schlechter. Man könnte darüber nachdenken, ob die Jury im Vorfeld des Wettbewerbs zu ihrer Vorbereitung grundsätzlich ein digitales Handout zu jedem Gesellenstück erhält. Das wäre für die Gesellen, die Veranstalter und die Juroren ein erheblicher Mehraufwand, der jedoch die Urteilsfindung auf eine breitere Basis stellen könnte.

Preisträger und Belobigungen

Die Sieger 2020: Jonas Heise aus Nordrhein-Westfalen, ausgebildet in der Tischlerei Reichenberg Weiss in Neukirchen-Vluyn, erhält den ersten Preis. Zweiter ist Martin Auer aus Bayern, er hat seine Ausbildung in der Schreinerei Schretzlmeier in Train absolviert. Der dritte im Bunde ist Wolf Weingarten, Rheinland-Pfalz, ausgebildet bei Antike Möbel Metzner aus Mainz. Den Sonderpreis Oberfläche erhält Nils Schröer aus Baden-Württemberg, ausgebildet in der Schreinerei Burkhardt, Loßburg. Der Sonderpreis Beschlag geht an Maximilian Brüggemann, Niedersachen/Bremen, ausgebildet in der Tischlerei Carstens in Hude. Den Sonderpreis Massivholz holt Natalie Herrmann aus Sachsen, Tischlerei Hösel, Limbach-Oberfrohna. Die Belobigungen erhalten für Berlin, Baden und Hessen Anna-Stella Hellweg, Fri, Möbel und Häuser, Berlin, Johannes Ackermann, Schreinerei Ranz, Weil am Rhein und Lea Zehme, Schreinerei Förster, Wetzlar.


dds-Redakteur Johannes Niestrath hat an der virtuellen Jury im Bundeswettbewerb Gute Form teilgenommen und ist der Ansicht: Die Jury hat sich intensiver mit den Gesellenstücken befasst, als unter normalen Bedingungen.


Steckbrief

Die Gute Form wird jährlich auf Innungs-, Landes- und Bundesebene entschieden: Erste und zweite Landessieger können mit ihrem Gesellenstück am Bundeswettbewerb teilnehmen. Die Jury hat wegen Corona per Videokonferenz die Preisträger bestimmt. Auch die Preisverleihung fand im November im Rahmen einer Videokonferenz statt.

www.tischler-schreiner.de


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