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Kantenklebstoffe für Bad- und Küchenmöbel

Kantenklebstoffe für Bad- und Küchenmöbel
Hält diese Kante auch im Bad?

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Nur mit feuchteresistentem Kleber applizierte Kantenbänder versperren Wasser und Wasserdampf den Weg ins Bauteil Foto: sablinstanislav/stock.adobe.com
Möbel und Einrichtungen im Bad müssen vieles ertragen: Spritzwasser, extreme Luftfeuchtigkeit, Hitze und danach Durchzug. Besonders anfällig sind die Kantenbänder. So ohne Weiteres widerstehen sie solchen Belastungen nicht.

Wer Bad- oder Küchenmöbel fertigt, sollte beim Konstruieren und der Auswahl der Klebstoffe die Belastung durch Feuchtigkeit und Hitze im Blick haben. Holzteile brauchen zum Beispiel genügend Abstand zu Wänden, Fußboden und Decke, damit Wasser auf den Oberflächen ringsherum wieder abdunsten kann. Spalte, etwa zwischen Fußboden und Sockel, sind zu vermeiden, weil sie Wasser aufsaugen. Auch die unsichtbaren Schmalflächen aller Platten sind gewissenhaft zu bekanten, damit keine Feuchtigkeit einen Weg ins Innere der Möbelteile finden kann. Schließlich sollte der Tischler und Schreiner außerdem einen Kantenklebstoff wählen, der den Feuchte- und Hitzebelastungen standhält.

Der beständigste Klebstoff …

Mit PUR-Klebstoff applizierte Kantenbänder halten besser als alle anderen. Das fand Schreinermeister Siegfried Reichenberger in Ainring bei Freilassing 2016 heraus, (siehe Leserzuschrift »Laser und Co. haben uns enttäuscht«, dds 7, 2016, Seite 47). Er setzte mit verschiedenen Klebstoffen und Applikationsverfahren produzierte Holzmuster auf seinem Balkon drei Monate lang der Bewitterung aus, um die Widerstandsfähigkeit zu vergleichen. Lediglich die mit PUR angefahrenen Kanten waren mit nur kleinen Beschädigungen noch einigermaßen brauchbar. Nur wenig schlechter war EVA. Die mit Laser, NIR oder Heißluft angefahrenen Kanten waren um Welten schlechter als die der geklebten.

… mit nahezu unsichtbaren Fugen

PUR bringt neben der hohen Beständigkeit noch einen weiteren Vorteil: dünne und unauffällige Klebefugen wie bei Laser- bzw. Nullfugenbändern. Die Maschine muss dafür jedoch die Platte sauber fügen, je nach Plattenfarbe weißen oder transparenten PUR verwenden und diesen exakt dosieren.

Aber höhere Kosten und Zeitlimit

PUR ist teurer als EVA und verkompliziert außerdem noch die Arbeit: Ein einmal geöffnetes Gebinde mit Granulat oder einer Patrone ist schnell aufzubrauchen, weil der Kleber mit der Feuchtigkeit in der Luft reagiert. Aushärtender Kleber kann das Verleimteil zerstören. Daher ist nach dem Bekanten mit PUR lohnintensives Reinigen oder Weiterarbeiten mit EVA angesagt. Es gilt, die Arbeit so zu organisieren, dass möglichst viele Bekantungen nach Leimfarbe sortiert an einem Stück erfolgen. Vakuum- und Stickstoffgefäße oder Tiefkühlschränke verlängern die Zeit, in der sich ein offenes Klebstoffgebinde verarbeiten lässt. Für Betriebe, die viel PUR verarbeiten, empfehlen sich geschlossene, reinigungsfreie Aufschmelzer. –GM

 

Mehr Infos zur Kantenbearbeitung finden Sie auch in unserer »Kaufhilfe Kantenanleimmaschine«

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