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Besondere Gesellenstücke entstehen in der Werkstatt von Jochem Reichenberg

Jochem Reichenberg zur Zukunft des Tischlerhandwerks
Verrückter vom Niederrhein

Jochem Reichenberg ist unter Branchenkollegen für atemberaubende Gesellenstücke seiner Auszubildenden bekannt. Das Gerücht, er baue die Stücke selbst, amüsiert ihn.

Eigentlich kann man sich darüber freuen, in der Branche zuweilen als verrückt zu gelten. Nur wer in der Lage ist, seinen Standpunkt zu verrücken, kann etwas wirklich Neues schaffen. Und dann fängt die Arbeit erst richtig an. Jochem Reichenberg ist ein Tischler aus Leidenschaft, mit einem unbegrenzten Vertrauen in die eigene Kreativität. Und er ist davon überzeugt, Tischler sein sei der Beruf schlechthin, um aus dieser Kreativität heraus zu gestalten. So versteht er auch Gesellenstücke als Entwicklungsaufgaben im kreativen Prozess. Wer sich einen Einblick verschafft in die Arbeitsweise des Betriebs am Niederrhein, der auf höchstem Niveau im intuitiven Innenausbau und der Inszenierung von Produkten und Marken tätig ist, erlebt eine Welt, die sich immer neu erfindet. Darin liegt der Reiz und auch die Arbeit. Reichenberg Weiss ist eine Adresse für Kunden, die sich einen kreativen Kopf leisten, der in der Entwicklung und Ausführung seiner Ideen maximal konsequent vorgeht.

Fordern und fördern

Wer sich zu einer Ausbildung bei Reichenberg Weiss entschließt und für geeignet befunden wird, ist für begrenzte Zeit ein Teil dieses Prozesses. Das fordert und kann manchen auch überfordern. Highend im Tischlerhandwerk ist hier in den Händen und Köpfen und nicht im Maschinenpark begründet. Darauf legt Jochem Reichenberg Wert: »Es macht absolut keinen Sinn, als Tischler mit der Möbelindustrie mitbieten zu wollen. Wenn wir in Zukunft noch Geld verdienen wollen, müssen wir das dort tun, wo unsere Arbeit gut bezahlt wird. Das ist niemals im Wettbewerb mit der Industrie zu erreichen.«

Das Rad weiterdrehen

Kommende Generationen im Tischlerhandwerk sind gefordert, für sehr anspruchsvolle Kunden Ideen zu entwickeln und kompetent umzusetzen. Dazu gehört eine Ausbildung, die kreative, handwerklich begabte junge Menschen entsprechend herausfordert. Dann beantwortet sich die Frage, ob man Tischler bleiben oder lieber irgendeinen Bachelor erwerben möchte, ganz aus der Praxis heraus. Jochem Reichenberg lebt dieses Verständnis des Berufes authentisch vor, denn er ist selbst durch eine herausfordernde Ausbildung gegangen, die für sein weiteres Leben die Grundlage gelegt hat. Wenn seine Auszubildenden regelmäßig zu den Gewinnern der Guten Form auf Landes- und Bundesebene gehören, ist das auch sein Verdienst: Die Gesellenstücke stehen im Kontext der kreativen Entwicklungsarbeit des Betriebes, in welche auch die Auszubildenden eingebunden sind. Bevor die Idee für ihr Gesellenstück konkret wird, befassen sie sich mit den Herausforderungen, die zu bewältigen sind.

Andrej Sidorski hat 2001 das erste Gesellenstück in Vollkernplatte angefertigt. Er erzielte damit bei der Guten Form auf Bundesebene gleich den ersten Preis. Den Gesellenstücken von Andreas Keysers, Konstantin Weber und Alexander Hinze aus dem Jahr 2016 liegt eine Entwicklungsarbeit in der Verarbeitung von Leinen und Stahlblech zugrunde, die von den Auszubildenden gemeinsam angegangen wurde. Es folgten spektakuläre Entwicklungen aus HPL Richlite und Furnier. Das Rad weiterzudrehen ist für Jochem Reichenberg tägliches Brot, sein stetiger Antrieb und eine Motivation, die er gern an seine Auszubildenden weitergibt.


dds-Redakteur Johannes Niestrath kennt Jochem Reichenberg bereits aus seinem ersten Berufsjahr als Redakteur: Der Schubladenturm in weißer Vollkernplatte von Andrej Sidorski aus dem Jahr 2001 war damals eine Sensation.


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