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»Digitalisierung ist kein Selbstzweck«

Meinung
»Digitalisierung ist kein Selbstzweck«

Dr. Christian Wenzler, Geschäftsführer des Fachverbandes Schreiner Bayern Foto: Schreiner Bayern
Dr. Christian Wenzler, Geschäftsführer des Fachverbandes Schreiner Bayern Foto: Schreiner Bayern
Was macht das Handwerk heute stark und trägt das auch in Zukunft? Gedanken von Dr. Christian Wenzler vom Landesfachverband Bayern.

Dr. Christian Wenzler, Schreiner Bayern

Nach dem Motto »Innovation aus Tradition« ist es dem Schreinerhandwerk über Jahrzehnte hinweg immer wieder gelungen, sich neuen Entwicklungen anzupassen, Trends zu nutzen und dabei nicht die Wurzeln seines handwerklichen Könnens zu verleugnen. Ein wichtiger Ansatz ist dabei der Meistertitel, der – wenn das geforderte Ausbildungsniveau tatsächlich stimmt – eine große Chance zur Alleinstellung gegenüber Handel und Industrie bietet.

In Zukunftsmärkten unterwegs

Die Märkte der Schreiner sind Zukunftsmärkte: Die Bedeutung von Wohnen und Arbeiten in einer nicht nur funktionalen, sondern auch gestalterisch ansprechenden Umgebung hat nicht nur zugenommen, die beiden Bereiche verschmelzen immer mehr und verlangen nach individuellen Lösungen. Die regionale Wirtschaft gewinnt nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Klimadiskussionen an Bedeutung. Die große Stärke dabei ist die Flexibilität der kleinen und mittelständischen Betriebe und das nach wie vor hohe Qualifikationsniveau der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Hier liegt aber auch die größte Herausforderung für die Branche: Das Handwerk lässt sich nicht im Home-Office erledigen und es Bedarf großer Anstrengungen, genügend Nachwuchskräfte für diesen herausfordernden Beruf zu finden. Dies ist nicht nur die Voraussetzung, um die Leistungsfähigkeit der Betriebe zu erhalten, sondern auch um die Nachfolge zu sichern. Dazu ist es unverzichtbar, attraktive Arbeitsplätze zu bieten, aber auch die junge Generation für die Übernahme unternehmerischer Risiken zu begeistern. Letztlich gilt es, den Betrieb und das gesamte Gewerk mit einer eigenen Positionierung am Markt zu verankern.

Individuelle Kundenlösungen zu vertretbaren Kosten anzubieten ist dabei die größte Chance, aber auch eine der größten Herausforderungen. Zu glauben, dies sei mit dem Schlagwort »Handwerk 4.0« schon zu schaffen, ist jedoch nicht zielführend.

Handwerk 4.0 allein reicht nicht

Denn die »Digitalisierung« ist nicht Selbstzweck. Neue Technik sollte gezielt dort eingesetzt werden, wo sie auch tatsächlich wirtschaftlichen Nutzen bringt. Viel zu häufig fokussiert man sich dabei auf Planung, AV und Produktion. Zu kurz kommen die übrigen Unternehmensprozesse, v.  a. die Nutzung digitaler Medien für Kommunikation und Firmenpräsentation. Gerade für die Kleinen ergeben sich hier neue Möglichkeiten, wenn man bereit ist, nicht nur in Maschinen zu investieren.


dds und die bayern

Mit dem Landesfachverband Schreinerhandwerk Bayern verbindet dds eine Partnerschaft, die bis ins Jahr 1969 zurückgeht. Durch die Vereinigung von »Der deutsche Möbel- und Bauschreiner« mit der Bayerischen Schreinerzeitung wurde dds Verbandsorgan der Bayern – und ist es bis heute geblieben.


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