Möbel

Zum Diktat

Diese Sekretäre könnten Verwandte sein: der PS 08 des Augsburger Blechmöblers Müller und der AK 1330 aus der Naver-Kollektion der dänischen Möbelfabriken Gramrode und Kjergaard. Eine vergleichende Betrachtung.

Beide Möbel können frei im Raum stehen und zeigen einen Korpus mit abgerundeten Ecken – der Däne in der Draufsicht auf ausgestellten konischen Beinchen, der Augsburger in der Seitenansicht auf zwei Stahlkufen. Der PS 08 löst mit dem Pultdeckel einen Teil der Grundform heraus, öffnet quasi den Kofferraum, passend zum Material Stahlblech. Für ein Möbelstück ist das ungewöhnlich und erscheint daher auch originell: Ob Schubkastendoppel, Türen oder Klappen, sie sind theoretisch als zweidimensionaler Teil der Korpushülle angelegt. Dieser Tradition entspricht der AK 1330, ohne ein traditionelles Möbel zu sein. Die Korpushülle ist im Kontrast von Furnier und dünnem, gleißenden Corian maximal scharf gezeichnet; auf den Betrachter wirkt der Korpus ohne erkennbare Materialdicke als reine Form. Anders der PS 08: Er offenbart die Dicke des Stahlblechs in der Seitenansicht und damit auch sein Konstruktionsprinzip. Den Innenraum erschließt der AK 1330 dem Benutzer über Schubkästen und ein flächenbündig in die Arbeitsfläche integriertes Fach: Der Deckel lässt sich mit »push to open« herunterdrücken und schwenkt als Klappe mit Ablage um den Drehpunkt in die offene Position.

Ist der PS 08 in Material und Form ein frecher, robuster Zeitgenosse ohne Vorbild, greift der AK 1330 den Typus des Schreibmöbels in skandinavischer Tradition auf und transformiert ihn in eine gegenwärtige Formensprache – die Solitäre formulieren ihre Ähnlichkeit aus unterschiedlicher Quelle. JN

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