Meisterstück: Werkzeugschrank von Volker Stock

Mit Sockel und Kranz

Für die Aufbewahrung wertvoller moderner Hobel und historischer Handhobel aus dem angelsächsischen Raum hat Volker Stock als Meisterstück einen klassischen Werkzeugschrank in massiver geräucherter Eiche angefertigt.

Der Werkzeugschrank zeigt eine klassische Kombination aus Brett- und Rahmenbau: Der Korpus ist halbverdeckt gezinkt. Schwalben befinden sich, für ein wandhängendes Möbel konstruktiv folgerichtig, an den Korpusseiten und wirken auch als Ornament. Die Falttüren sind aus schlanken Rahmenprofilen mit Schlitz und Zapfen gefertigt. Ihre Sperrholzfüllungen sind beidseitig mit Linoleum belegt und innen im Falz verleistet. Angeschlagen sind die Türsegmente mit geraden Lappenbändern. Die geschlossene Front zeigt eine Aufteilung nach dem Goldenen Schnitt.

Ein gegrateter Mittelboden stabilisiert den Korpus und darunter steht, einer kleinen Kommode gleich, ein herausnehmbares Schubkastengehäuse mit sechs gezinkten Schubkästen: Die oberen fünf lassen sich einzeln entnehmen, sie laufen direkt zwischen den gegrateten Gehäuseböden. Die untere Schublade ist auf Holzkulissen geführt. Die Schubkastenböden aus Sperrholz sind beidseitig in Eiche furniert hergestellt. Die Rückwand des Werkzeugschrankes ist gespundet aus Brettern gefertigt und in den Korpus eingefalzt. Zwei Hängeleisten halten ihn sicher an der Wand.

Der traditionell ausgeführte Schrank überzeugt als adäquates Sammlermöbel für besondere Werkzeuge. Volker Stock hat seine Meisterprüfung 2018 an der Meisterschule der HWK Berlin abgelegt und zeigt in seinem Meisterstück eine Affinität zur fachgerechten Massivholzkonstruktion, die immer auch ästhetisch eine zeitlose Gültigkeit hat.

Vertikalschnitt: Korpus im Brettbau mit Türen im Rahmenbau. Zahnleisten rastern die Höhe der Fachböden
Frontalschnitt: Die oberen Schübe laufen direkt im gegrateten Korpus
Horizontalschnitt: Die gespundete Rückwand ist im Falz befestigt

dds-Redakteur Johannes Niestrath und Fotograf Markus Hilbich haben aus Gewohnheit die vermeintliche Deko des Meisterstücks ausgeräumt – schade eigentlich, denn diese Hobel waren eine Augenweide!

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