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Garmischer Challenge

Multifunktionales Möbel von Johannes Müller in Kooperation mit Shaper Tools
Garmischer Challenge

Bei seiner Projektarbeit an der Fachakademie in Garmisch setzte Johannes Müller auf die Hand-CNC von Shaper Tools. Er entwickelte ein »Nachbaumöbel« für die weltweite Shaper-Community.

Bei der Abschlussarbeit an der Garmischer Fachakademie zum Objekt- und Raumdesigner ist es üblich, sich einen Partner zu suchen. Sei es ein bekanntes Möbelunternehmen, um dessen Portfolio zu ergänzen, oder auch einen Hersteller, um mit dessen Produkt Neues zu kreieren. Johannes Müller wählte Shaper als Partner, um mit dessen Hand-CNC ein multifunktionales Möbel zu schaffen, welches eingespeist in der Servicecloud von Shaper weltweit
heruntergeladen, gebaut oder auch weiterentwickelt werden kann.

Mit »Rising Table« entwickelte Johannes Müller ein modulares Möbel für Shaper. Als identische Module können sie einzeln oder gestapelt zu einer offenen Möbelstruktur eingesetzt werden, für die sich eine universelle Nutzung anbietet: Ablegen, Sitzen, Ausstellen. Mit simplen Materialien – zwei Brettabschnitte für die Tischfläche, vier Leisten für die Beine und drei Leisten für die Zargen – lässt sich das Kleinmöbel bauen. Die Stabilität kommt durch die Konstruktion mit hochpräzisen Schlitz-/Zapfenverbindungen und das Eingraten der Tischflächen. Über den QR-Code kommt man auf das Erklärvideo von Johannes. Über die Cloud »ShaperHub« lässt sich der komplette Bauplan mit Zeichnungen und allen Fräsdaten für die Fräsarbeiten mit der »Origin« herunterladen.

Einfach – mit viel Nutzwert

Die folgenden Punkte haben sich bei der Entwicklung als besonders interessant herauskristallisiert. Das Projekt ist sehr langlebig aufgrund der traditionellen Handwerksverbindungen. Weil nur Massivholz eingesetzt wird, ist es reparierbar und kreislauffähig. Die Menschen fertigen das Produkt selbst, also erleben sie die Details viel intensiver, weswegen es wichtig war, entsprechend zu gestalten und zu dokumentieren, wie z. B. die Gratleisten zusammengehen oder wie akkurat sich der Zapfen mit dem Zapfenloch verbindet. Hier überzeugt die hohe Handwerklichkeit des Designs, ein Dübel wäre viel unspektakulärer gewesen. Das spricht für die Umsetzung mit der »Origin« von Shaper, weil sie ja genau solche Verbindungen in hoher Zahl präzise herstellen kann.

Ein Nachbaumöbel

Das Projekt ist für Andere zum Nachbauen gedacht, wodurch noch weitere Parameter beim Gestalten wichtig waren. Das Besondere: Jeder kann so viele »RiTas« (»Rising Table«) anfertigen, wie er will und sich das jeweilige Möbel bauen, das er benötigt. Es kann auch nachträglich leicht umgebaut und umfunktioniert werden.

Egal wo auf der Welt »RiTa« gefertigt wird, es ist möglich, regionales Holz einzusetzen. Weltweit kann gleich präzise gefertigt werden, weil die »Origin« als Maschine genormt ist. Wegen der wenigen benötigten Teile motiviert es, einfach direkt loszulegen.

Für Johannes Müller ist das Besondere, dass es ein Communityprojekt ist. Er hat die Vorlage geliefert, aber die Menschen können sich selbst eindenken und ihre eigenen Ideen im »ShaperHub« teilen.

Open Source – jeder darf verbessern

Anregungen kommen schon zurück: Man baut sich vier »RiTas«, fräst eine Schreibtischplatte dazu und hat einen multifunktionalen Homeofficeplatz. Oder man entwickelt ein Korpusmodul und schiebt es ein. In Kalifornien wurde das Möbel ohne Abdeckkappen gebaut und die Beine umkonstruiert. Für Johannes ist dieser Prozess spannend, etwas Neues in der Branche.

Faszinierend ist für Johannes, wie die »Origin« seinen Arbeitsprozess verändert hat: Vorher musste der Schreinermeister überlegen, wie er seine Projekte mit Standardmaschinen herstellen kann. Sein Arbeiten mit der »Origin« und die präzisen Ergebnisse haben seinen Mut gestärkt, neue Dinge auszuprobieren. Inzwischen geht er einfach direkt ans Material und fängt sofort an zu fräsen. Das funktioniert nur, weil er sicher ist, dass es ohne Probleme funktioniert. Und wenn er etwas anpassen will, sind die Änderungen sehr schnell gemacht und umgesetzt.

Mit den Garmischer Dozenten kam es dann zum Austausch, ob der Vorteile/Nachteile der »Origin« gegenüber der klassischen CNC in den Schulwerkstätten. Angelegt als Nachbaupojekt in aller Welt,
ohne teuere Belegungszeiten einer Großmaschine, ist der Einsatz der robotikgesteuerten Hand-CNC
unschlagbar für so ein Projektmöbel. -HN


Das Erklärvideo zum »Rising Table«

Johannes Müller erklärt Schritt für Schritt den Bau des Modularmöbels

ShaperHub: www.shapertools.com

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