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Die Wärme bleibt da

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Die Wärme bleibt da

Keller Lufttechnik fand jetzt eine Lösung, die den für den Lackierprozess benötigten Wärmebedarf um 80 bis 90 Prozent senkt: Ein regenerierbares Trockenfiltersystem im Umluftbetrieb.

Für eine gleichbleibende Lackierqualität ist die Spritzkabine mit großen Mengen an beheizter und häufig auch befeuchteter Luft zu durchströmen. Die Umstellung auf den Umluftbetrieb bringt enorme Energieeinsparungen mit sich. Die Erwärmung der Zuluft von einer durchschnittlichen Außentemperatur von 9 °C auf 22 °C Arbeitstemperatur benötigt, bei einer Luftsinkgeschwindigkeit von 0,1 m/s, Wärmeenergie von etwa 1,7 kW pro Quadratmeter Kabinenfläche. Soll die Luft zusätzlich auf eine relative Feuchte von 60 Prozent gebracht werden, steigt dieser Wert sogar auf 3 kW. Herkömmliche Lösungen der Umluftführung basierten häufig auf nass arbeitenden Abscheidesystemen. Damit sind jedoch Probleme verbunden. Eines der gravierendsten: Latente Verschmutzungen des Umluftstroms können zu Staubablagerungen auf dem zu lackierenden Bauteil führen. Nachgeschaltete Speicherfilter bringen zudem einen erheblichen Wartungs- sowie Reinigungsaufwand und hohe Kosten mit sich. Das nass arbeitende System würde zudem eine ungewollt hohe Luftfeuchtigkeit in die Kabine einbringen, wenn nicht Energie für die Entfeuchtung aufgewandt wird. Nicht zuletzt begünstigt das feuchte Klima die Vermehrung von Keimen und macht den Einsatz von Chemikalien nötig.

Die Ingenieure bei Keller Lufttechnik setzen dagegen auf ein regenerierbares Trockenfiltersystem mit »Sinbran«-Filtern (www.gore.com/sinbran.com). Es ist universell einsetzbar und bietet zahlreiche Vorteile: Die Filterelemente werden kontinuierlich automatisch abgereinigt und gewährleisten so einen gleichbleibenden Luftstrom. Die entstaubte Luft besitzt eine Qualität, die etwa der Klasse H12 entspricht, und ist damit wesentlich besser als heute übliche Zuluftqualitäten. Über einen Kreislauf gelangt sie in die Lackierkabine zurück. Der abgereinigte Lackstaub dagegen fällt in Auffangbehälter, deren Inhalt manuell oder automatisch entsorgt wird. Nachgeschaltete Speicherfilter sind bei diesem Verfahren überflüssig. Ein bestimmter Abluft- und Frischluftanteil bleibt bestehen. Dadurch ist die Aufkonzentration an Lösungsmitteln regelbar. Der Frischluftzustrom kann ebenfalls über die Sinbran-Filter geführt werden und macht einen zusätzlichen Filter überflüssig. Eine Zuluftfilterdecke dient dann lediglich der gleichmäßigen Luftverteilung. Dadurch erreicht das System mit über 20 000 Stunden eine außergewöhnlich lange Standzeit. Da sich mit der Umluftführung eventuell im Lackmaterial enthaltene Lösemittel aufkonzentrieren, ist eine thermische Nachbehandlung sinnvoll. Am umweltfreundlichsten und energieeffizientesten ist ein autothermer Prozess, der ohne Zusatzbrennstoffe auskommt.
Eine angenommene Lackieranlage mit einem Absaugvolumenstrom von 16 000 m3/h und einer Arbeitszeit von 4000 Stunden pro Jahr arbeitet mit Fortluftbetrieb und Speicherfiltern. Die Umrüstung auf das Trockenfiltersystem von Keller mit 80 Prozent Umluft- und 20 Prozent Fortluftbetrieb bringt in der Beispielrechnung Einsparungen von 26 000 Euro pro Jahr. Amortisationszeit: unter drei Jahre.
Keller Lufttechnik GmbH + Co. KG 73230 Kirchheim unter Teck Tel.: (07021) 574-0, Fax: 52430 www.kl-direkt.de
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