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Kluge Raumordnung

Innenausbau einer Berliner Penthouse-Wohnung durch JBW Interior
Kluge Raumordnung

Susanne Stier und Ken Schluchtmann haben den vorgegebenen Grundriss ihrer Berliner Penthouse-Wohnung durch intelligenten Innenausbau der Firma JBW Interiors optimiert.

Hier finden Sie den Detailbogen der Berliner Penthouse-Wohnung zum Download

Christiane Bürklein, freie Journalistin

Die besondere Lage der Penthouse-Wohnung an einer nicht rechtwinklig geschnittenen Kreuzung in Berlin bedingt ihren asymmetrischen Grundriss. Die als Architektin und Architekturfotograf tätigen Bauherren haben sie im Jahr 2014 im Rohbauzustand übernommen und bewusst auf den schlüsselfertigen Ausbau durch den Bauträger verzichtet. Als Experte für den Innenausbau war Jeannot Dupont als Projektleiter bei JBW Interiors mit im Boot. Die Stellung der Küche als Dreh- und Angelpunkt des Lebens ist durch den Herd als Mittelinsel betont – optisch aus Beton gefertigt, mit einer Unterkonstruktion aus Spanplatte, beplankt mit wasserfesten Siebdruckplatten, die mit Epoxidharz behandelt, besandet und dann mit Beton verspachtelt wurden. Der dynamische Umlauf in den Räumen wird durch das zentrale Möbel gelenkt.

Susanne Stier und Ken Schluchtmann haben in ihrer Wohnung den Anteil der Nutzfläche minimiert, ohne dass es unbequem wird: Aus dem ursprünglich im Grundriss vorgesehenen Haushaltsraum wurde ein Schrank, in dem sich hinter raumhohen Drehtüren Waschmaschine und andere Utensilien verbergen. Eine Dampfduschkabine ersetzt die Badewanne. Der gewonnene Raum erweitert die Küche, indem er den wandbündigen Einbau des Kühlschranks ermöglicht. In Zusammenarbeit mit JBW Interiors und Jeannot Dupont entstanden individuelle Ausbaulösungen. So ist der Flur durch einen geschickt platzierten Spiegel vom Küchenblock aus optisch von 6 m auf 12 m, vom Schlafzimmer aus sogar auf 15 m Länge gewachsen. Strom steht dort zur Verfügung, wo er gebraucht wird, etwa unter der Kaffeemaschine. Der Küchenschrank ist im Sockel bereits für den Saugroboter vorgerüstet. Intelligent gesetzte Steckdosen, einige in Bodentanks im Estrich versenkt, bringen Ruhe und Ordnung in den Raum. Auch beim Thema Licht wurde nichts dem Zufall überlassen – verdeckte Lichtleisten und gezielt gesetzte Aufbauleuchten spenden dimmbares Licht, angepasst an die jeweiligen Anforderungen. Der Fußboden mit seinem Sichtestrich besitzt eine natürliche Struktur und altert gut. Er steht im Dialog zur offen gelassenen Betondecke, die ursprünglich nicht als solche konzipiert ist, aber in ihrer »roughen« Optik einen Kontrast zu den glatten Wänden anbietet.

Die Wohnung wird von ihren Bewohnern als eine neutrale Hülle betrachtet, die sich gut mit wenigen Akzenten bespielen lässt. Bauliche Einschränkungen regen zu intelligenten Lösungen an: Etwa die durch Lüftungsrohre der Wohnung im darunterliegenden Stockwerk bedingte Schräge hinter dem Esstisch, die durch ein Einbauregal einen Sinn bekommt. Türen mit Doppelnutzung vergrößern den Raum. So gibt die Tür zum Arbeits- und Gästezimmer beim Schließen den Blick auf ein Wandregal frei. Ist die Tür offen, wird es zum geschlossenen Schrank. Im Schlafraum dagegen wird die Schrankschiebetür zur Zimmertür! Die Schiebetüren des Ankleideschranks tragen einen stilisierten Stadtplan Berlins: Gefertigt in schwarzer MDF, mit Lackierfolie belegt und weiß lackiert, sind die Konturen CNC-gefräst. Wie bei den vornehmen Nussbaumakzenten der Küche ist Veredelung weniger eine Frage des Preises als Ergebnis einer guten Idee.


Steckbrief

Bauherren und Entwurf:
Susanne Stier und Ken Schluchtmann

Ausbauplanung, Innnenausbau:
JBW Interiors, 14167 Berlin
Projektleitung Jeannot Dupont
www.jbw-interiors.com

Fotos: Ken Schluchtmann, 10249 Berlin
www.diephotodesigner.de

Schnittzeichnungen für dds:
Planungsbüro Fink, 71679 Asperg
carlfink@gmx.de


»Wir haben die Nutzflächen unserer Wohnung auf ein Minimum reduziert, ohne dass es unbequem wird.«

Susanne Stier, Architektin, Ken Schluchtmann, fotograf


Aufbauleuchte

Gezielt platzierte, auf die Architektur abgestimmte Aufbauleuchten von Modular Lightning setzen Akzente. Sie ergänzen das indirekte Licht der verdeckten Lichtleisten an Möbeln und Ausbauelementen in einem durchdachten Konzept, das in Kooperation mit Mirrorz Berlin entstand.
www.supermodular.com


Indirektes Licht

Im gesamten Innenausbau spenden verdeckte Lichtleisten an Möbeln und Ausbauelementen blendfreies, dimmbares LED-Licht, das sich den unterschiedlichen Anforderungen von Wohnen und Arbeiten anpassen lässt. Konzepte für Spiegel und Licht entstanden in Kooperation mit Mirrorz Berlin.
https://mirrorz.berlin/


Betoneffekt

Mit Epoxidharz beschichtete und besandete Siebdruckplatten auf einer Unterkonstruktion aus Spanplatte tragen ein Finish aus Betonspachtel. Die fugenlose Hülle lässt den asymmetrischen Küchenblock als Monolith erscheinen.
www.a-monolith.de


Sichtestrich

Der Fußboden mit durchgehendem Sichtestrich zeigt eine natürliche Struktur und setzt sich eigenständig von den glatten Wänden und offen belassenen Betonelementen der Raumdecke ab.
www.a-monolith.de


Stadtteilgrafik

Die Schiebetüren des Ankleideschranks tragen einen stilisierten Stadtplan Berlins: Gefertigt in schwarz durchgefärbter MDF, mit Lackierfolie belegt und weiß lackiert, sind die Konturen auf dem Bearbeitungszentrum gefräst.
www.jbw-interiors.com

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