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IG Bau: Gewerkschaft warnt vor »Burnout« am Bau

IG Bau
Gewerkschaft warnt vor »Burnout« am Bau

bau handwerk burnout
Ehrgeizige politische Ziele treffen auf einen massiven Arbeitskräftemangel im Bauhandwerk. Probleme sind vorprogrammiert. Foto: Bits ans Splits - stock.adobe.com

Dem Bau in Deutschland droht ein »Burnout«. Davor warnt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). Allein der Wohnungsbau mit Neubau, Umbau, klima-und seniorengerechter Sanierung sei ein Mammutprogramm für die Firmen, das mit den vorhandenen, ohnehin voll ausgelasteten Kräften kaum zu schaffen sei.

»In nahezu allen Betrieben der Bauwirtschaft gibt es ein Arbeitskräfte-Vakuum. Bauarbeiter werden händeringend gesucht. Das Nadelöhr für mehr Wohnraum, für besseren Klimaschutz und sinkende Mieten sind die Fachleute auf dem Bau«, sagt Carsten Burckhardt, Bundesvorstandsmitglied der Gewerkschaft und dort für die Bauwirtschaft und Handwerkspolitik zuständig. Trotz stetig steigender Gewinne hätten es viele Baufirmen in den letzten Jahren versäumt, die Arbeit in der Branche attraktiver zu machen. Das räche sich jetzt.  Die Knappheit an Arbeitskräften werde zunehmend zum Risiko für den Bau –und damit auch zu einem erheblichen Problem für die Politik, die sich mit den Wohnungsbau-und Klimazielen für Gebäude ein ehrgeiziges Programm vorgenommen habe, so Burckhardt weiter.

Fast 200.000 offene Stellen

Die IG Bau verweist auch auf aktuelle Zahlen des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt-und Berufsforschung (IAB). Danach verzeichnete die Bauwirtschaft im ersten Quartal dieses Jahres bundesweit 191.000 offene Stellen und damit fast vier Mal so viele wie noch im Jahr 2010, als 52.000 Baubeschäftigte fehlten. In der gesamten Wirtschaft hat sich die Zahl offener Stellen im selben Zeitraum lediglich verdoppelt.

Nach Ansicht des Gewerkschafters sind die größten Probleme der Bauunternehmen nicht die derzeit steigenden Materialpreise oder Energiekosten. Diese würden an die Kunden weitergegeben. Projekte verzögerten sich dann um einige Wochen. »Die eigentlichen Probleme sind allerdings hausgemacht«, kritisiert IG Bau-Bundesvorstand Burckhardt. Über Jahre hinweg hätten die Unternehmen der Bauwirtschaft, vor allem im Handwerk, die Einkommen ihrer Beschäftigten gedrückt. Sie hätten sich kaum darum gekümmert, dass Tarifverträge eingehalten werden. Viele seien aus den Arbeitgeberverbänden ausgetreten, so Burckhardt.

»Früher hieß es: Das Handwerk hat goldenen Boden. Damit das wieder gilt, müssen die Arbeitgeber auf dem Bau ihre Hausaufgaben machen«, betont Burckhardt. Wem an der Zukunft der Branche gelegen sei, könne auf die Unterstützung der Gewerkschaft zählen.


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