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Der Leidenschaftliche

dds-Preis der Arthur Francke’schen Stiftung
Der Leidenschaftliche

Wer über Umwege seine Berufung findet, entwickelt oft eine große Leidenschaft für seine neue Liebe. So auch David Hartmann: ein junger Handwerker mit vielen Talenten.

Organische Formen, aus dem Vollen gefräst und die Kontur des Möbels auflösend, sind das Erste, was bei den Arbeiten von David Hartmann ins Auge sticht. Vorzugsweise aus dem charakteristischen Holz der Ulme gefertigt durchzieht das Thema viele seiner Entwürfe. »Vor ein paar Jahren habe ich die Raspelfrässcheibe für die Flex entdeckt. Ich hab ein wenig damit rumprobiert und war begeistert, was man damit machen kann«, beschreibt Hartmann die Entstehungsgeschichte seiner Arbeiten. Sich ausprobieren, Erfahrungen sammeln, den eigenen Horizont erweitern – bei dem 26-jährigen Saarländer spürt man die Faszination für die Möglichkeiten, die das Handwerk bietet.

Nach dem Abitur an der Freien Waldorfschule in Saarbrücken wollte Hartmann zunächst Architektur studieren. Das Studium bricht er jedoch nach einem Jahr ab und und entscheidet sich für eine Ausbildung zum Schreiner. Keine schlechte Wahl, wie sich zeigen wird. Sein Lehrmeister bescheinigt ihm »außerordentliches Geschick«, was sicher nicht übertrieben ist: Hartmann nimmt 2011 als Landessieger des Saarlandes am Praktischen Leistungswettbewerb des Bundes teil. Ehrenamtlich baut er im Rahmen des Projektes »Zeitspenden« mit Kindern Spielplatzgeräte aus Eichen- und Akazienstämmen. Nach dem Ende der Lehre lernt er auf einer Reise durch Äthiopien die dortige Schnitz- und Drechselkunst kennen.
Die anschließende Meisterschule schließt er als Jahrgangsbester ab. Sein Talent und Engagement wird mit dem Weiterbildungsstipendium des Bundes honoriert. Das ermöglicht ihm, seinen vielfältigen Interessen rund um die Holzbearbeitung nachzugehen: So besucht er u. a. Kurse zum Drechseln, zur Urushi-Lacktechnik und zum japanischen Speerhobel Yari-Kanna. Während der einjährigen Meisterausbildung übernimmt er vertretungsweise die Leitung der Holzwerkstatt an der Hochschule der Bildenden Künste in Saarbrücken.
Zur Zeit sammelt David Hartmann Erfahrung bei einem Treppenbauer im Norden Deutschlands. Im Herbst tritt er dann eine 50 %-Stelle in der überbetrieblichen Ausbildung der Schreiner in Saarbrücken an. Daneben möchte er sein Projekt »OptikHaptikundBananen« vorantreiben. Das ist ein loser Zusammenschluss dreier Handwerker, der mit eigenen und eigenwilligen Möbeln und Objekten auf Kundenfang geht. Langfristig ruft die Selbstständigkeit: »Mein Traum ist es, irgendwann ein eigenes kleines Möbelatelier zu führen.« – HJG

»Best of dds-Preis«
Der dds-Preis der Arthur Francke’schen Stiftung des Jahres 2014 ist entschieden. Die vier Gewinner haben wir in dds 4/2014 vorgestellt. Da sich eine Vielzahl weiterer junger Talente aus dem Tischler-/Schreinerhandwerk beworben hat, stellen wir in dieser Serie eine »Best of«-Auswahl vor. Folge 1: Dirk Lehmann (dds 5/14), Folge 2: Josef Spörl (dds 6/14), Folge 3: David Hartmann
Alle Infos zum dds-Preis gibt es unter www.dds-online.de Ab Oktober startet der Preis 2015.

Steckbrief

David Hartmann, Alter: 26; Wohnort: Schleswig; Ausbildung: Abitur, Lehre bei Schreinerei Bohm in St. Ingbert, Meisterschule Saarbrücken. Derzeitige Tätigkeit: Tischler im Treppenbaubetrieb Witt & Gottburg in Schleswig; Pläne: Halbtagsstelle als Ausbilder, Selbstständigkeit
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