Zuschnittanlagen der Ima Schelling Group

Sägen oder fräsen?

Die Ima Schelling Group bietet von Fräsaufteilung für die Losgröße-1-Fertigung bis hin zu ultraschnellen Sägen für die Großserienproduktion für jede Applikation die passende Lösung und vereint mit der neuen Combi.cut 1 erstmals auch beide Verfahren in einer einzigen Anlage.

Jens Jeroch, PRODUKTMANAGER, IMA Klessmann
Thomas Gsellmann, Leiter Verkauf, Schelling

Exklusivität und damit immer kleinere Chargen liegen im Trend, auch bei der Produktion von Wohn- und Büromöbeln. Nicht nur das gehobene Handwerk, sondern auch die Industrie muss immer kurzfristiger und individueller auf den Markt reagieren. Dazu sind flexible Maschinen und Anlagen erforderlich, die zunehmender Teilevielfalt, Sonderanfertigungen und schnell wechselndem Design Rechnung tragen. Mit ihrem Portfolio an Sägen, Fräsen und Kombi-Anlagen bedient die Ima Schelling Group sämtliche Leistungsklassen für die Plattenaufteilung.

Das Kreissägeprinzip gilt als schnellstes Verfahren zum Aufteilen von Platten. Mit Paketschnitten erzielt es enorm hohe Aufteilleistungen, hervorragende Kantenqualitäten sowie hohe Maß- und Winkelgenauigkeiten. Hinzu kommen ein geringer Verbrauch von Strom und Druckluft sowie weniger Abfall, nicht zuletzt wegen der Verwendung von dünnen Sägeblättern.

Die hohe Geschwindigkeit beim Zuschnitt ist ideal für eine seriennahe Fertigung, zumal hier meist auch die Schnittpläne weniger komplex sind. Die Sägelösungen sind bestens geeignet, um eine breite Materialplatte wirtschaftlich aufzuteilen: alle Holzwerkstoffplatten, Gipskarton- oder Kunststoffplatten, Nicht-Eisenmetalle und sogar Stahl.

Sägen für höchste Leistung

Die stärkste am Markt verfügbare Zuschnittanlage für Holzplatten ist die »Schelling ASH«, die weltweit erfolgreich in der Großserienproduktion im Einsatz ist. Sie erreicht dank starker Antriebe und schneller Sägetechnik bis zu 1000 m3 Fixmaßzuschnitt pro Tag und sortiert und stapelt die aufgeteilten Teile nach variablen Kriterien vollautomatisch – ein Alleinstellungsmerkmal der Schelling-Anlage. Neben ihrer hohen Produktivität zeichnet sie sich zudem durch hohe Anlagenverfügbarkeit und lange Lebensdauer aus.

Für weitere Anwendungen im Sägeverfahren stehen von Schelling beispielsweise die Plattenaufteilanlagen »AH 6« (3000 Teile/Schicht in der Serienfertigung ) und »AH 8« (4000 Teile/Schicht in der Serienfertigung ) zur Verfügung. Aufgrund ihrer starken Motorleistungen eignen sich beide Maschinen sowohl für die Produktion im Paketzuschnitt als auch für den wechselnden Einsatz in der Kleinserienfertigung. Zur Automatisierung der Einzelfertigung in Handwerk und Industrie bietet die Zuschnittanlage »LS 1« bereits ab Losgröße 1 eine äußerst flexible und effiziente Lösung (1500 Teile/Schicht).

Flexibles Fräsen

Für komplexe Schnittpläne und die hochindividuelle Losgröße-1-Fertigung empfiehlt sich in der Regel der Einsatz der Frästechnologie. Sie erlaubt die wirtschaftliche Umsetzung stark verschachtelter Schnittpläne mit mehreren Ebenen sowie die Durchführung zusätzlicher Bearbeitungsschritte wie das Ausklinken von Ecken, Bohrungen, Nuten und Diagonalschnitten und damit die Komplettbearbeitung in einer Aufspannung. Ein weiterer Vorteil ist der geringere Platzbedarf der Anlage. Kleiner Nachteil: Sägen sind etwas schneller als Fräsen.

Fräsen in drei Leistungsklassen

In der Frästechnologie bietet die Ima Schelling Group Anlagen in drei verschiedenen Leistungsklassen an: Für handwerkliche Betriebe, im Innenausbau und Ladenbau sowie als Industrieeinstieg stellt die »Bima-Cut«-Reihe eine echte Ein-Mann-Fertigungszelle dar. Als Kombination von CNC-Fräse und Bekantungseinheit kann mit ihr die komplette Werkstückbearbeitung erfolgen. In Abhängigkeit von den Bearbeitungsinhalten der Bauteile liefert eine Bima Cut bis zu 800 Werkstücke pro Schicht.

Kompakt, flink, flexibel

Für einen effektiven Zuschnitt bei minimalem Platzbedarf sorgt die »Performance.cut« von Ima (1200 bis 1600 Teile/Schicht). Roboter zum Entnehmen der fertigen Bauteile übernehmen zusätzlich das Restehandling sowie das Puffern und Einschleusen fertiger Teile. Auch das Einbinden der Maschine in vorhandene Lagersysteme ist problemlos möglich. Abhängig von den Schnittplänen produziert die besonders kompakte Maschine durchschnittlich 1200 Werkstücke pro Schicht. Im Idealfall sind mit der Performance.cut sogar überdurchschnittlich hohe Durchsätze möglich. Diese Erfahrung machte beispielsweise Joeri Lanslots, Geschäftsführer und Eigentümer von Alcom: »Unsere neue Performance.cut erfüllt all unsere Wünsche – selbst die, die wir gar nicht hatten.« Sein Familienunternehmen mit Sitz im belgischen Hoogstraten fertigt moderne Küchen- und Badmöbel. Im September 2016 startete die Produktion auf der Losgröße-1-Anlage von Ima Schelling, die heute zuverlässig und dauerhaft 1700 Werkstücke pro 8-Stunden-Schicht produziert, also 40 Prozent mehr als die garantierte Leistung. Dazu tragen laut Lanslots drei Faktoren bei: das schlüssige und klar strukturierte Anlagenkonzept, die extrem hohe Maschinenverfügbarkeit sowie die Fachkompetenz aller Beteiligten.

Diese Anlagen können auch noch zusätzliche Aufgaben übernehmen: Bohren, Fälzen, Fasen, Nuten und Diagonalschnitte sind möglich und bieten sich beispielsweise für eine komplette Rückwandproduktion ohne zusätzliche Arbeitsschritte in der nachfolgenden Fertigung an. Die benötigten Werkzeuge werden hierfür an jeder Frässpindel durch einen mitfahrenden Werkzeugwechsler zur Verfügung gestellt. Dieser sorgt auch im alltäglichen Einsatz für Vorteile: Verschlissene Werkzeuge können ohne Produktionsstopp gewechselt werden.

Neuartige Aufteiltechnologie

Die dritte und höchste Leistungsklasse der Plattenaufteilanlagen repräsentiert die jüngste Entwicklung der Ima Schelling Group: Die flexible Hochleistungs-Zuschnittanlage »Combi.cut 1« vereint erstmals die schnelle Schelling-Sägetechnik mit der flexiblen Ima-Frästechnologie und erzielt damit außergewöhnliche Wirtschaftlichkeit bei hervorragender Materialausnutzung (3000 bis 4000 Teile/Schicht).

Während die Combi.cut 1 die präzise Längsaufteilung der Rohplatten in Streifen mit einer Druckbalkensäge ausführt, führt sie das Queraufteilen mit der Fräse durch. Dabei erfolgt während der Queraufteilung, ohne zusätzlichen technischen Aufwand, ein dritter Schnitt. Die zeitliche Entkopplung beider Aufteilverfahren durch einen Streifenpuffer ermöglicht eine parallele Bearbeitung. Mit verschiedenen Optionen wie einem Dünnteilepaket für Platten mit weniger als 12 mm Dicke, einem Einschieber mit bis zu 9-X-Spannern und einem stationären Werkzeugwechsler an jeder der fünf Frässpindeln kann die Zuschnittanlage noch flexibler eingesetzt werden.

Die Ima Schelling Group bietet die Combi.cut 1 in den Baugrößen 330 und 430 bei einer Streifenbreite von 1300 mm an. Eine Version mit einer maximalen Streifenbreite von 1600 mm speziell für die Fertigung von Büromöbeln ist in Planung.


Kontakt

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