Maschinen & Anlagen

Problemlöser für Ecken und Kanten

Als im Jahr 1976 die Firma Fein ihre neu entwickelte Gipsverbandsäge auf den Markt brachte, war von dieser Maschine in keiner Holzfachzeitschrift die Rede. Ein Vierteljahrhundert später wird diese Technik von Schreinern und Tischlern im ganzen Land eingesetzt.

Ob als Deltaschleifer oder als oszillierende Säge: Die Ahnen der Gipsverbandsäge verrichten heute auf vielen Baustellen ihre Arbeit. Zeit, sich in einer Marktübersicht mit den verschiedenen Modellen der oszillierenden Sägen genauer zu befassen.

Immer wenn es buchstäblich zum Sägen und Schleifen zu eng wird, dann wird diese Technik zu einem echten Problemlöser. So werden montierte Türfutter gekürzt, Fußleisten ausgeschnitten, Fenster ausgeglast, Silikonfugen ausgeschnitten und in Fugen und bis in die Ecke geschliffen. Erstaunlich, wie viele Anwendungsmöglichkeiten es inzwischen für diese Maschinen gibt.
Die Firma Fein, der Erfinder dieser Technik, hat vier Geräte am Start, alle mit patentiertem Schnellspannsystem ausgestattet. Das Einstiegsmodell »MultiMaster« hat eine Leistung von 250 Watt. Es oszilliert 11000 bis 20000 Mal in der Minute. Auch eine Akkuversion des MultiMasters ist verfügbar. Sie wird von einem 14,4-V-Li-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 3 Ah angetrieben.
Der »SuperCut« von Fein ist das netz gebundene Profigerät. Es hat eine Leistung von 400 Watt und oszilliert 11000 bis 18500 Mal in der Minute. Ein echter Alleskönner mit genügend Power für jede Situation. In der Akkuversion sorgt ein 18-Volt-Lithium-Ionen-Akku für reichlich Power. Lithium-Ionen-Akkus haben fast keine Selbstentladung und können ohne Memory-Effekte jederzeit nachgeladen werden. Ihre Ladezeit beträgt maximal 30 Minuten. Eine Statusanzeige auf den Akkus weist auf die Kapazität hin. Die von Fein eingesetzten Akku-Packs haben mit 2,4 Ah- bzw. 3 Ah die höchste Kapazität aller vorgestellten Akkugeräte.
Angeboten werden die Fein-Maschinen in verschiedenen Sets, die sich in der Ausstattung mit Zubehör voneinander unterscheiden. Da sollte vor einer Entscheidung genau geschaut werden, welches Set mit welchem Zubehör bevorzugt zum Einsatz käme. Fein bietet ein sehr reichhaltiges Zubehörsortiment an. Es ist vom Multimaster zum SuperCut aufwärts kompatibel, abwärts jedoch nicht.
AEG und Bosch
AEG aus Hilden hat den »Multitool BWS 12C« am Start. Es ist bis jetzt das einzige Gerät, was neben den üblichen Arbeiten wie Sägen und Schleifen auch über einen serienmäßigen Winkelbohrkopf verfügt. Die Köpfe lassen sich auf Knopfdruck austauschen. Optional kann ein Winkelschlagschrauberkopf, ein Hammerkopf, ein Stichsägekopf und ein Ratschenkopf zugekauft werden. Eine LED beleuchtet den Arbeitsbereich, egal welcher Kopf gerade aufgesteckt wurde. Beim Sägen arbeitet das Gerät in einem Oszillationswinkel von jeweils 1,5° mit bis zu 20000 Schwingungen in der Minute. Es wird mit zwei Akkus und Ladegerät in einer Tragetasche geliefert. Am AEG-Gerät kann durch Einsatz eines Adapters das Zubehör von Fein und Bosch eingesetzt werden.
Auch Bosch setzt auf die Oszillationstechnik und hat die netzbetriebenen »GOP 250 CE« und »GOP 300 SCE« im Programm sowie den »GOP 10,8 V Li« der, wie der Name schon sagt, von einem 10,8-V-Lithium-Ionen-Akku betrieben wird. Auch beim GOP 10,8 V Li weist eine Statusanzeige auf den aktuellen Ladezustand hin. Nach 30 Minuten sind die Akkus geladen. Bei den Bosch-Geräten kann die Drehzahl geregelt werden. Geliefert wird in der Sortimo L-Boxx. Der Werkzeugwechsel wird beim GOP 250 und beim GOP 10,8 V Li mit einem Inbusschlüssel vorgenommen. Bei dem neu entwickelten und im Herbst 2011 auf den Markt gebrachten GOP 300 SCE sorgt ein werkzeugloses SDS-System für einen einfachen und schnellen Werkzeugwechsel. Das Zubehörsortiment von Bosch ist nicht ganz so vielseitig wie das von Fein, deckt aber viele Einsatzgebiete ab.
BTI, Förch und Berner
Auch die Direktvermarkter Berner, BTI und Förch vertreiben oszillierende Problemlöser. Während Förch die Bosch-Geräte GOP 250 CE und GOP 10,8 V Li anbietet, haben BTI und Berner eigene Geräte am Start: »Multi Master FMM 250 Q Select+« und »Akku Multi Tool BACMC-10,8 V LI« von Berner sowie »Unimaster UM 250 ES« und »Akku- Unimaster A-UM 10,8 V LI« von BTI. Die netzbetriebenen Geräte von Berner und BTI sind baugleich mit dem Multimaster von Fein, während die beiden Akkugeräte mit dem Bosch GOP 10,8 V Li auf einer Stufe stehen. Diese Geräte werden mit anderem Zubehör als die vergleichbaren Originale angeboten.
Welches Zubehör ist sinnvoll?
Die Hersteller haben im Bereich der oszillierenden Sägetechnik eine Vielzahl von Innovationen hervorgebracht. Jede Maschine hat ihre ganz eigenen Vorzüge und jeder sollte prüfen, ob er eher auf Kraft, auf ein breites Zubehörsortiment, auf mobile Akkugeräte oder auf pfiffige Ausstattungsdetails Wert legt. Der Einsatz von Fremdzubehör ist nicht zu empfehlen, da jeder Hersteller eigene Spannsysteme einsetzt. Als sinnvolles Zubehör kann sich der Schärfkopf der Schweizer Firma Wenziker (www.schärfkopf.ch) erweisen. Mit ihm lassen sich bis zu 200 E-Cut-Sägeblätter schärfen. Er wird über die Bohrmaschine mit 2500 bis 3000 min-1 betrieben und im Set mit einem Bohrmaschinenhalter angeboten. In Deutschland kann der Schärfkopf über die Hermann Asal GmbH (www.asal-baubeschlag.de) bezogen werden. Tischlermeister
Stefan Böning

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