Startseite » Technik » Maschinen & Anlagen »

»Gerne Pilotkunde«

Maschinen & Anlagen
»Gerne Pilotkunde«

Was muss eine Kantenmaschine können? Simon Kraft hat seine Antwort auf diese Frage gefunden. Er arbeitet mit einer Touchscreen-Maschine ohne Stellachsen.

Simon Kraft brauchte eine neue Kantenanleimmaschine. Seine 2007 gegründete Schreinerei hat sich am Rande des Mode-Outletcenters Wertheim Village an der A 3, etwa auf dem halben Weg zwischen Würzburg und Aschaffenburg, angesiedelt und beschäftigt inzwischen 15 Mitarbeiter. Das nur wenige Hundert Meter entfernte Outletcenter ließ den Betrieb schnell wachsen, sodass noch in diesem Jahr ein Umzug von der jetzigen 300-Quadratmeter-Werkstatt in einen eigenen Neubau mit 1500 m2 auf der gegenüberliegenden Wiese ansteht.

Der Plattendurchsatz hat so zugenommen, dass die alte handwerkliche Kantenanleimmaschine überfordert war. Das Nachschleifen von Ecken und Profilen, Putzen und das ständige Nachjustieren rechneten sich nicht mehr. Auf der Suche nach einer neuen Maschine stellte Simon Kraft fest, dass die großen Hersteller auch für unverzichtbare Optionen einen Aufpreis verlangten, und dass unterm Strich eine deutlich höhere Summe steht, als das zunächst attraktive Grundangebot. Hinzu kommt, dass die Maschinen mit ihren Stellachsen mehr können, als er für seinen Betrieb benötigt.
Zu 95 Prozent fährt er 2 mm dicke Kunststoffkanten an 19 bis 38 mm dicke Platten an und versieht sie mit einem 2-mm-Radius. Nur selten ist etwas anderes gefordert, sodass eine Umrüstzeit von vielleicht 20 Minuten nicht ins Gewicht fällt, zumal die Maschine dann längere Zeit arbeitet.
Aus seinem Bekanntenkreis kannte Simon Kraft Peter Lohmeyer im nahe gelegenen Tauberbischofsheim, der sich auf Maschinen für die Plattenbearbeitung spezialisiert hat, und ein eigenes Programm mit in China gefertigten Maschinen führt. Mit dem Modell »KAM 750 IQ« hat Lohmeyer eine Maschine angeboten, die exakt auf die Bedürfnisse des Ladenbauers abgestimmt ist und mit 37 000 Euro nur etwa die Hälfte der anderen Angebote kostete. Seit fast einem Jahr ist die Maschine nun in Betrieb. Als Pilotkunde bringt Simon Kraft seine Erfahrungen mit ein und lobt Lohmeyer für die Offenheit für Verbesserungsvorschläge.
Digitalanzeige statt Stellachse
Auf dem Touchscreen wählt der Maschinenführer zwar keine Programme, kann aber Maschinenfunktionen aktivieren und einige Einstellungen vornehmen. So gibt er beispielsweise die Leimtemperatur vor oder bestimmt, ob der Vorschub schnell, langsam oder in der Mitte erfolgen soll. Weiterhin wählt er auch, ob das Fügefräsaggregat zum Einsatz kommen soll, die Kanten zu profilieren oder die Ecken zu runden sind. Weitere Einstellungen, wie beispielsweise die Fügetiefe, sind dann konventionell mit Handrädern nach Digitalanzeige vorzunehmen. Alle Digitalanzeigen sind für die Normaleinstellungen auf null gesetzt, sodass die Maschine sich immer wieder in wenigen Minuten auf den Normalbetrieb zurücksetzen lässt.
»Die Maschine kann genau das, was wir brauchen. Wenn es mal klemmt oder nicht richtig läuft, ist Peter Lohmeyer zur Stelle und findet eine Lösung. Ich bin gerne sein Pilotkunde«, resümiert Simon Kraft. GM

Service
Anwender: Schreinerei Kraft 97877 Wertheim, Tel.: (09342) 9356301 www.schreinereikraft.de
Maschine: Wood IQ Lohmeyer GmbH 97941 Tauberbischofsheim, Tel.: (09341) 89568-0, www.lohmeyer-iq.com
Aktuelles Heft
Titelbild dds - das magazin für möbel und ausbau 1
Aktuelle Ausgabe
01/2022
EINZELHEFT
ABO
dds-Messe-Ampel 2022

messe_eingang_salone_del_mobile_web

dds-Zulieferforum
Tischlerhandwerk in Zahlen

Zahl der Betriebe im Tischlerhandwerk

dds auf Facebook


dds auf YouTube

Im dds-Channel auf YouTube finden Sie:
– Videos zu Beiträgen aus dds
– Kollegen stellen sich vor
– Praxistipps-Videos
– Maschinen & Werkzeuge

Abonnieren Sie dds auf YouTube »