Serie: Digitale Produktion im Holzhandwerk, Teil 2

Mitarbeitermotivation in der digitalen Produktion

Bei internen IT-Projekten gilt es, sich nicht vom Zielkurs abbringen zu lassen und die Beharrlichkeit im Team aufrechtzuerhalten. Das zweite Leistungsfeld der Serie »Fit für morgen – die digitale Produktion« widmet sich dem Team.

Oft wird geklagt, dass Mitarbeiter zu wenig mitdenken und kaum Ideen haben. Das bezweifle ich. Es gibt eher zu viele Ideen, auch zu viele gute. Aber: unkoordinierte Ideen gefährden den Projekterfolg maßgeblich. Selbstverständlich kann die Lösung nicht darin bestehen, weniger Ideen zu haben oder diese gar zu ignorieren. Eine Verbesserungsidee entsteht meistens, während man sich mit der Thematik intensiver befasst. Mit der Konsequenz, dass die Idee völlig ungefiltert direkt in die Umsetzung oder den Umsetzungsplan einfließt. Was passiert dann? Man verzettelt sich und es entstehen ständig neue Baustellen. Der Projektfokus geht so Schritt für Schritt verloren. Die gut gemeinten Ideen werden immer mehr zur Gefahr für das Projekt. Eine strukturlose Eigendynamik ist die Folge, die Überforderung bei den Mitarbeitern wächst. Bei Unternehmen ohne feste Vision kommt dieses Problem sogar noch mehr zu tragen, da es keinen Magneten gibt, der das Projekt angesichts der vielen ablenkenden Ideen automatisch in die richtige Richtung lenkt.

Filter für Verbesserungsideen
Erfolgreiche Unternehmer drücken die meisten Ideen ganz bewusst weg, da zu viele Ideen verwirren und ablenken. Aber wie sieht die Lösung aus? Idee und Ideengeber gehören in einem Ideenbuch gesammelt. Egal ob Sie ein Unternehmen oder auch nur interne Projekte leiten, Sie brauchen diese Plattform um Ideen erst einmal zu parken. In der Wochenplanung werden diese anschließend gefiltert und priorisiert. Automatisch stellt man sich dabei die Frage, welche dieser Ideen bringen das Unternehmen weiter und das Projekt in Richtung Endziel. So manche Idee tut das nämlich nur unwesentlich und deshalb brauchen wir als Filter ein Ideenbuch!
Warum sollte man dabei auch den Ideengeber notieren? Viele gute Ideen kommen von Mitarbeitern. Stellen Sie sich mal vor, was passiert, wenn in einem späteren Meeting die Führungskraft behauptet »Ich habe da folgende Idee …«. Der Mitarbeiter wird sich hüten, eine seiner Ideen noch einmal zu äußern! Sie sollten stolz sein, wenn jemand aus Ihrem Team eine tolle Idee hat und dies dann auch kundtun. Für eine erfolgreiche Projektumsetzung brauchen Sie ein motiviertes und beharrliches Team. Um die Anfangseuphorie, das Interesse an einem Projekt über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, kann man sich eines einfachen Tricks bedienen. Das Schlagwort heißt Rituale! Ein Ritual ist eine wiederkehrende Tätigkeit und funktioniert auch ohne Willenskraft.
Rituale statt Disziplin
Für neue Projekte fehlt im Arbeitsleben sehr oft die Zeit. Neue Projekte erfordern viel Energie. Das Alltagsgeschäft raubt uns jedoch genau diese Energie. Ebenso wie das Team und oft sogar die ganze Firma reagieren wir, anstatt zu agieren. Aktives Projektmanagement ist dann nahezu unmöglich. Und was für das Unternehmen wirklich wichtig wäre, kommt zu kurz … Wie ist das möglich? Die Zeit können wir nicht managen, jedoch aber uns und unser Team. Es geht nur darum, unsere wertvollste Ressource, unsere Energie richtig einzusetzen. Früher war es am wichtigsten, diszipliniert zu sein – Selbstdisziplin. Heute wissen wir: Rituale sind sehr viel kraftvoller. Rituale sind geradezu das Gegenteil von Disziplin. Denn Disziplin erfordert Willenskraft, Rituale erlauben es uns, zu handeln, fast ohne zu denken.
Erkennen Sie den enormen Unterschied? Wir verändern alles, wenn wir uns auf die Energie konzentrieren, die wir steuern können, statt auf die Zeit, die wir nicht beherrschen können. Disziplin erfordert Willenskraft – und nichts kostet mehr Energie als Willenskraft. Darum klappt das so schwer mit der Disziplin. Willenskraft ist die höchste Form von Energie, die wir zur Verfügung haben. Der Willensmuskel erlahmt schnell. Rituale sind da die Lösung. Die müssen wir nur einmal etablieren und nach einer Eingewöhnungsphase läuft es dann wie von alleine.
Viermal im Jahr ein Ideenpool
Ein Beispiel, das die beiden Kernfragen dieses Berichtes wunderbar vereint: Veranstalten Sie viermal im Jahr einen Ideenpool – ein Meeting mit allen Mitarbeitern. Wenn Sie ein größeres Unternehmen haben, mit je einem Mitarbeiter aus jeder Abteilung. Jeder Mitarbeiter bekommt die Aufgabe, eine Verbesserung im Unternehmen vorzustellen. Er hat nicht nur den Grund, sondern auch den Vorteil zu nennen, der sich aus seiner Idee ergibt. Der Clou an der Sache ist, jeder Mitarbeiter muss selbst die Lösung für seine Idee erarbeiten und die benötigten Ressourcen ermitteln. Er muss berichten, wie viel Zeit und wie viel Kosten es der Umsetzung bedarf und wie lange es dauert bis sich diese Kosten amortisieren. Ihre Mitarbeiter werden so zu Unternehmern im Unternehmen. Ganz wichtig dabei: derjenige der die Idee hat, setzt diese auch um. Das bedeutet nicht, dass ein Mitarbeiter mit einer Idee für den IT Bereich, zwangsläufig ein Informatikstudium nachlegen muss. Das heißt nur, dass er dieses Projekt leitet und bis zum nächsten Ideenpool umzusetzen und zu verantworten hat.
Ob eine Idee umgesetzt wird, entscheidet das Team. Es wird sofort nach der Ideenvorstellung eine Entscheidung getroffen: Machen wir oder machen wir nicht. Erfahrungsgemäß sind Umsetzungsquoten von 80 Prozent keine Seltenheit. Wenn Sie zehn Mitarbeiter beschäftigen, könnten so pro Jahr 32 Ideen erfolgreich umgesetzt werden. Da geht richtig die Post ab! Vor allem bekommen Sie diese Ideen gratis, ohne Unternehmensberater und ohne externe Ressourcen. Und das wichtigste: Alle Ihre Mitarbeiter stehen hinter dieser Idee.
Ein gutes Team braucht nicht nur neue Ideen und ein gutes Zeitmanagement, um erfolgreich zu sein, es geht um viel mehr. Sind die Stellenbeschreibungen aktuell und finden Mitarbeitergespräche mit Zielsetzungen quartalsmäßig statt? Haben Sie ein effizientes Weiterbildungskonzept, damit Ihr Team auf dem aktuellen Stand bleibt und Ihr Unternehmen erfolgreich am Wettbewerb teilnehmen kann? Fangen Sie an und lassen Sie aus Ihrer Abteilung ein starkes und hochmotiviertes Team werden, dass sich für Ihr Unternehmen mit Elan und Freude an der Arbeit einsetzt!
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Das Thema der nächsten Folge im Juli heißt Informationen. Sie erfahren, was der Aktienkauf mit der Datenanlage gemeinsam hat und wie Sie innerhalb einer Minute prüfen können, inwieweit Ihr derzeitiges Ablagesystem dem eines erfolgreichen Unternehmens gleicht.

30-Minuten-Selbsttest
Wo stehe ich mit meiner AV und meinem Betrieb derzeit? Wo ist Handeln angesagt? Antwort gibt ein 30-Minuten-Selbsttest. AV-Line stellt diesen für die Leser dieses Beitrags auf Ihrer Homepage zum Download zur Verfügung: www.av-line-consulting.de
Die folgenden Teile dieser Serie beleuchten die einzelnen, möglicherweise vom Test benannten Handlungsfelder.

Markus Faust bezieht das Team stets mit ein, richtet es auf das Ziel und motiviert es. Er betreibt das auf Schreiner-AV spezialisierte Beratungsunternehmen AV-Line Consulting mit Sitz in Traunstein. www.av-line-consulting.de