Großer Auftritt, hoher Anspruch

Der von Volkswagen in Eigenregie entwickelte neue Crafter drängt ans Tageslicht – mit mehr Ladevolumen sowie einer Vielzahl von Antrieben, Derivaten und Assistenzsystemen will er vorbildliche Funktionalität mit höchster Qualität der Klasse vereinen.

Die Frontpartie nimmt unverkennbar Bezug auf das Design des Transporters T6, dem Herzstück der VW-Nutzfahrzeuge. Ihm soll nun mit dem neuen Crafter ein großer Bruder zur Seite gestellt werden, der in seinem Segment neue Maßstäbe in Robustheit und qualitativer Hochwertigkeit setzt. Fahrer werden in Sicherheit und Fahrkomfort durch verschiedene Assistenzsysteme unterstützt, so der sensorgesteuerte Flankenschutz, Assistenten zum Ein- und Ausparken sowie Assistenten für das Rangieren eines Anhängers. Darüber hinaus halten optional Assistenten Einzug, die sonst nur im PKW zu finden waren: automatische Distanzregelung, ein aktiver Spurhalteassistent und ein Assistenzsystem für den sicheren Spurwechsel, Müdigkeitserkennung sowie City-Notbremsfunktion. Serienmäßig sind der bekannte Seitenwindassistent und eine Multikollisionsbremse an Bord.

Jetzt geht noch mehr rein
Mit Frontantrieb bietet der Crafter bis zu 18,4 m3 Ladevolumen bei einer Laderaumhöhe von 2196 mm, Laderaumlänge von 4855 mm und einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,0 bis 4,0 t. Mit einer Durchladebreite von 1380 mm zwischen den Radkästen spricht VW von klassenbesten Packagemaßen. Mit Antrieb im Heck reicht das zulässige Gesamtgewicht von 3,5 t bis 5,5 t. Die Durchladebreite konnte bei schweren Fahrzeugen mit Zwillingsbereifung gegenüber dem Vorgängermodell auf über ein Meter erhöht werden. Über alle Derivate hinweg bietet der neue Crafter die größte Kapazität seiner Klasse für die Zuladung von Euro-Paletten und Roll-Containern: In der längsten Variante finden bis zu neun Roll-Container Platz. In der mittleren Längenvariante mit Single-Bereifung können sechs Euro-Paletten (1200 x 800 mm) oder vier Euro-3-Paletten (1000 x 1200 mm) geladen werden. Die Beladung ist aufgrund der 1311 mm weiten Öffnung der Schiebetür, einer minimalen Ladekantenhöhe von 570 mm bei den frontgetriebenen Versionen und mit einer optionalen 270°-Öffnung der Hecktüren vereinfacht. Trittstufen über die halbe oder ganze Breite des Hecks können für alle Antriebsvarianten geordert werden. Der Ladeboden ist mit Schrankaufnahmen für die gängigen Anbieter sowie Längs- oder Querschienen mit Airlineprofilen ausgestattet.
Für den neuen Crafter gibt es ein breit gefächertes Derivateangebot. Geschlossen als Kastenwagen oder Kombi in verschiedenen Längen und Höhen, offen als Einzel- oder Doppelkabine mit verschiedenen Längen und Aufbaulösungen wie Pritschenwagen, mit Koffer oder auch Kippvorrichtung. Abhängig von der Antriebsart und Tonnage sind die Fahrzeuge auf ihrer Hinterachse mit Einzel- oder Zwillingsbereifung ausgestattet. Abgestimmt auf das Angebotsspektrum ist der Crafter mit Front-, Heck- oder Allradantrieb bestellbar. Bei allen Antriebsarten besteht die Wahl zwischen Schalt- und Automatikgetriebe.
Neues Fahrwerk und Motoren
Der Crafter erzielt mit neuen EU6-Motoren und der optimierten Karosserie einen geringeren Verbrauch und niedrigere Emissionswerte als der Vorgänger. Der weiterentwickelte 2-l-TDI-Motor ist für EU6-Märkte für Fahrzeuge mit Frontantrieb in drei verschiedenen Leistungsstufen verfügbar: es stehen 75 kW (102 PS) sowie 103 kW (140 PS) oder als BiTurbo-TDI 130 kW (177 PS) zur Verfügung. Der Motor ist quer eingebaut und um acht Grad nach vorne geneigt, sodass mehr Platz für Fahrer und Ladung zur Verfügung steht. Die Maschine soll im Kurzstreckenbetrieb ebenso wie im Langstreckenverkehr langlebig und zuverlässig sein. Die wichtigste Innovation im Bereich des Fahrwerks stellt die elektromechanische Servolenkung dar. Sie regelt geschwindigkeitsabhängig die Hilfskraft beim Lenken und steigert die Agilität des Fahrzeugs. Wir werden den neuen Crafter demnächst im Praxistest genauer unter die Lupe nehmen. –JN

Steckbrief

Den neuen VW Crafter hat Volkswagen in Eigenregie entwickelt. Der Vorgänger wurde als Zwilling zum Sprinter in Kooperation mit Mercedes gefertigt. Entsprechend hoch liegen die Erwartungen. Volkswagen verspricht für diese Fahrzeugklasse bisher unerreichte Robustheit und Hochwertigkeit. Der neue Crafter wird im VW-Werk Poznan in Polen hergestellt.