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Unternehmenscockpit Teil 8: Montageeffektivität

Effektivität entscheidet

Neben der Rabattfalle und Liquiditätsproblemen ist die Montageeffektivität der dritte große Baustein, der über Erfolg und Misserfolg entscheidet.. Oft liegt es daran, dass die Montageeffektivität gar nicht (richtig) gemessen wird und wertvolle Zeiten einfach verloren gehen.

Die Montageeffektivität misst, wie viele Montagestunden von allen ausbezahlten Arbeitsstunden auch tatsächlich vom Kunden bezahlt werden. Monteure arbeiten folglich nur dann produktiv, wenn sie an echten Kundenaufträgen arbeiten. Jede andere Tätigkeit mindert die Effektivität.

Der größte Schaden jedoch ist nicht der verminderte Ertrag des laufenden Auftrages. Die unproduktiven Zeiten hätten, rechnet man sie zusammen, dazu genutzt werden können, neue Kundenaufträge zu erledigen. Diese nicht realisierten Erträge sind das eigentliche Problem.

Der Klassiker sind die berühmten Tankstellenbesuche, wenn ein Team auf dem Weg zum Kunden noch auf einen Kaffee an der (Lieblings-)Tankstelle vorbeifährt. Um dorthin zu gelangen, fährt man meist einen kleinen Umweg. Die Monteure suchen einen Parkplatz, stellen sich am Kaffeeautomaten an (übrigens: morgens sind Tankstellen die besten Stellenmärkte!), können den heißen Kaffee nur langsam trinken, halten noch ein Schwätzchen und fahren wieder zur eigentlichen Route Richtung Kunde. Der ganze Vorgang dauert, vorsichtig gerechnet, 15 Minuten. Bei zwei Monteuren ist das bereits eine halbe Stunde Unproduktivität. Wenn nachmittags das gleiche Prozedere erfolgt, ist man schon bei einer Stunde pro Team und Tag. Bei einem Stundensatz von 50 Euro pro Stunde, entspricht dies am Tag 50 Euro, in der Woche 250 Euro, im Monat 1000 Euro, im Jahr (unter Berücksichtigung von Urlaub) 11 000 Euro und bei z. B. drei Teams insgesamt 33 000 Euro. Für’s Kaffeetrinken an der Tankstelle!

Neben diesen Tankstellenbesuchen sind es insbesondere Restarbeiten, Kundendienste, Mehrzeiten, unklare Abläufe, Schraubensuche, Baumarktfahren, Parkplatzsuche und ein unzureichender Informationsaustausch zwischen Verkauf und Montage, um nur einige zu nennen, die zu einer verminderten Effektivität führen.

Eine hohe Effektivität erfordert auch möglichst exakte Vorgabezeiten. Die Arbeiten sollen dazu in der vorgegebenen Zeit auch tatsächlich in der erwünschten Qualität fertiggestellt werden können. Es nützt nichts, wenn zu knapp kalkuliert wird, den Monteuren zu wenig Stunden vorgegeben und dem Kunden zu wenig Stunden in Rechnung gestellt werden. Verkaufte Stunden müssen den vorgegebenen Stunden für die Monteur entsprechen. Jede Mehrarbeit mindert die Effektivität. Daher müssen alle Aufträge auch zeitlich nachkalkuliert werden. Jede Abweichung von Soll- zu Istzeiten ist zu analysieren. Außerdem müssen pro Mitarbeiter die monatlich ausgezahlten Arbeitsstunden zu den vom Kunden bezahlten Montagestunden ins Verhältnis gesetzt werden.


Montageeffektivität

= Verhältnis der vom Kunden bezahlten Montagestunden zu allen ausbezahlten Arbeitsstunden

Zielwert: 85 %

Maßnahmen zur Verbesserung

 realistische Vorgabezeiten
 Nachkalkulation und Soll-Ist-Analyse
 Vermeiden von Restarbeiten
 exakte Montageplanung auf Stundenbasis
 detaillierte Vorbereitung jedes Auftrages
  Suchzeiten vermeiden
  Pünktliches Ausbuchen nach der Arbeit


Armin Leinen ist Experte für Mitarbeitermotivation und Kundenbegeisterung im Handwerk. Er gibt seine langjährige praktische Erfahrung in Form von Vorträgen, Seminaren und Coachings weiter. Infos: www.arminleinen.com


Serie

Unternehmenscockpit

In dieser dds-Serie stellt Armin Leinen die wichtigsten Kennzahlen vor, mit denen sich ein Handwerksbetrieb effizient steuern lässt.