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Mit Kontrasten gestalten

Möbel
Mit Kontrasten gestalten

Jährlich entdecken Trendscouts der Dekorhersteller neue Galaxien aus Farben und Hölzern, doch weißer Lack und weißer Schichtstoff dominieren standhaft den Innenausbau. Zwei Projekte der Tischlerei Lamp & Sohn aus Köln zeigen, dass es gelungene Ausnahmen gibt.

Endlos weisse Fronten, einst Inbegriff der Langeweile industrieller Korpusmöbel, haben den handwerklichen Innenausbau erobert und stehen inzwischen als Synonym für Purismus und guten Geschmack. Seltener geworden sind das Bedürfnis und der Mut, vielleicht aber auch die stilistische Sicherheit, mit Materialien und Farben Kontraste zu setzen. Und wirklich lauern Gefahren an jeder Ecke: Von der bewusst gewählten lauten Kollage aus kräftigen Farben und wechselnden Materialien ist es nur ein kleiner Schritt zur Materialschlacht ohne Zusammenhang. Weiß in weiß, da kann man nicht viel verkehrt machen. Allerdings auch nicht alles richtig. Ermutigend, dass aus einem Betrieb gleich mehrere Beispiele dafür kommen, wie es auch anders geht: Die Schreinerei Lamp & Sohn aus Köln hat in den letzten Jahren Innenausbauten umgesetzt, welche die Vielfalt der zur Verfügung stehenden Materialien mit Augenmaß zur Geltung bringen. »Wir haben große Freude an der Farbe«, sagt Marcel Lamp, der mit seinem Bruder Frank das Unternehmen führt. Bei manchen Aufträgen sind der eigenen Kreativität durch externe Planer enge Grenzen gesetzt, bei anderen können die Kölner in die Vollen gehen. Zum Beispiel bei der Einrichtung eines Privathauses in Köln. Die belebten Fronten in Garderobe und Flur gehen auf einen Vorschlag der Tischler zurück; das Gästebad mit dem kräftigen Magentafarbton zu gestalten, war ein Wunsch der Kundin. Hier haben die Tischler die Blechklappe des Wäscheschachtes durch ein Rahmentürchen ersetzt. Der Bereich um den Waschtisch ist mit rückseitig grün lackiertem Glas ausgekleidet, der Unterbau des Waschtisches besteht aus lackierter MDF. Der Griff ist eine Sonderanfertigung und dient auch als Handtuchstange. Die Wandflächen seitlich des Spiegels sind gestrichen, sie nehmen den Lackton auf. Mit überschaubarem Aufwand könnte das Farbkonzept geändert werden. »Wenn wir dürfen, versuchen wir auch viel einzubringen. Man merkt schnell, ob das gewollt ist. Es ist wichtig, die Möglichkeiten aufzuzeigen – dann sieht der Kunde plötzlich, ganz so abwegig ist das gar nicht!« Und wenn doch wieder alles weiß sein soll? »Dann schalten wir den Kopf ab«, schmunzelt Lamp.


Steckbrief

Innenausbau: Lamp & Sohn GmbH, 50859 Köln. Die auf privaten Innenausbau und Innenausbau im Objekt spezialisierte Tischlerei hat zur Zeit 16 Mitarbeiter, davon vier Auszubildende und fünf Bürokräfte.
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