Gestaltung

Freizügige Niederlande

Zwölf junge holländische Designer präsentierten im Amsterdamer Rotlichtviertel ihre Möbelkunst in den Fenstern, in denen sonst Prostituierte Kontakt zu ihren Freiern anbahnen. Wir zeigen ausgewählte Objekte der ungewöhnlichen Ausstellung.

Die Lust zur Provokation gehört so sehr zum niederländischen Design, wie man Deutschen die Pedanterie nachsagt. Aufzufallen durch die Veränderung von Vertrautem ist ein zentrales Motiv. Die Ausstellung »Idyll« hat Möbel in einen Kontext gestellt, der mit Sinneslust und Zeigefreudigkeit verbunden wird: Zwischen der Centraal Station, Nieuwmarkt und Dam, wo der größte Teil des Amsterdamer Rotlichtmilieus verortet ist, zeigten die Designer ihre Werke, aber auch in den kleinen rot beleuchteten Fenstern in Nieuw Zuid zwischen Spuistraat und Singel und in der Pijp entlang der Ruysdaelkade. Da die Ausstellung kaum angekündigt war, fanden sich zuerst nur zufällig Besucher ein, die aus Neugierde oder eindeutiger Absicht im Rotlichtviertel unterwegs waren. Sie trafen auf Lustobjekte, die zum Anfassen, Begreifen und Benutzen einladen, als unverblümte Parallele zur käuflichen Liebe. Die Niederländische Designszene zieht ein Publikum an, das Konfrontation toleriert und erwartet. Manch einer machte sich sogar auf den Weg, alle zwölf Objekte zu besichtigen, neben Möbeln auch Lampen und freie Arbeiten – vollständig zu sehen unter www.idyllgroup.com. Ausstellungen in weiteren Städten sind geplant! JN

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