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Schreiner oder Monteur: Was bringt die Zukunft?

Wandel im Handwerk
»Schreiner / Monteur gesucht«

Montageroboter auch für Schreiner?
Das Bohren von Deckenlöchern zählt zu den belastenden Routineaufgaben auf der Baustelle. Hier übernimmt dies ein Jaibot-Roboter Foto: Hilti Deutschland AG
Neben den klassisch ausgebildeten Tischler- und Schreiner-Gesellen etablieren sich zunehmend auch handwerksnahe Spezialisten an der wichtigen Schnittstelle zum Kunden.

Stellenanzeigen sprechen nicht allein den Tischler/Schreiner (m/w/d) an, sondern anstelle dessen den Monteur (m/w/d). Dieser bietet mitunter Kompetenzen, die in der traditionellen Berufsausbildung nicht, nur am Rande oder erst als Zusatzqualifikation vorgesehen sind. Doch während sich die Deligierten der Tischler und Schreiner noch leidenschaftlich streiten, ob es einer Ausbildung zum «Tischler-/Schreinermonteur» bedürfe – dieser Streit geht schon über 15 Jahre –, hat die Industrie Fakten geschaffen. Die »Fachkraft für Küchen-, Möbel- und Umzugsservice« und der/die »Holzmechaniker/-in der Fachrichtung Montieren von Innenausbauten und Bauelementen« sind anerkannte Ausbildungsberufe mit den entsprechenden Regelwerken. Weiterbildungen wie die »IFT-Montagefachkraft für Fenster und Türen« der Technischen Hochschule Rosenheim qualifizieren für Führungsaufgaben.

Mehr Service und Beratung vom Schreiner

Die Arbeit in den Räumen des Kunden ist also keineswegs eine rein körperliche. Hier entscheidet sich, wie der Kunde oder die Kundin das erworbene Produkt und den gesamten Betrieb wahrnimmt – und ob mit einem Auftrag Geld verdient wird. Muss aufgrund schlechter Vorbereitung mehrfach angefahren werden oder wird gar das neue Fensterelement, Möbel oder Kundeneigentum vom eigenen Team beschädigt, ist die Marge schnell dahin. Ein guter Tischler, Schreiner oder Monteur hingegen akquiriert durch überzeugende Beratung gleich den Folgeauftrag. Relevant für die Schlussrechnung ist eine nachvollziehbare und vom Kunden quittierte Dokumentation der erbrachten Leistungen und der Zusatzarbeiten, am besten direkt digital mit Schnittstelle zum Firmensystem.

Neben dieser betriebswirtschaftlichen und technischen Aufwertung des Montageberufs wird dieser auf juristischer Seite immer anspruchsvoller. Das Team vor Ort muss Gesundheitsgefahren wie Asbest erkennen und adäquat behandeln. Bei der Arbeitsvorbereitung und beim morgentlichen Laden ist an persönliche Schutzausrüstung für jedes Chemie- und Reinigungsprodukt zu denken. Wird zugekaufte Ware direkt zur Baustelle geliefert, liegt die Qualitätskontrolle meist beim Monteur. Regelungen zu Fahr- und Arbeitszeiten werden schon aus eigenem Interesse befolgt.

Handwerkliche Tätigkeiten gelten bei Schulabsolventen oft als körperlich belastend und damit unattraktiv. Abhilfe bieten moderne Hilfsmittel, wie Exoskelette und neue Hebesysteme für die Baustelle. Bei entsprechend großen Objekten können künftig Roboter zum Einsatz kommen. Das sieht futuristisch aus – und macht das Tischler-, Schreiner- und Montage-Handwerk moderner und vielleicht auch attraktiver.

Wandel der Menschen

All diese Beispiele zeigen, wie sich der berufliche Alltag der Tischler, Schreiner und Monteure ändert – weil sich die Menschen wandeln. Die Menschen, und damit auch die Kunden, erwarten heute in vielen Bereichen mehr. Mehr Transparenz hinsichtlich der Termine und Preise, mehr Qualität, mehr Service. Aber auch die Menschen in den eigenen Reihen erwarten mehr. Mehr Schutz der eigenen Gesundheit, mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten, mehr Überzeugungskraft beim Recruiting und bei der weiteren Bindung. Dazu finden Sie auf dds-online vertiefende Beiträge und aktuelle, branchentypische Beispiele und Meinungen:

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