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Klaus Scherer fertigt Thermoskannen aus Holz

Thermoskannen aus Holz von Klaus Scherer
Vom Ideal der Nachhaltigkeit

Klaus Scherer setzt sich für Konsumgüter aus nachwachsenden Rohstoffen ein. Seine Thermoskannen aus Holz fertigt er bisher aufwendig als Einzelstücke.

Einen Tag lang arbeitet Klaus Scherer, um eine Kanne fertigzustellen. Zuvor hat er den Rohling aus frisch gefälltem Fichtenholz etwa einen Monat liegen lassen und für den Glaseinsatz aufgebohrt. In den eigenen Spänen trocknet er ihn drei bis vier Wochen weiter, so bilden sich keine Risse. Dann erst kann er fertig bearbeitet werden. Scherer drechselt auf seiner alten Geiger-Drechselbank.

Von Beruf war er Lehrer, doch das Holz hat ihn nie ganz losgelassen: Großvater und Vater haben in Fürth eine Möbelfabrik betrieben, er selbst hat auch einen Gesellenbrief als Schreiner. Der kommt ihm nun für sein Hobby zugute: Er ist im Ruhestand und hat Zeit für die alte Leidenschaft. Die Außenform der Kanne drechselt er mit Drehröhren.

Der Gießrand aus Bergahorn oder Akazie wird aus einer Scheibe gedrechselt und dann auf den Zylinder geleimt. Eine hohe Kunst ist es, ihn so zu gestalten, dass sich beim Gießen keine Tropfen bilden! Wo der Glaszylinder anstößt, wird eine Gummidichtung in eine Nut gesetzt. Der Boden drückt den Glaseinsatz gegen die Dichtung. Er ist mit einem Holzgewinde aus Weißbuche in den Zylinder eingebracht.

Der Verschluss ist aus Bergahorn gedrechselt und mit Naturkork verleimt, der sich im Glaseinsatz durch Feuchtigkeit ausdehnt. Auch der Griff besteht aus Bergahorn und ist mit Edelstahlschrauben mit dem Korpus verschraubt. Der Schraubenkopf wird durch einen Deckel aus Padouk verdeckt. Die Oberfläche der Kanne ist mit lebensmittelechtem Öl und Wachs behandelt. Glaseinsatz, Gießrand und Griff können ausgewechselt werden. Auch das ist Nachhaltigkeit!

Wenn sogenanntes Käferholz rechtzeitig gefällt wird, könnten auch daraus Kannen gefertigt werden. Auch Kannen aus Kirsche hat Scherer schon gemacht, die haben allerdings mehr Gewicht. Grundsätzlich wäre jede Holzart möglich. Die Erfahrung hat gezeigt, dass das Holz am besten noch grün gedrechselt und einen Monat vorher gefällt wird. So entsteht weniger Staub bei der Bearbeitung, die Späne trocknen schnell und saugen die Feuchtigkeit aus dem Werkstück, ohne dass es Risse bekommt.

Hersteller gesucht

Für designbetonte Kannen aus Metall geben Kunden gern mal 180 Euro aus. In dieser Liga müsste auch die Kanne von Klaus Scherer spielen, um wirtschaftlich hergestellt werden zu können. An Vertriebspartnern mangelt es nicht, aber mit der aufwendigen Fertigung will sich niemand befassen. Da nützt es nichts, dass Scherer 2019 in Nürnberg mit dem Kreativpreis der IHK und von der IENA Erfindermesse als »Kreativster Kopf Frankens« ausgezeichnet wurde! Wer sich herausgefordert fühlt, findet in Klaus Scherer einen Partner, der sich nicht bereichern möchte – den Erlös der Kannen möchte er für nachhaltige Zwecke spenden. –JN


Kontakt

Klaus Scherer hat bereits einige interessierte Vertriebspartner für seine beim deutschen Marken- und Patentamt geschützte Kanne gefunden. Es fehlt aber noch ein Hersteller, der das Produkt in Serie fertigen kann! Kontakt unter: ks-holzdesign@gmx.de

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