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Einbauschrank mit Tücken

Marketing & Betriebsführung
Einbauschrank mit Tücken

Für eine Dachgeschosswohnung soll eine Schrank-Regal-Kombination konstruiert werden (vgl. dds 10/04, S. 60). Verschiedene CAD-Anbieter beschreiben, wie dies mit ihrem Programm bewerkstelligt wird.

Die von den CAD-Anbietern gelieferten Lösungen für das „Schrankregal“ unter der Dachschräge unterscheiden sich in der Genauigkeit der Ausführung doch erheblich. So sind die Beiträge zu CAD+T und Pytha mehr als prinzipielle Lösungsansätze zu verstehen, die nur bedingt Rückschlüsse auf den tatsächlichen Bearbeitungsaufwand zulassen. Jürgen Roth


CAD+T
In CAD+T wird unser Möbel aus zwei Standardschränken zusammengesetzt. Eine Besonderheit des Programms besteht darin, dass 3-D-Körper als Dachschrägen deklariert werden können, denen sich die CAD+T-Standardschränke automatisch anpassen. Zur Lösung der Aufgabe wird deshalb zunächst mit den Funktionen des Basisprogramms AutoCAD ein den Raumvorgaben entsprechender Extrusionskörper erzeugt. Diesen kennzeichnet man sodann als Dachschräge. Nachdem Abmessungen und Details der Aufteilung und Ausführung im Dialog festgelegt sind, werden die Standardschränke unter dieser Dachschräge platziert. www.cadt.at

Pinncalc DaVinci
Zur Konstruktion des Schranks unter der Dachschräge wird in DaVinci zunächst ein Hilfslinienraster eingegeben. Im Gegensatz zum Großteil der CAD-Programme arbeitet das Hilfslinienraster nicht mit einem globalen Abstand. Stattdessen wird hier eine Art „Gerüst“ definiert, entweder über relative Linienabstände oder, wie in diesem Fall, durch Angabe der absoluten Positionen. Die Lage der Hilfslinien wird im Dialog „Orthogonale Hilfslinien“ festgelegt. Die erforderlichen Eingaben sind für die Breite 0, 1000 und 1200 (Lage der linken Seite, Mittelseite und rechten Seite des Schranks). In Y-Richtung legen die Linien bei 0 und 500 die Schranktiefe fest. Die dritte Linie bei -1500 (also 1500 mm vor der Schrankfront) wird nachher zur Konstruktion der Schräge benötigt und definiert den Knickpunkt zwischen Dachschräge und Decke. Die Hilfslinien in Z-Richtung sollen bei den Höhen 0 (Fußbodenoberkante), 800 (Kniestock) und 2300 (Deckenunterkante) liegen. Gegebenenfalls sind nun noch bei allen drei verwendeten Eingabezeilen des Hilfslinien-Dialogs die Häkchen bei „relativ“ zu entfernen. Nach Bestätigen des Dialogs kann in der Seitenansicht die Hilfslinie für den Verlauf der Dachschräge eingezeichnet werden.
Es folgt der Aufruf des Schrankbefehls für einen Dachschrägenschrank mit Dachschräge hinten, einer Mittelseite und ohne Konstruktionsboden. Im Dialog werden dann die bekannten Abmessungen eingetragen (siehe Abbildung). Das unbekannte Maß für die Gesamthöhe lässt sich (nach Betätigen der Schaltfläche […] hinter dem Eingabefeld) direkt aus der Zeichnung abgreifen. Hierzu ist in der Seitenansicht der Schnittpunkt der beiden Hilfslinien für die Dachschräge und die Schrankfront zu fangen. Um rechts (Regal) eine offene Seite zu erhalten, wird der Schrank unter „Korpus“ entsprechend als Anbaukorpus deklariert. Abschließend werden für den linken und rechten Bereich getrennt die Fronten (zweiteilige Tür bzw. einteilige Blende) festgelegt. Einen Einlegeboden erhält zunächst nur der linke Bereich. Nach Bestätigen des Dialogs erzeugt DaVinci den Schrank. Dieser muss nun noch etwas nachbearbeitet werden, wozu er zunächst mit „Objekt auflösen“ in seine einzelnen Bestandteile „zerlegt“ wird. Sodann werden die rechte Rückwand und der Sockel gelöscht; Boden und Deckel erhalten über „Eigenschaften“ rechts jeweils eine Kante. Anschließend bekommt der Schrank mittels Sockelzug einen neuen, passenden Sockel. Als neue Rückwand für das Regal wird eine 19-mm-Platte eingesetzt und mit der Funktion „Winkel“ passend zum Deckel an der oberen Kante abgeschrägt. Abschließend sind noch die Einlegeböden für das Regal einzufügen. Werden diese mittels „Bereich“ gleichmäßig über die gesamte Höhe verteilt, so ist der oberste Boden ebenfalls noch entsprechend abzuschrägen. www.pinncalc.de

Pytha
Nachdem die Grundgeometrie der Raumsituation konstruiert wurde, kommt Pythas „Schrank-Wizard“ zum Zuge. Hier werden Abmessungen, Teilungen, Ausführung der Fronten etc. dialoggesteuert festgelegt. Der (noch quaderförmige) Grundkorpus wird anschließend ans Modul „Einga“ übergeben und an der gewünschten Position platziert. Dort wird er mit dem Bauteil-Werkzeug „Schnittebene“ entsprechend der Dachschräge gekappt. Ergänzungen, wie der jetzt erforder- liche neue Deckel, sowie alle weiteren Modifikationen der Platten erfolgen ebenfalls mit den Werkzeugen des Einga-Moduls. www.pytha.de
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