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Vor-Sicht jetzt implementiert

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Vor-Sicht jetzt implementiert

Sitzen die Spanner am richtigen Ort oder kommt es zu einem Crash? Die Bewegungsabläufe auf dem Bearbeitungszentrum erweisen sich vor allem für den Ungeübten als schwer vorhersehbar. Vorsicht ist angesagt. Eine Vor-Sicht auf den Programmablauf verschafft Ima mit einer 3-D-Simulation auf dem Bildschirm. Die Version 8.0 von ImaWop lässt sich damit ausstatten.

Einzelstücke sind das tägliche Brot vieler Holzbearbeiter. Gut eingespielte Programmierer und erfahrene Maschinenführer kommen damit meistens gut zurecht. Für den noch Unerfahrenen, oder nur gelegentlich am Bearbeitungszentrum arbeitenden erweist sich die Einzelstückfertigung als belastend, weil er die Bewegungsabläufe nur sehr schwer vorhersehen kann und stets mit einem Maschinencrash rechnen muss. Abhilfe schafft ein Probelauf. Der Zeitbedarf und hohe Kosten für Probewerkstücke sprechen aber eher dagegen.

Mit einer optionalen 3-D-Simulation bietet die Version 8 des Programmiersystems »ImaWop« jetzt eine detaillierte Vor-Sicht, und zwar ohne kostbare Maschinenzeiten in Anspruch zu nehmen, ohne Probewerkstücke, ohne Späne und ohne Risiko. Die Software kennt die Abmessungen der Maschine und des Werkstückträgersystems. Die Abmessungen der Spanneinheiten sind mit vielen Einzelheiten bekannt, ebenso die Werkzeuge und die Adapter.
Probestück auf dem Bildschirm
Das Simulationsmodul von ImaWop zeichnet ein getreues Abbild der Maschine als virtuelles Modell, auf das sich virtuelle Rohwerkstücke aufspannen lassen. Es folgt der virtuelle Bearbeitungsprozess. Auf dem Bildschirm kann der Programmierer alle Bearbeitungen am Werkstück im Zeitraffer verfolgen. Arbeitet ein Profilfräser, kann er am virtuellen Werkstück das gefräste Profil erkennen. Abgefräste Reststücke fallen tatsächlich nach unten, wenn der Programmierer keinen Sauger zum Festhalten vorgesehen hat. Das ist nicht immer gewünscht. Statt beispielsweise große Reststücke aus den Hohlräumen im Maschinengestell herauszufischen, kann er sie, sofern es das Programm vorsieht, einfach vom Sauger entnehmen.
Ist das im Programm vorgesehene Werkzeug das richtige? Ist die Einspannung korrekt oder kollidiert ein Maschinenteil, zum Beispiel die Absaughaube, mit Werkstücken oder Spannelementen? Wie verhält sich die Maschine in kritischen Ecken oder engen Bereichen? Entstehen durch unbeabsichtigte Ausgleichsbewegungen Bearbeitungsfehler? Selbst den Bewegungsablauf während des Werkzeugwechsels stellt die 3-D-Simulation von ImaWop korrekt dar. So ist ersichtlich, ob das Werkzeug in korrekter Stellung abgelegt wird, ohne die Nachbarwerkzeuge zu behindern.
Übersichtlich und ungefährlich
Gerade im 5-Achs-Betrieb ist bei der reinen flächenbezogenen Programmierung die Bewegung des kardanisch aufgehängten Fräskopfes nicht ersichtlich, umso besser ist die Vorführung der Arbeit in Realzeit und mit den echten Konturen, aber eben nur am Bildschirm im Büro. Völlig ungefährlich und effektiver, als wenn beim Probelauf der Maschinenführer vor den Trittmatten auf Knien hockend von unten unter die Absaugung zu schauen versucht und dennoch nicht genug sieht. Zudem kann er die Ansicht so drehen und zoomen, dass kritische Stellen hervorragend erkennbar sind. Deutlich wird die Arbeit der Werkzeuge ersichtlich, wenn die eigentliche Maschine ausgeblendet wird oder nur schemenhaft erkennbar ist.
Die Simulation hilft Fehler auszumerzen und zuverlässig einwandfrei laufende Programme zu erzeugen. Von all dem ahnt der Maschinenführer, wenn er nicht selbst programmiert, nichts. Er bekommt Angaben zur Einrichtung der Maschine und ein Programm, das sofort fehlerfrei läuft.
Selbst wenn man Wop, die werkstattorientierte Programmierung, wörtlich nimmt und der Maschinenführer selbst programmiert, ist die 3-D-Simulation für ihn eine wertvolle Hilfe. Während die Maschine mit anderen Bearbeitungen beschäftigt ist, optimiert und testet er seinen neuen Bearbeitungsablauf so lange, bis alles fehlerfrei und ohne Kollision läuft.
Ermittelt Bearbeitungszeiten
Neben der Optimierung der Bearbeitungsreihenfolge bietet die 3-D-Simulation eine realistische Berechnung der Bearbeitungszeit. Im Hintergrund läuft das aktuelle CNC-Programm ab. Jede Fahrbewegung mit den tatsächlichen Fahrgeschwindigkeiten, alle Schalt- und Verweilzeiten sowie die Werkzeugwechselzyklen liegen dieser Zeit zugrunde.
Die 3-D-Simulation im ImaWop ist trotz allem Detailreichtum und aller Genauigkeit programmtechnisch sehr schlank gehalten, sodass sie auf einem normalen PC im Zeitraffermodus läuft. Wer täglich programmiert, hat viele Hilfen nicht nötig. Alles geht in Fleisch und Blut über. Das ist aber nicht für alle Maschinenbetreiber der Tagesablauf. Bewährte und ständig wiederkehrende Programme mit Parametereingabe über die EDV oder Barcodeaufkleber befreien sie oft von den Programmieraufgaben. Wenn dann doch mal etwas Neues herzustellen ist, schlummert das Wissen tief im Gedächtnis.
Praktische Begleitinfos
Anfängern und denjenigen, die nur gelegentlich zu programmieren haben, bietet ImaWop neben der Simulation Unterstützung in Form von Hilfsgrafiken. Ab Version 8 geht die Unterstützung jetzt noch einen Schritt weiter.
Für jeden Parameter beziehungsweise jedes Eingabefeld blendet die Software eine Hilfsgrafik ein, wenn der Mauszeiger oder der Cursor auf diesem Feld steht. Handelt es sich um ein Maßeingabefeld, sind in der Hilfsgrafik die Maßbezüge wie in einer Zeichnung mit Maßlinien und Pfeilen erkennbar. Kleine Details hebt eine Lupe deutlich heraus. Bei Bedarf poppt auf dem Bildschirm ein Tooltipp neben dem Cursor auf und gibt Hinweise für den nächsten Schritt oder zeigt spezielle Werte gemäß der momentanen Anforderung an.
Häufig genutzte Eingabemenüs stehen in einer eigenen Symbolleiste als Thumbnail stets auf dem Bildschirm, bereit für den schnellen Zugriff. ImaWop bietet dem Anwender die Möglichkeit, sich die Software mit eigenen Icons auf die Arbeitsweise zuzuschneiden.
Mit drei Augen gleichzeitig sehen kann keiner. Deshalb bietet die Version 8 an, mehrere Fenster mit Ansichten in 2-D und in 3-D auf das Werkstück anzulegen. Für jeden Programmierschritt steht somit die beste Ansicht im Vordergrund. Unnötig zu sagen, dass sich alle Schritte in allen Ansichten gleichzeitig aktualisieren. Für die weitere Bearbeitung von Flächen, die mit der 5-Achstechnik geschnitten wurden, wird das Werkstück so gekippt dargestellt, dass diese schräg liegende Fläche senkrecht steht. Das erleichtert die weitere Dateneingabe. Maßbezüge von der Ober- oder der Unterkante oder von Schnittecken werden automatisch auf die Fläche mit den jeweiligen Winkeln umgerechnet. Mehr Übersicht geht kaum noch.
Ima Klessmann GmbH 32312 Lübbecke, Tel.: (05741) 331-0, Fax: -420 www.ima.de

Kompakt ImaWop 8.0
ImaWop ist das Programmiersystem aus dem Hause Ima Klessmann. Die neue Version 8.0 erleichtert mit der optionalen Simulation und einer besonders übersichtlichen Benutzeroberfläche die Arbeit. Ima liefert neue »Bima«-Bearbeitungszentren mit ImaWop 8.0 aus. Alte Installationen lassen sich auf ImaWop 8.0 updaten.
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