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Hält es, was es verspricht?

Maschinen & Anlagen
Hält es, was es verspricht?

Auf der Ligna 2013 stellte AKE sein neuartiges Kreissägeblatt SuperSilent vor. dds besuchte den Kollegen und Anwender Jörg Gonser und fragte ihn, ob es bei ihm im tagtäglichen Einsatz auch so sauber und leise schneidet wie auf der Messe.

Jörg Gonser in Albstadt-Laufen fertigt einen Würfel mit 150 mm Kantenlänge aus der acrylbeschichteten »Senosan«-Hochglanzplatte mit Schutzfolie. Auf Gehrung verbunden sieht so ein Würfel aus wie lackiert. Der Tischlermeister beschäftigt in seiner 500-m2-Werkstatt einen Gesellen, einen Lehrling und eine Teilzeitaushilfe. Er beliefert überwiegend Privatkunden und fertigt alles außer Treppen und Fenster.

Zunächst wechselt Jörg Gonser an der Formatkreissäge das Kreissägeblatt »SuperSillent« von AKE ein, dass er vor vier Monaten gekauft hat. Weil es nur 2 mm dünn ist, muss er auch den Spaltkeil auswechseln. Der passende Vorritzer ist bereits montiert, jedoch fährt der Tischlermeister ihn nicht hoch: »Den Vorritzer brauche ich eigentlich nie. Die Schnittqualität ist auch so sowohl an der unteren als auch an der oberen Kante stets hervorragend.«
»Es geht auch ohne Vorritzer«
Weil bei dem neuen Sägeblatt der Sägezahnüberstand mit 1/10 mm viel geringer ist als bei einem normalen, muss er den Parallelanschlag neu eichen. Den Ablänganschlag am Querlineal muss er auch eichen, weil das Blatt fast halb so dünn ist wie ein normales. Bevor er die Maschine einschaltet, sagt er: »Jetzt brauche ich an der Säge keinen Gehörschutz mehr, das neue Sägeblatt höre ich kaum.« Zum Eichen schneidet er an beiden Anschlägen jeweils ein winziges Reststück zu, vermisst es mit der Schieblehre und gibt den Wert über das Eich-menü in die Maschinensteuerung ein.
Über das Bedienpaneel der Maschine lässt Jörg Gonser das Sägeblatt um 45° nach rechts schwenken und stellt den Parallelanschlag auf 150 mm. Der Tischlermeister legt ein Senosan-Reststück gegen das Querlineal auf den Schiebetisch und führt zunächst einen Besäumschnitt und dann einen Parallelschnitt aus. Den dabei entstandenen Streifen legt er längs gegen das Querlineal, führt einen Besäumschnitt aus, dreht ihn dann immer wieder um die Längsachse von der Unterseite auf die Oberseite, schiebt ihn gegen den Parallelanschlag und schneidet jeweils ein Quadrat ab. Bei dieser Arbeitsweise liegt die Gehrungsspitze beim Zuschnitt einmal auf der Plattenunter- und einmal auf der Plattenoberseite. Bei allen Werkstücken erweisen sich die Gehrungsspitzen als durchgehend scharf wie eine Messerschneide ohne Scharten oder Riefen.
Mit Weißleim und elastischem Klebeband ist der Würfel im Nu verleimt. Insgesamt hat die Herstellung des Würfels keine fünf Minuten gedauert. Als Jörg Gonser nach 20 Minuten die Klebstreifen und die Schutzfolien abzieht, zeigen sich alle Ecken als fugenlos, sauber und gleichmäßig.
Kennengelernt hatte Jörg Gonser dass »SuperSilent« auf der Ligna 2013 in Hannover, wo AKE es mithilfe einer Formatkreissäge auf seinem Messestand präsentierte (siehe auch »Bypass für Späne«, dds 07/2013, Seite 32). Die Schnittqualität, die niedrige Lautstärke und der geringere Kraftaufwand beim Schieben des Werkstücks haben ihn überzeugt. Nach den Sommerferien bestellte er das Werkzeug samt Vorritzer über seinen Maschinenhändler. Für das Sägeblatt bezahlte er rund 300 und für den Vorritzer etwa 200 Euro.
»Besser als gehobelt«
Das Sägeblatt nutzen Jörg Gonser und sein Geselle Roland Pfefferle jedoch nicht nur für den Plattenzuschnitt, sondern auch gerne für Massivholz. Zum Längsaufteilen dicker krummer beziehungsweise kippelnder Bretter verwenden sie es jedoch nicht. Jörg Gonser sagt: »Mit dem geringen seitlichen Überstand der Zähne gegenüber dem Sägeblattgrundkörper reagiert das Sägeblatt auf ein Kippeln des Bretts sofort. Es entsteht Reibwärme und das Blatt fängt an zu flattern. Dann ist es mit dem sauberen Schnitt vorbei. Liegt das Brett jedoch satt auf, erzeugt das Blatt hervorragende Schnittflächen, besser als gehobelt.« Eine Spezialität der Schreinerei Gonser sind Heizkörperverkleidungen mit diagonalen Stabgeflechten.
»Kein Plattensägeblatt mehr«
Die Materialersparnis beträgt mehr als die um 2 mm geringere Schnittbreite im Vergleich zu einem normalen Sägeblatt. Weil die Schnittfläche so sauber ist, erspart er sich zusätzlich 1 bis 2 mm Schleifzugabe. Bei den 6 mm dicken Lamellen für die Heizkörperverkleidungen macht das 30 bis 50 Prozent aus. Die Lamellen braucht er jetzt nur noch einmal pro Seite durch die Breitbandschleifmaschine laufen zu lassen. Außerdem entfallen unzählige Stunden an Nacharbeit. Jörg Gonser resümiert: »Seit vier Monaten nutzen wir das Blatt für alle feinen Schnitte. Es hält, was es verspricht, ist immer noch scharf und lässt sich einmal nachschärfen. Das rechnet sich über die hervorragende Schnittqualität und die Ersparnis an Material und Arbeitszeit. Ich werde kein normales Plattensägeblatt mehr kaufen, wohl aber noch Längssägeblätter für das Grobe.« GM

Kontakte
Anwender: Schreinerei Helmut Gonser Inh. Jörg Gonser, 72459 Albstadt-Laufen Tel.: (07435) 1665, Fax: -1322 www.schreinerei-gonser.de
Sägeblatt: AKE Knebel GmbH & Co. KG 72336 Balingen Tel.: (07433) 2610, Fax: 261100 www.ake.de
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