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Crème de la Crème

Maschinen & Anlagen
Crème de la Crème

Weißliche und gekalkte, natürlich wirkende Flächen liegen derzeit voll im Trend. Dem kommen die Farbtöne Cremeeiche und Kalkeiche der Adler-Laugenbeize entgegen. Schritt für Schritt macht Christian Huber von Adler vor, wie sich damit beispielsweise auch ein Lärchenbrett veredeln lässt.

Christian Huber, Adler-Werk GmbH & Co. KG, Schwaz/Österreich

Mit der ursprünglich für Eiche entwickelten Laugenbeize von Adler lassen sich auf anderen Hölzern tolle, einzigartige Effekte erzielen. Da sie mit den Holzinhaltsstoffen reagiert, sieht das Ergebnis immer unterschiedlich aus. Der Kunde erhält kein Stück von der Stange, sondern ein individuelles, ganz besonderes Einzelstück. Das neue wasserbasierte Produkt ist im Gegensatz zu früheren, teils recht aggressiven Laugenbeizen besonders angenehm und einfach zu verarbeiten, wie wir Ihnen heute anhand eines Beispiels zeigen: Für unsere Musterfläche verwenden wir die Adler-Laugenbeize im Farbton Kalkeiche: Gekalkt wirkendes Holz liegt nämlich voll im Trend. Wir setzen sie auf einem rohen, gebürsteten Lärchenbrett ein, dem die Behandlung mit der Beize einen ganz besonderen, rustikalen Charme verleiht. Selbstverständlich muss der Untergrund trocken, sauber, tragfähig, fett- und wachsfrei und frei von Holzstaub sein. Rühren Sie das Produkt gut auf. Aber Achtung: Verwenden Sie keine Metallgefäße, da sich durch die Berührung der Flüssigbeize mit Metall der Farbton verändert.
Schritt 1 – Beizen. Tragen Sie die Laugenbeize mit der Becherpistole (Durchmesser 1,5 mm) mit einem Spritzdruck von 1,5 bis 2,5 bar gleichmäßig und mit mäßigem Überschuss auf. Die Fläche sollte leicht nass erscheinen. Empfehlenswert ist eine Auftragsmenge von etwa 50 g/m². Auch ein Auftrag mit dem Pinsel ist möglich. Die Umgebungstemperatur bei der Verarbeitung sollte nicht unter 15 °C liegen. In den folgenden zwei Stunden reagiert die Beize mit den Holzinhaltsstoffen. Eine direkte Sonneneinstrahlung und dadurch zu schnelle Antrocknung ist zu vermeiden. Am besten sollte das Brett über Nacht trocknen. Nach den ersten zwei Stunden, in denen sich der Beizeffekt entwickelt, ist aber auch eine forcierte Trocknung möglich.
Schritt 2 – Schleifen. Um den Beizeffekt gut zur Geltung zu bringen, müssen Sie die erhabenen Stellen händisch abschleifen. Körnung 240 ist ideal. Durch das Schleifen lässt sich das Ergebnis individuell beeinflussen. Die Stärke des Effekts hängt davon ab, wie viel abgeschliffen wird; der Kalkeffekt kann je nach Schliff von verschleiert bis markant ausfallen. Säubern Sie die Fläche anschließend sorgfältig vom Schleifstaub.
Schritt 3 – Erster Lackauftrag. Die gebeizte Fläche schützt dann ein Lackauftrag. Achtung, auf der Laugenbeize dürfen Sie nur Lösemittellacke einsetzen! Der Einsatz von Wasserlacken oder Ölen ist nicht möglich – doch zum Glück gibt es genügend Alternativen, mit denen sich die derzeit so gefragten, unbehandelt wirkenden Oberflächen erzielen lassen: Wir haben für die Musterfläche auf den Klassiker Adler-Legnopur im matten Glanzgrad G10 zurückgegriffen. Aber auch Adler-PUR-Naturmatt bietet sich für die Deckbeschichtung an. Spritzen Sie eine erste Schicht auf. Idealerweise sollte das Brett nun wiederum über Nacht trocknen, frühestens ist das Weiterarbeiten nach einer Trocknung von zwei bis drei Stunden, je nach Umgebungsbedingungen, möglich.
Schritt 4 – Zwischenschliff. Durch einen Zwischenschliff glätten Sie die aufgerichteten Fasern. Dazu verwenden wir in der Adler-Anwendungstechnik gerne einen Schleifschwamm mit Körnung 220. Der Staub lässt sich mit der Luftpistole einfach abblasen.
Schritt 5 – Decklack. Noch eine Decklack-Schicht – wiederum mit Legnopur G10 – aufbringen, trocknen lassen und schon ist die Fläche fertig. Aus dem rohen Lärchenholz ist eine edle Fläche mit ausdrucksstark betonten Astansätzen entstanden. Die Individualität ist die Stärke der Adler-Laugenbeize – aber gerade weil das Ergebnis sehr unterschiedlich ausfallen kann, empfiehlt es sich für alle Arbeiten eine Musterfläche anzufertigen und jeweils nur Holz aus der gleichen Charge zu verwenden. Dann steht einem einzigartigen Wohntraum nichts mehr im Wege.
Mit 460 Mitarbeitern ist Adler Österreichs führender Hersteller von Lacken, Farben und Holzschutzmitteln. Rund 16 000 t Lack verlassen jährlich das Schwazer Werk und gehen an Kunden in über 25 Ländern. Es gibt Vertriebsgesellschaften in Deutschland, Italien, Polen, der Schweiz, Tschechien und der Slowakei.

Kontakt

Adler-Werk GmbH & Co. KG A 6130 Schwaz Tel.: +43 (5242) 6922-0, Fax: -999 www.adler-lacke.com
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