EDV

Identität per Funk

Was passiert mit der Hochglanzfront? Ist die Küchenkommission vollständig? Solche Fragen lassen sich bisher durch das Einscannen von Barcodeetiketten beantworten. Ima befasst sich mit der RFID-Technik, die funkbasierte Alternative zum Barcode.

Obwohl die Transponder- oder RFID-Technik zur Identifizierung von Werkstücken zurzeit im Vergleich zum Barcodeetikett noch recht teuer ist, befasst sich der Maschinenhersteller Ima mit dieser Technik. Je nach Abnahmemenge dürfte der Stückpreis von geeigneten RFID-Chips zurzeit bei 15 bis 25 Cent liegen. »Uns ist klar, dass der Transponder schon aus Kostengründen nicht das Gros der Steuerungsanwendungen in den holzverabeitenden Betrieben verdrängen kann, aber in Einzelfällen kann er durchaus enorme Vorteile bieten, bei denen der Preis nicht die große Rolle mehr spielt«, sagt RFID-Projektleiter bei Ima Thomas Hampel. »Konkrete Einsatzmöglichkeiten für eine Erstrealisierung sehen wir zurzeit beispielsweise bei der Herstellung von hochglänzenden Möbelfronten. Bisher identifizieren die meisten Hersteller die kommissionsweise zu fertigenden Fronten mit Barcodeetiketten auf der Werkstückseite, die aktuell nicht bearbeitet wird. Sie müssen jedoch immer wieder das Etikett lösen, es nochmals ausdrucken und auf der gegenüberliegenden Werkstückseite anbringen.«

Erkennt, was durchs Gate geht
Neben der Möglichkeit, den Chip von außen unsichtbar im Innern des Werkstücks zu verstecken, lassen sich viele RFID-Chips auf einmal, das heißt im Pulk, lesen. Fährt man beispielsweise eine Palette oder einen Kommissionierwagen mit getagten Einzelteilen durch ein RFID-Gate, sind damit alle Einzelteile identifiziert. So nennt Thomas Hampel als weitere Anwendungsmöglichkeiten die Vollständigkeitsüberwachung, beispielsweise an der Ladeluke im Versand. So lässt sich sicherstellen, dass beispielsweise alle Teile einer Einbauküche sich im Montage-Lkw befinden, und dass kein Teil einer anderen Kommission dabei ist.
Ima hat eine Anlagenstation zum Einbringen von RFID-Chips in Möbelplatten entwickelt. Ein Nutwerkzeug taucht ähnlich wie ein Lamello-Fräser kurz in die Schmalfläche des Werkstücks ein. In diese Nut schiebt die RFID-Station dann aus einem Schachtmagazin einen exakt in die Nut passenden Chip, den das Kantenband später abdecken wird.
Ima hat im Februar gemeinsam mit dem Spezialisten für die RFID-Technik Abaco und weiteren Firmen auf der Zuliefermesse ZOW in Bad Salzuflen Anwendungsmöglichkeiten für diese Technik in der Holzbranche vorgestellt. Während Abaco die RFID-Technik beispielsweise mit den Fragen zur Auswahl des Transponders oder der Pulklesung beantwortete, thematisierte Ima die Technik der Einbringung des Chips und ging auf die Frage ein, an welcher Stelle im Fertigungsfluss sich das empfiehlt. Grundsätzlich sollte das möglichst bald nach dem Zuschnitt passieren, egal ob in der großen Industrieanwendung oder der Handwerkerlösung. Beim Bima-Cut-Center lässt sich der Chip beispielsweise auf dem Transportband zur Kantenanleimmaschine eintreiben. GM

Kontakte
Technik zum Einbringen des RFID-Chips: Ima Klessmann GmbH 32312 Lübbecke, Tel.: (05741) 331-0, Fax: -420. www.ima.de
RFID-Technik: Abaco Informationssysteme GmbH, 32584 Löhne Tel.: (05731) 8811, Fax: 8807 www.abaco.de

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