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Innovative Schiebetürlösungen: Die Schiebeenthusiasten

Innovative Schiebetürlösungen
Die Schiebeenthusiasten

Echter Komfort bei Schiebetüren ist das große Herzblutthema für Christian Seitz. Über Jahrzehnte hat er sich intensiv damit auseinandergesetzt und inzwischen mit Partner Harald Reisinger feine Komfortprodukte mit elektronischer Steuerung am Start.

Wie entstehen neue innovative Schiebetürlösungen, elektronisch bewegt und auf Wunsch per App gesteuert? Manchmal einfach »Old School« über die Gelben Seiten. Christian Seitz, gelernter Bootsbauer und Rosenheimer Holztechniker, hatte über viele Jahre einen Ladenbaubetrieb. Später landete er dann bei einem der großen Türenhersteller aus Westfalen, und dort war er bis zu seinem Renteneintritt verantwortlich für das Türengeschäft in der Region Bayern. Um seine Langeweile in der Rente in den Griff zu bekommen, fing er bei einem italienischen Hersteller von Einbauelementen für Schiebetüren an, als die in Deutschland damals noch niemand kannte.

Er blieb dem Produkt Schiebetür treu, wechselte aber noch zu einem deutschen Hersteller. Die Nachfrage auf der Bau 2017 »Könnt ihr auch elektrisch?« elektrisierte ihn. Da die etablierte Branche kein Interesse an elektrischen Antrieben zeigte, begab er sich, inzwischen 68-jährig, in seine Werkstatt in Wendelstein bei Nürnberg und entwickelte das nachgefragte Produkt. Anders als die gängigen »Vor-der-Wand-Automatiktüren« aber als ein System, das mit dem begrenzten Platz von 50 mm Breite in Schiebetürtaschen bei 40-mm-Türen funktioniert.

Hochseetaugliche Referenzen

Über die Gelben Seiten fand Christian Seitz bei der Suche nach einem geeigneten elektrischen Antrieb mit Reisinger Drive Systems von Harald Reisinger den perfekten Kontakt. Reisinger entwickelt nördlich von Nürnberg Schiebetürantriebe, die auch schon mal zwei Tonnen bewegen. Außerdem bietet er als einziger eine Brandschutzschiebetür an. Die allerdings nur außerhalb von Deutschland zum Einsatz kommt, da Brandschutzschiebetüren in Deutschland generell keine Zulassung erhalten. Ein Kern seines Geschäfts sind Lösungen für den edlen Schiffbau – »das Schiff ist luxuriös aber der Platz ist knapp« –, deshalb sind Türen auf Schiffen in der Regel Schiebetüren. Und luxusorientierte Yachtbesitzer erwarten auch in rauer See, dass eine Schiebetür sauber synchron schließt. Solche Anforderungen, perfekte Schiebelösungen auszuarbeiten, treiben Reisinger und sein Team an – und somit war er der perfekte Partner für den gelernten Schiffbauer Seitz. Ein weiteres Standbein von Reisinger sind motorische OP-Türen – ebenfalls Schiebetüren, deren Zuverlässigkeit zu 100 Prozent gewährleistet werden muss.

Eine kongeniale Partnerschaft

Seitz kennt den Türenmarkt seit Jahrzehnten und will seine Kunden auch bei herausfordernden Aufgaben mit einer überzeugenden Lösung zufriedenstellen. Reisinger ist der Spezialist für motorische Schiebetür-Lösungen in Bereichen, die deutlich anspruchsvoller sind, als der Wohnungsbau sie benötigt. »Egal, was der Kunde will, ich habs oder machs!“

Im Juni 2017 gründete Seitz sein Unternehmen cs-magnetics. Er beschränkt sich auf motorische Schiebetürlösungen und greift beim Grundsystems der Schiebetürkästen auf bewährte Systeme wie von Wingburg zu. Dem Türkastenpaket wird die Laufschiene mit Rollwagen entnommen und durch einen E-Antrieb mit den passenden Adaptionen für einen Bajonettverschluss ersetzt – und bleibt damit zugänglich. Je nach gewählter Lösung sind Türgewichte bis 120 oder 150 kg geeignet. Das Ersetzen der mechanischen Laufschienen erhöht den ohnehin schon hohen Komfort von Schiebetüren nochmal spürbar.

Standardlösungen ab Losgröße 1

Es gibt zwei Reisinger-Antriebe, die an die jeweiligen Kundenwünsche angepasst werden. Der S 4000 ist ein »Full Energy«-Antrieb. Er bewegt eine Schiebetür mit bis zu 0,6 m pro Sekunde. Das ist im Gastrobereich wichtig, damit die Bedienungen nicht mit den Tellern vor der Tür stoppen müssen. Auch in Arztpraxen kommt der Antrieb zum Einsatz. Da er eine Kraft entwickelt, die Menschen verletzen kann, müssen solche Schiebetüren gemäß der DIN-EN 6005 jährlich überprüft werden. Der S 4000 kann Türen mit einer Breite bis 5000 mm und einem Gewicht bis 800 kg bewegen. In Kombination mit einem Schiebeeinbauelement reduziert sich das Gewicht auf 120 kg, weil das üblicherweise die max. Traglast von Einbauelementen ist. Der S 4000 kommt aus dem Schiffsbau. Um den Anforderungen an Schiebetüren im Wohnungs- und Öffentlichen Bau gerecht zu werden, konstruierte Reisinger eine schlankere Version.

Der neue elektromagnetische Niederenergie-Antrieb ohne Zahnriemen ist der M 1000. Er ist für den Einsatz leichterer Türen bis 100 kg und Breiten von 610 bis 1700 mm vorgesehen. Er lässt sich per App einstellen und per Taster, Radar, Funk oder CleanTouch ansteuern. Er ist modular konstruiert und seine Technik und der Antrieb befinden sich in der Laufschiene. Deshalb ist der M 1000 schlank in nahezu jeder Konstruktion unterzubringen. Eine busgesteuerte Synchronisation ermöglicht beispielsweise auch doppelflügelige Türanwendungen.

Aufwendig ist eigentlich nur die Beratung, die bei Christian Seitz liegt: »Jedes Projekt benötigt mehr Beratung als Abwicklung. Und dabei gibt es immer den »Ach-Effekt«: »Ach, das geht?« -HN


Steckbrief

Christian Seitz Geschäftsführer von cs-magnetics, einem Unternehmen für elektromagnetische Antriebe für in der Wand laufende Schiebetüren.
www.cs-magnetics.de

Harald Reisinger Geschäftsführer der Reisinger GmbH, Türantriebstechnik. www.reisinger.de

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