Technik

Auf der Erfolgsspur

Ende vergangenen Jahres hat Felder die neue Formatsäge Kappa 550 der Marke Format-4 vorgestellt (dds 12/08). dds hat Firmenchef Hansjörg Felder gefragt, was das Besondere an seinen Maschinen ist und wo er das Unternehmen in zehn Jahren sieht.

Herr Felder, wo sehen Sie das Alleinstellungsmerkmal Ihrer neuen Formatkreissäge?

Die Kappa 550 ist zur Zeit die modernste Formatsäge auf dem Markt mit einigen für den Tischler sehr interessanten Ausstattungsmerkmalen.
Wie zum Beispiel …
Der Vorritzer kann auf Knopfdruck geparkt werden und muss nie mehr ausgebaut werden. Das Sägeblatt wird werkzeuglos gewechselt. Der neue Auslegertisch X-Roll hat stets eine gleichbleibend große Auflagefläche, egal bei welcher Winkeleinstellung.
Der Wettbewerb hat ähnliche Features.
Ja, aber nicht in dieser Kombination. Außerdem können wir bei unseren Maschinen mit Fug und Recht von wirklich ausgereiften Details sprechen. Die Formatsäge war fast ein Jahr lang bei verschiedenen Tischlereien als Prototyp im Einsatz, bis sie von uns für die Serie freigegeben wurde.
Das Programm besteht aus drei Modellen von der Einsteiger- bis zur Premiumsäge mit sieben gesteuerten Achsen. Von welchem Typ versprechen Sie sich auf dem deutschen Markt am meisten?
Wir gehen davon aus, dass sich alle drei Modelle etwa zu gleichen Teilen verkaufen werden. Verkaufszahlen werden Sie aus mir aber nicht herausbekommen, hier halten wir uns traditionell bedeckt.
Sie haben in Ihrem Werk in Hall eine hohe Fertigungstiefe. Wie gewährleisten Sie in einem Hochlohnland wie Österreich Ihre Wettbewerbsfähigkeit?
Wir haben schon sehr früh das Toyota-Prinzip in unserer Fertigung umgesetzt.Dabei werden alle Maschinen, gleich welchen Typs, auf der selben Linie produziert. Mit unserem Geschäftsbereich Felder Components sind wir im Zuliefergeschäft tätig, was für uns immer wieder eine Messlatte für die Wettbwerbsfähigkeit ist. Die hohe Fertigungstiefe ist übrigens aus der Not entstanden, da es hier in der Region kaum entsprechende Zulieferer gab.
Welche Rolle für Ihren Erfolg der vergangenen Jahre spielt der Direktvertrieb?
Entscheidend ist nicht die Vertriebsform, sondern dass der Kunde optimal betreut wird. Wenn wir dafür vor Ort einen geeigneten Partner finden, arbeiten wir mit dem Handel zusammen. Mehr als 50 Prozent unseres weltweiten Geschäftes läuft so. Nur dort, wo wir keine passenden Partner finden, wie z.B. im Norden und in der Mitte Deutschlands, vertreiben wir direkt.
Haben die Standardmaschinen bei Ihren Kunden eigentlich eine Türöffnerfunktion für gößere Maschinen wie Plattenaufteilsägen oder CNC-Bearbeitungszentren?
Das dachten wir ursprünglich auch mal, es ist aber nicht so. Die Kunden für die größeren Maschinen haben nicht unbedingt mit einer kleinen Felder oder Format-4 angefangen …
Bei der Vorstellung der Formatkreissäge Ende letzten Jahres haben Sie weitere Produktneuheiten angekündigt. Wie sieht es damit aus?
Noch in diesem Monat stellen wir ein aus vier Baureihen bestehendes Programm an CNC-Bearbeitungszentren vor, die komplett in unserem Werk gefertigt werden. Hierzu haben wir die Produktion in den letzten Monaten kräftig umstrukturiert und erweitert. Im März nehmen wir dann die Produktion von Kantenanleimmaschinen auf, die wir bisher – wie die CNC-Bearbeitungszentren auch – zugekauft haben. Bis 10 mm Kantenstärke und 60 mm Kantenhöhe wird damit eine vollautomatische Bearbeitung möglich sein.
Herr Felder, wo sehen Sie Ihr Unternehmen in zehn Jahren?
Ganz ehrlich: Ich kann es Ihnen nicht sagen. Wenn Sie mir die gleiche Frage 1998 gestellt hätten, ich hätte wahrscheinlich genauso nebendran gelegen wie ich es jetzt tun würde. Wir wollen einfach als guter und verlässlicher Partner des Tischlerhandwerks sein und unseren Kunden zum Erfolg verhelfen. Das Interview führte dds-Chefredakteur Hans Graffé

Porträt Maschinenbauer durch und durch

Die Familie Felder ist seit Jahrzehnten in der Metallverarbeitung zuhause.
Die Felder KG aus Hall in Tirol wurde 1955 von Johann Felder als Metallbearbeitungsbetrieb gegründet. Schon ein Jahr darauf produziert Felder Maschinen für die Holzbearbeitung. 1990 wird die erste Kombimaschine präsentiert. Der Aufstieg des Unternehmens beschleunigt sich mit der Etablierung der Marken Hammer (1997) und Format-4 (2001). Während Felder sich mit Hammer gegen Billigprodukte aus Fernost behauptet, zielt Format-4 auf die Premiumanwender im Handwerk. Zur Felder-Gruppe zählen weiterhin der Zulieferbereich »Felder Components« und der Gebrauchtmaschinenhandel »Nr. 1 Maschinenmarkt«. Das Unternehmen wird von Hansjörg Felder und seinen Geschwistern Elisabeth und Martin geleitet. Es beschäftigt 395 Mitarbeiter und erzielte 2007 einen Umsatz von rund 60 Mio. Euro.

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