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Artis-Roboter zieht um auf Campus in Eberswalde

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Artis-Roboter zieht um auf Campus in Eberswalde

links_Tassilo_Goldmann,_rechts_Otto_Smentek,_Studierende
Studenten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde sollen die Einsatzmöglichkeiten von Roboterzellen im Handwerk ausloten HNEE 2017/ Ulrich Wessollek

An der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) arbeiten Wissenschaftler und die Berliner Tischlerei Artis in einem einzigartigen Kooperationsprojekt zusammen. Ziel dabei ist es, neue Methoden sowie Geschäftsmodelle für das Handwerk 4.0 zu erschließen.

In einem ersten Schritt wurde jetzt die Roboterzelle, die seit 2012 bei Artis im Einsatz ist, im Technikum der Hochschule auf dem Waldcampus aufgebaut. »Wir wollen erforschen, welche Möglichkeiten sich damit für die Holzverarbeitung erschließen und welche Geschäftsmodelle, sich daraus auch für kleinere Unternehmen erzielen lassen«, erklärt Prof. Dr. Klaus Dreiner vom Fachbereich Holzingenieurswesen an der HNEE.

Für die Wissenschaft und Praxis eröffnen sich vielfältige Tätigkeitsfelder, die auch von Studierenden in enger Zusammenarbeit mit Experten von Artis erkundet werden. »Denkbar sind Projekte, die sich mit der Geometrieerfassung an Bauteilen während der Bearbeitung befassen«, nennt der Dozent ein Beispiel. Auch die Umsetzung von 3D-Druck, Bohr-, Schneid-, Fräs- und Schleifarbeiten mit dem Roboter gehören dazu. Die Zelle dient zur Bearbeitung von Holzwerkstoffen und Hartschäumen. In einem Forschungsprojekt hat Artis auch neue Verfahren der Blechumformung entwickelt und erprobt.

Ergebnisse aus der Kooperation sollen zum einen in die Lehre der Hochschule einfließen. Zum anderen profitiert das Unternehmen Artis von der wachsenden Expertise der Studierenden, die durch einen praxisorientierten Austausch in Lehrveranstaltungen und Praktika gefördert werden.

Gegenüber den bekannten CNC-Bearbeitungszentren hat der Roboterarm mit seinen sieben Gelenken eine ungleich größere Beweglichkeit und kann die Werkstücke nahezu umgreifend mit einem Arbeitsvolumen von 150 m³ bearbeiten. Er kann zahlreiche, verschiedene Werkzeuge für Bearbeitungen oder Handhabungen aufnehmen und jederzeit die Lage oder Ausrichtung des Werkstücks verändern. Bis zu 200 kg Tragkraft kann er dazu aufbringen. Die Bedienung des Roboters erfolgt über eine Standard-Industriesoftware. Mit generativer Design-Software kann noch mehr Potential ausgeschöpft werden.

Bekannt sind diese Maschinen aus Automatisierungsprozessen beispielsweise in der Autoindustrie. In der Holzbranche betreten die HNEE und Artis als Kooperationspartner Neuland.

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