Startseite » Betrieb » Marketing & Betriebsführung »

Wenn Sie kurzfristige Hilfe brauchen

Marketing & Betriebsführung
Wenn Sie kurzfristige Hilfe brauchen

Mit Verstärkung geht es besser: Gerade in Stoßzeiten sind kurzfristige Aushilfen gern gesehen Foto: Fotolia, Goodluz
Sie kennen das: Es gibt Aufgaben, da reicht die vorhandene Personaldecke nicht aus. Aber es ist eben nur ein kurzfristiger Engpass, den es zu überwinden gilt. Das ist die Situation, in der Sie auf Aushilfen zurückgreifen können. Worauf Sie bei kurzfristigen Beschäftigungsverhältnissen achten müssen, erläutert dds-Autor Hartmut Fischer.

Der Gesetzgeber schreibt für kurzfristige Beschäftigungen Zeiträume vor, die nicht überschritten werden dürfen. Seit 1. Januar 2015 gelten folgende Begrenzungen: Bei Beschäftigungen an mind. fünf Tagen/Woche ist eine kurzfristige Beschäftigung von drei Monaten erlaubt, bei weniger als fünf Tagen gelten 70 Arbeitstage als Obergrenze. Werden mehrere Beschäftigungszeiten zusammengerechnet, die keine vollen Kalendermonate umfassen, dürfen 90 Kalendertage gearbeitet werden. Werden Beschäftigungszeiten von mind. fünf Tagen/Woche mit Zeiten von weniger als fünf Tagen berücksichtigt, gilt eine Frist von 70 Arbeitstagen. Es werden auch Beschäftigungsverhältnisse verschiedener Arbeitgeber addiert.

Eine kurzfristige Beschäftigung darf nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Sie darf für den Beschäftigten nur von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung sein. Das ist der Fall, wenn das monatliche Arbeitsentgelt 450 Euro nicht überschreitet. Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, ob bzw. wie lange der Mitarbeiter an anderer Stelle als Aushilfe tätig war. Am besten nehmen Sie die Daten in den Arbeitsvertrag auf.
Keine berufsmäßige Tätigkeit
Sie können einen Mitarbeiter nicht die drei letzten Monate eines Jahres und die ersten drei Monate des nächsten Jahres durchgehend beschäftigen. Sie können aber zwei Verträge – mit einer Pause von mind. einem Tag – abschließen. Der erste Vertrag würde dann bis Dezember laufen, der zweite z. B. am 4. Januar beginnen und am 3. März enden. Eine befristete Aushilfstätigkeit ist nur möglich, wenn Sie diese begründen können. Gründe können z. B. Urlaubs- oder Krankheitsvertretung, Inventur o.Ä. sein.
Damit die Sozialversicherungsträger auf ihre Beiträge verzichten, darf die Aushilfe nicht regelmäßig tätig sein. Nach den »Geringfügigkeitsrichtlinien« der Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger handelt es sich um regelmäßige Tätigkeiten, wenn die Aushilfstätigkeit direkt an einen Minijob anschließt und die gleiche Tätigkeit ausgeübt wird. Sonst muss der Minijob mindestens zwei Monate vorher beendet worden sein.
Regelmäßigkeit liegt auch vor, wenn sich die Tätigkeit ständig wiederholt und für länger als ein Jahr ausgeübt wird. Dies gilt auch, wenn pro Jahr nur zwei Monate oder max. 50 Tage gearbeitet wird. Darum sollten Sie einen Rahmenvertrag immer nur für ein Jahr abschließen. Ein erneuter Rahmenvertrag für die gleiche Tätigkeit kann allerdings erst abgeschlossen werden, wenn der alte Vertrag mind. zwei Monate beendet ist.
Versteuerung einer Aushilfe
Aushilfen werden (auch wenn sie 450 Euro oder weniger verdienen) nach der Verdiensthöhe versteuert. Der Arbeitnehmer kann die Steuer bei geringem Einkommen im Rahmen des Lohnsteuerjahresausgleichs vom Fiskus zurückholen.
Es besteht auch die Möglichkeit der Pauschalversteuerung. Dann werden 25 Prozent des Lohns plus Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer fällig. Schuldner der Pauschale gegenüber dem Fiskus sind Sie. Sie können aber arbeitsvertraglich vereinbaren, dass Sie die Steuer vom Lohn einbehalten. Die Pauschalierung ist möglich, wenn
  • die Beschäftigung max. 18 zusammenhängende Arbeitstage umfasst
  • max. 12 Euro pro Stunde gezahlt werden
  • der durchschnittliche Arbeitslohn pro Tag max. 62 Euro beträgt. Dieser Höchstbetrag kann unter Umständen bei unvorhersehbarer Mehrbeschäftigung überschritten werden
Aushilfen müssen bei der Minijobzentrale an- und abgemeldet werden. Es fallen keine Sozialabgaben an, Umlagen (0,15 Prozent Insolvenzgeldumlage, 0,7 Prozent U1 – Krankheit, 0,14 Prozent U2 – Schwangerschaft) müssen jedoch bezahlt werden. Die Umlagen sind bis zum drittletzten banküblichen Arbeitstag des abzurechnenden Monats fällig. Die Meldung hierzu muss mindestens zwei Tage früher erfolgen.
Außerdem müssen Aushilfen beim Finanzamt angemeldet und die Lohnsteuer dorthin abgeführt werden. Haben Sie erstmalig eine Aushilfe beschäftigt, muss sie der Berufsgenossenschaft gemeldet werden. Danach reicht es, den Aushilfslohn in den jährlichen Entgeltnachweis aufzunehmen.

Hartmut Fischer ist freier Fachautor und beschäftigt sich für dds mit aktuellen Rechts-und Betriebsführungsthemen, die für kleine und mittlere Handwerksunternehmen interessant sind.
Anzeige
Aktuelles Heft
Titelbild dds - das magazin für möbel und ausbau 2
Aktuelle Ausgabe
02/2021
EINZELHEFT
ABO
Anzeige
dds-Zulieferforum
Grafik des Monats

Zahl der Betriebe im Tischlerhandwerk

dds auf Facebook


dds auf YouTube

Im dds-Channel auf YouTube finden Sie:
– Videos zu Beiträgen aus dds
– Kollegen stellen sich vor
– Praxistipps-Videos
– Maschinen & Werkzeuge

Abonnieren Sie dds auf YouTube »