Marktübersicht

Alternative zum Kasten

Pritschenwagen sind praktisch, weil Transportgut einfach auf die Ladefläche gestellt und gesichert werden kann. Eine Alternative zum Kastenwagen – wir zeigen, was der Markt bietet.

Der Griff am Türrahmen des Pritschenwagens Sprinter 316 CDI von Mercedes-Benz ist ideal – einsteigen ohne Rückenprobleme. Der großzügige Ausblick nach hinten beeindruckt. Die Ladefläche und die Straße dahinter sind voll im Blickfeld. Das Cockpit des Sprinters entwickelt sich immer mehr in Richtung Pkw. Nur beim Fahren kehrt er den leichten Lkw etwas heraus. Der Pritschenwagen ist nicht so sanft wie der Sprinter Kombi unterwegs. Bei 3500 kg zulässigem Gesamtgewicht und einem Leergewicht von 2240 kg bietet das Auto mit dem 120 kW/163 PS-Motor eine Nutzlast von 1260 kg.

Der Sprinter positioniert sich mehr denn je als Transporter mit der höchsten Wirtschaftlichkeit. Herausragendes Beispiel dafür ist der neue Bestwert von 6,3 l/100 km im kombinierten Verbrauch. Er ist aber nicht nur wegen seines niedrigen Verbrauchs ein Wirtschaftswunder: Bestandteil der Serienausstattung ist der Wartungsrechner »Assyst«, der Ölwechseltermine individuell verschleißabhängig festlegt. Damit steigen die Wartungsintervalle auf bis zu 60 000 km.
Neue Assistenzsysteme helfen, Unfälle zu vermeiden: Abstandswarnung, Brake Assist pro mit Notbremsung, Totwinkel-Assistent für den Spurwechsel, Spurhalte-Assistent und Fernlicht-Assistent bieten Sicherheit. Viel davon ist bereits serienmäßig an Bord: Antiblockiersystem ABS, Antriebsschlupfregelung ASR, elektronische Bremskraftverteilung EBV, hydraulischer Bremsassistent BAS, ladungsabhängige Regelung (»Load Adaptive Control LAC«), Überrollschutz (»Roll Over Mitigation und Roll Movement Intervention ROM/RMI«), Untersteuerkontrolle (»Enhanced Understeering Control EUC«), automatisches Trockenwischen der Bremsscheiben (»Brake Disc Wiping«) bei Regenfahrt und vorausschauendes Anlegen der Bremsbeläge in kritischen Fahrsituationen (»Electronic Brake Prefill«). Wählt der Käufer eine Anhängerkupplung oder die entsprechende Vorrüstung, kommt serienmäßig die Anhängerstabilisierung »Trailer Stability Assist TSA« hinzu. Den Sprinter Pritschenwagen gibt es mit Motoren von 70 kW/95 PS bis 140 kW/190 PS, der Verbrauch liegt zwischen 7 und 9,9 l/100 km. Er ist auch mit Erdgasbetrieb erhältlich, bivalent oder monovalent.
Der 3,5 Tonner-Pritschenwagen von Iveco Daily kann seine Abstammung von einem Lkw nicht verhehlen. Iveco ist ein Lkw-Bauer und hat den Daily auf einem Lkw-Leiterrahmen aufgebaut. Der Pritschenwagen ruckelt etwas hart über die nicht gerade ebenen Landstraßen. Der hydraulisch gefederte Fahrerkomfortsitz (Extra) fängt das aber weitgehend ab. Sitzgrößen fühlen sich im Iveco wohl, die Windschutzscheibe bietet viel Sicht.
Die Auswahl unter den verschiedensten Pritschenwagen ist beim Iveco Daily unübertroffen: Das zulässige Gesamtgewicht reicht von 3,3 bis 7 t, die Radstände von 3000 bis 4750 mm, und die Gesamtlänge beträgt bis zu 8238 mm. Die Variante mit dem Radstand von 4100 mm und der Einzelbereifung vereint ausgezeichnete Fahreigenschaften mit einer Aufbaulänge von 4500 mm.
Die Motorenauswahl reicht von 78 kW/106 PS über 93 kW/126 PS, 107 kW/146 PS, 125 kW/170 PS bis 150 kW/205 PS in Abgasnorm 5. Ab dem Modell 35S ist auch ein Euro VI-Motor verfügbar. Aufpreis: rund 2000 Euro. Den Iveco Daily gibt es sowohl mit Vierradantrieb als auch mit Erdgasmotor, monovalent oder mit Not-Benzinmotor.
Um selbst schwerste Lasten transportieren zu können, bietet der Citroën Jumper eine große Auswahl an Pritschenwagen. Die Motorenpalette reicht von 81 kW/110 PS über 96 kW/130 PS, 110 kW/150 PS bis zu 130 kW/170 PS bei einem Verbrauch von 6,8 bis 8,6 l. Die Wartungsintervalle liegen bei 48 000 km.
Der kleinste Pritschenwagen ist der Fiat Doblò Work up mit einer Ladefläche von 4,2 m² und erhältlich mit 66 kW/90 PS-, 74 kW/100 PS- und 99 kW/135 PS-Motor. Der Verbrauch liegt zwischen 4,6 und 6,0 l/100 km, die Wartungsintervalle bei 35 000 km.
Sein großer Bruder, der Fiat Ducato Pritschenwagen, wird mit Einzel- oder Doppelkabine und drei verschiedenen Radständen angeboten. Besonders wirtschaftliche Turbodiesel-Motoren mit Leistungen von 85 kW/115 PS bis 130 kW/177 PS sorgen für ein hohes zulässiges Gesamtgewicht (max. 4150 kg), sowie höchste Nutzlast (bis zu 2120 kg). An Ladefläche bietet der Ducato-Pritschenwagen eine große Auswahl von 5,7 m² bei Länge 1 über 6,6 m², 7,3 m² und 7,8 m² bis zu 8,7 m² bei Länge 5. Die Start-Stopp-Automatik ist bei allen Motorvarianten optional verfügbar, die Schaltpunktanzeige, die den Fahrer auf den optimalen Zeitpunkt für einen Gangwechsel hinweist, sogar serienmäßig. Fiat Ducato, Citroën Jumper und Peugeot Boxer sind baugleich.
Mit front-, heck- oder allradgetriebenen Varianten wird der Ford Transit angeboten. Das Leistungsangebot staffelt sich dabei von 74 kW/ 100 PS über 92 kW/125 PS bis hin zu 114 kW/155 PS. Die Entwickler legten großes Augenmerk auf möglichst niedrige Service- und Reparaturkosten. So gilt für alle neuen Ford Transit-Versionen ein auf zwei Jahre oder 50 000 Kilometer ausgeweitetes Inspektionsintervall. Der Verbrauch liegt zwischen 7 und 8,5 l/100 km.
Der gute Ruf des Nissan NT 400 Cabstar mit Alu-Pritsche basiert auf seiner Zuverlässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Robustheit. Der geschickt konzipierte Leicht-Lkw ist für den harten Arbeitsalltag maßgeschneidert. Zu seinen größten Trümpfen zählt die Variantenvielfalt: Drei Motoren mit 90 kW/122 PS, 100 kW/136 PS, 107 kW/146 PS, drei Radstände, zwei Kabinengrößen und zwei Gewichtsklassen bilden die Basis. Der Cabstar ist auf Gesamtgewichte von 3,5 und 4,5 t ausgelegt, die Hinterachsen sind stets doppelbereift.
Der Opel Movano Pritschenwagen steht für hervorragendes Handling und lange Serviceintervalle. Er ist mit Vorder- oder Hinterradantrieb, Einzel- oder Doppelbereifung hinten sowie Einzel- oder Doppelkabine erhältlich. Er fährt sich einerseits wie ein großer Pkw, andererseits erfüllt er Transportaufgaben mit massiven Gewichtsanforderungen mit der Kraft eines Lkws. Fünf wirtschaftliche Dieselmotoren von 92 kW/125 PS bis 120 kW/163 PS verleihen ihm ein gutes Leistungsniveau. Der Spritverbrauch liegt zwischen 7,2 und 9,5 l/100 km. Opel Movano und Renault Master sind baugleich.
Auf der Basis von drei Radständen (3 m, 3,45 m und 4,04 m) ist der Peugeot Boxer Pritschenwagen in vier Längen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,8 bis 4 t erhältlich. Die Motorenpalette umfasst vier effiziente Dieselmotoren mit 81 kW/110 PS, 96 kW/130 PS, 110 kW/150 PS und 130 kW/180 PS.
Hocheffiziente, wirtschaftliche Motoren und neue Assistenzsysteme kennzeichnen den Renault Master. Als Motorisierungen stehen für den Pritschenwagen in der leichten Nutzfahrzeugklasse vier wirtschaftliche Turbodieselaggregate mit 81 kW/110 PS bis 121 kW/165 PS zur Wahl. Mit Verbrauchswerten ab 6,3 l/100 km machen sie den Master zu einem der sparsamsten Fahrzeuge seiner Klasse. Zusammen mit den Wartungsintervallen von 40 000 km senken sie die Betriebskosten erheblich.
Je nach Radstand ist der Volkswagen Transporter Pritsche mit Single- oder Doppelkabinen erhältlich. Er startete mit einer komplett neuen TDI-Motoren-Generation. Angeboten werden die quer eingebauten TDI (1968 cm³) mit 62 kW/84 PS, 75 kW/102 PS, 110 kW/150 PS und 150 kW/204 PS. Auf Seite der Benziner steht gleichfalls ein 2 l großer Vierzylinder im Programm. Er leistet 110 kW/150 PS oder 150 kW/204 PS. Alle Euro5- und Euro6-Motoren verfügen serienmäßig über ein Start-Stopp-System. So konnte der Verbrauch durchschnittlich um 15 Prozent reduziert werden.
Als ebenso robuster wie moderner und kostengünstiger Partner hat sich der Crafter Pritschenwagen weit über den harten Baustellenbetrieb hinaus einen tadellosen Ruf erarbeitet. Auch diese Karosserievariante bietet VW mit drei unterschiedlichen Radständen sowie in drei Gesamtgewichtsklassen von 3 über 3,5 bis 5 t sowie mit einer Nutzlast von bis zu 2793 kg an. Zudem ist der Pritschenwagen mit Einzel- oder Doppelkabine verfügbar. Für den Crafter stehen drei Leistungsvarianten mit 80 kW/109 PS, 100 kW/136 PS und 120 kW/163 PS zur Wahl. Noch ist der Crafter baugleich mit dem Mercedes-Benz Sprinter. Das ändert sich aber, wenn der nächste Jahrgang erscheint. Die Wolfsburger entwickeln bis 2017 einen Crafter made bei Volkswagen.

Andreas Fritsche hat sich für dds die aktuellen Pritschenmodelle der Hersteller angeschaut und ist von Ausstattung, Komfort und den flexiblen Lademöglichkeiten begeistert.

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