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Studie von Matthias Brack zu attraktiver Arbeitgebermarke

Studie von Matthias Brack
Arbeitgebermarke leben

Eine attraktive Arbeitgebermarke aufbauen ist das eine – wie es gelingt, diese Tag für Tag zu leben, ist die spannendere Frage. Matthias Brack hat dazu eine Studie erstellen lassen.

Wer in sozialen Medien unterwegs ist, bekommt mit, dass an allen »Ecken und Enden« händeringend nach geeigneten Mitarbeitern gesucht wird. Auch viele Handwerksunternehmen haben mittlerweile ihre Recruiting-Aktivitäten stark in Richtung Social Media verlagert und sind dabei sehr erfolgreich.

Allerdings geht mit der Einstellung eines neuen Mitarbeiters in das Unternehmen die eigentliche »Arbeit« erst richtig los. Wo wir früher viel über die Touchpoints bei der Customer Journey, also den Berührungspunkten der Kunden beim Erleben unseres Unternehmens gesprochen haben, verlagert sich der Fokus mittlerweile auch bei uns im Handwerk immer mehr dahin, wie Mitarbeiter unseren Betrieb erleben.

Und zwar vom Außenauftritt als Arbeitgebermarke, über den Einstellungsprozess, die Bindung zum langjährigen treuen Mitarbeiter, bis hin zum Wissenstransfer nach dem Ausscheiden des Mitarbeiters an seinen Nachfolger. Mitarbeiter finden ist das eine, Mitarbeiter langfristig an den Betrieb zu binden und als »Markenbotschafter« für den Betrieb halten, das andere.

Eigene Studie zur Arbeitgebermarke in Auftrag gegeben

Aber wie gehe ich vor? Wie kann ich die verschiedenen Touchpoints sichtbar machen, benennen und bewerten? Laut einer Gallup-Studie aus dem Jahr 2020 sind nur rund 17 Prozent der Arbeitnehmer emotional mit Ihrem Arbeitsplatz verbunden oder anders herum 83 Prozent fühlen sich nicht an Ihren Arbeitgeber gebunden bzw. erleben diesen als »austauschbar«!

Wir haben im Jahr 2020, im Rahmen einer von uns in Auftrag gegeben Masterarbeit, unsere Mitarbeiter im Handwerkernetzwerk La Casa befragt, wie zufrieden sie mit und im Unternehmen sind und wo sie sich Verbesserungen wünschen. Wir wollten wissen, ob sie sich erneut für uns als Arbeitgeber entscheiden würden und wie stark die Bindung an das Unternehmen tatsächlich ist. Da es sich um 120 Mitarbeiter aus acht verschiedenen Handwerksbranchen handelte, sind die Ergebnisse durchaus repräsentativ.

Die Resultate waren teilweise zu erwarten, in vielen Punkten aber auch überraschend. So konnte sehr klar erkannt werden, dass die »weichen Faktoren« einen noch deutlich höheren Stellenwert einnehmen als wir ursprünglich angenommen hatten.

Der oftmals praktizierte Ansatzpunkt mehr zu bezahlen und weitere materielle Anreize zu schaffen, wurde bei weitem nicht als der wichtigste Faktor gesehen, sondern eher als Grundlage für eine gute Zusammenarbeit vorausgesetzt.

Gutes Geld ist zu wenig

Viel gewichtigere Themen waren: Einklang von Reden und Handeln, Einhalten von Versprechen, offene ehrliche Kommunikation, Anerkennung, Verantwortung und z. B. das Zugestehen von eigenen Fehlern. Außerdem haben wir die verschiedenen Berührungspunkte mit den Mitarbeitern wie Recruiting, Bewerbungsgespräch, erster Arbeitstag, Einarbeitung, Wissentransfer etc. visualisiert und diese nach den Kriterien »Enttäuschung«, also welche Faktoren gilt es zu vermeiden, »o.k.«, was müssen wir unbedingt erfüllen und »Begeisterung«, wie können wir unsere Mitarbeiter über die Erwartungen hinaus begeistern, bewertet. Bei allen Punkten, wo wir nur o.k. waren, oder sogar enttäuscht haben, schauten wir näher hin und überlegten gemeinsam, welchen Themen wir uns unbedingt annehmen müssen und wie wir diese besser oder begeisternd gestalten können. Danach ging es darum, Kriterien zu finden, an denen wir messen konnten, dass wir unser Ziele erreichen.

Die Schlüsse daraus

Diese einfache, aber durchaus mächtige Matrix hat uns geholfen, Stück für Stück bei unseren »internen Kunden«, den Mitarbeitern, für Begeisterung zu sorgen und auch dazu geführt, dass sie sehen, wie sehr wir uns um diese Themen aktiv kümmern. Außerdem wird die Auseinandersetzung mit dem Arbeitsplatz als sehr positiv gesehen und bindet die Mitarbeiter stärker an das Unternehmen. Es führt auch dazu, das sie stärker die Einzigartigkeit des Unternehmens erkennen und auch bereit sind, dafür mit mehr Engagement und Motivation ihrer Arbeit nachzugehen.


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»Das theoretische Wissen um die Wichtigkeit der Arbeitgebermarke real mit den Mitarbeitermeinungen abgleichen zu lassen, ist hochinteressant!«


Steckbrief

Schreinermeister Matthias Brack ist erfolgreicher Wintergartenbauer. Er engagiert sich über den eigenen Betrieb hinaus und hat die Vision, mit einem Netzwerk Neues umzusetzen – damit das Handwerk zukunftsfähig aufgestellt ist.

Brack Wintergarten GmbH & Co. KG
Tannenweg 1
87452 Altusried
www.brack-wintergarten.de


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