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Meisterstück aus Nussbaum, Fenix und Messing von Thomas Acher

Meisterstück Schreibtisch von Thomas Acher
Stringenter Dreiklang

Der gute alte Schreibtisch hat auch in der digitalen Arbeitswelt seine Faszination nicht verloren: Für Gestalter bleibt der Möbeltypus eine interessante Herausforderung, wie beim Meisterstück von Thomas Acher zu sehen.

Den Tätigkeiten Schreiben, Zeichnen, Ordnen und Aufbewahren ordnet Thomas Acher ablesbare Formelemente zu. Ihr Zusammenwirken formuliert er in klarer, einfacher Sprache durch die Reduktion der Materialwahl und in stringenter Konstruktion mit Liebe zum Detail.

Das Gestell aus amerikanischem Nussbaum zeigt durch die auf 30/30 mm ausgereizte Materialstärke ein fein strukturiertes Erscheinungsbild, das durch die sichtbaren Schlitz- und Zapfenverbindungen und stabilisierende, farbig abgesetzten Füllungen betont wird. Die horizontal und vertikal angeordneten Stäbe erinnern an die Handschrift der Wiener Werkstätten, etwa Möbel von Josef Hoffmann. Die drei vertikalen, stirnseitig zentrierten Stäbe lassen an das beliebte Motiv einer stilisierten Lyra denken. Beachtenswert ist auch die dünn gehaltene, massive Arbeitsplatte, die durch eine umlaufende Schattennut schwebend auf dem Gestell zu liegen scheint.

Hervorragend gelöst

Die technischen Voraussetzungen beim Meisterstück von Thomas Acher für das digitale Arbeiten schafft der dezente und äußerst funktionale Kabelkanal: Hervorragend gelöst ist die Trennung der schmalen Klappe von der Arbeitsfläche durch einen durchgehenden Führungsschlitz, der das Gesamtbild der Schreibtischfläche nicht beeinträchtigt und sie homogen wirken lässt – ein großer Vorteil gegenüber den häufig auffällig aus der Platte ausgeschnittenen Kabelklappen!

Durch eine dreiseitige Anbindung der Füllungen an das Gestell entsteht gestalterisch ein »Knistern« im Spannungsfeld zwischen den Flächen und der linearen Struktur des Gestells, die leider an der Rückseite des Schreibtisches nicht durchgehalten wurde: Dass die angedockten Korpuselemente nicht komplett unifarben in HPL Fenix ausgeführt wurden, überrascht – Ablesbarkeit und additive Zusammensetzung der Formelemente wären so noch deutlicher gewesen.

Amerikanischer Nussbaum kombiniert mit einem unifarbigen Akzent und den wenig sichtbaren Beschlägen aus Messing sind für dieses Möbelstück stilbildend. Die herausstechende Ausführungsqualität und das gestalterische Gesamtbild stellen diesen Schreibtisch in die Reihe besonders ausdrucksstarker Meisterstücke.


Prof. Peter Litzelbauer, Architekt, Innenarchitekt und Tischlermeister, hat bis Sommer 2017 Grundlagen des Konstruierens/Raum, Möbel, Material an der Staatl. Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart gelehrt.

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