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Frischer Wind in der Bulli-Klasse: VW T7 Multivan und Hyundai Staria

Frischer Wind in der Bulli-Klasse: VW T7 Multivan und Hyundai Staria
Multifunktionale Raumschiffe

Frischer Wind in der Bulli-Klasse: VW präsentiert die siebte Bus-Generation, Hyundai bringt den Nachfolger für den H-1 Travel. Für beide Modellen sind auch Nutzfahrzeugvarianten geplant.

Jens und Patricia Fritzsche, Freie Journalisten

Wer einen neuen Bus für Handwerk und die Familie sucht, kann sich im zweiten Halbjahr 2021 auf zwei neugedachte Großraum-Vans freuen: Der neue Volkswagen T7 Multivan rollt als erster Bulli auf Basis der MQB-Plattform vom Band und ermöglicht die Elektrifizierung des Bestsellers. Als Konkurrent tritt der Hyundai Staria als optisch spacige Variante in den Kampf um die Gunst der Kunden ein. Den T7 wird es ausschließlich als Multivan geben und der T6.1 bleibt vorerst weiter als Basis für Transporter und Caravelle im Angebot. 2022 folgen dann die rein elektrisch angetriebenen ID. Buzz und Buzz Cargo. Da die ID-Serie voraussichtlich anfangs nur über eine überschaubare Reichweite verfügt, benötigt VW noch Zeit für Alternativen zu rein elektrisch angetriebenen Modellen. So entsteht aktuell eine etwas verwirrende Modellpolitik. Bei den neu präsentierten Fahrzeugen denken beide Hersteller von innen nach außen und stellen die Kundenbedürfnisse in den Fokus. So rückt die Nutzung des Innenraums in den Vordergrund. Große Panoramadächer lassen viel Licht herein und flexibel verschiebbare Einzelsitze erlauben vielseitige Sitzkonfigurationen. Im Gegensatz zum Staria und zu früheren Bulli-Versionen bietet der Multivan keine drehbaren Sitze mehr. Dafür lassen sich die deutlich leichteren Einzelsitze problemlos ausbauen und wenn gewünscht, gegen die Fahrtrichtung wieder einsetzen. Die Funktion der Vis-à-Vis-Sitzordnung ist also auch weiterhin gegeben.

Die Liegewiese war einmal

Wichtig zu wissen: VW bietet erstmalig im Fond nur noch Einzelsitze an, im Staria sind hingegen noch 3er-Sitzbänke bestellbar. Der Umbau zur Liegefläche im Multivan ist nicht mehr möglich, aber die leichten Einzelsitze in Kombination mit dem neuen Schienensystem im Fahrzeugboden bieten flexible Lösungen für Transportaufgaben. So lässt sich beispielsweise der mittlere Sitz in der dritten Sitzreihe ausbauen, um Platz für ein E-Bike im Innenraum zu schaffen.

Beide Vans verlegen elektronische Handbremse und Schalthebel in das Armaturenbrett und schaffen damit durchgehenden Freiraum im Fußboden. Diese schlaue Lösung schafft Platz für eine Mittelkonsole, die zum ersten Mal im Multivan einzieht. VW-typisch kann sie auch noch mehr: Über das Schienensystem wandelt sich die Konsole im hinteren Bereich zum multifunktionalen Tisch. Nach hinten schieben, Tisch ausklappen und schon kann der Nachwuchs auf der Fahrt malen oder Karten spielen.

Stylische Cockpits

Futuristisch geht es in beiden Cockpits zu: Im Staria dominiert ein riesiger zentraler Touchscreen und ein 10,25’’ großes Display als digitales Infosystem vor dem Fahrer rundet das ganze ab. Ebenso groß angelegt ist das Digitalcockpit im Multivan, zudem gibt es einen 10’’-Touchscreen für das Infotainmentsystem. Im Grunde stammt das VW-Cockpit samt Bildschirm, Lenkrad und Bordsoftware aus dem Golf 8: Bei beiden reduzieren sich durch die Digitalisierung Knöpfe und Schalter auf ein Minimum. Die Bedienung erfolgt per Touch. Außen bleibt der Bulli klar erkennbar, rückt durch ein abfallendes Dach mit Dachkantenspoiler und die Aufteilung der Frontpartie jedoch näher an den kleineren Caddy heran. Erstmalig gibt es bei VW horizontal zweigeteilte Heckleuchten. Zudem fällt der neue Multivan flacher aus, er ist nur noch 1,90 m hoch. Das ist praktisch für Tiefgaragen und geht auch nicht zulasten der Innenraumhöhe – diese bleibt im Vergleich zum T6 identisch und mit dem Panorama-Glasdach wächst sie sogar noch etwas. Der Hyundai Staria wirkt mit der windschnittigen Frontpartie, dem durchgehenden LED-Leuchtband und den großen Fenstern fast wie ein Ufo. Er ist mit 1,99 m geringfügig höher, passt aber ebenfalls noch in Tiefgaragen.

Komfort und Sicherheit

Beide Hersteller präsentieren ihre Kleintransporter mit zwei Schiebetüren hinten. Beim Hyundai Staria schlägt sogar ein Ausstiegsassistent Alarm, wenn ein Fondpassagier die Schiebetür öffnen möchte und sich von hinten ein Fahrzeug nähert. Sicherheit wird in beiden Fahrzeugen groß geschrieben: Sowohl im VW als auch im Hyundai stehen zahlreiche Helfer zur Verfügung. Beispielsweise kann der Multivan schon teilautonom nach Level 2 bis 210 km/h fahren. Im Staria gibt es eine Weitwinkelkamera für den Fond, um die Kinder im Blick zu behalten. Einen großen Unterschied zwischen den Konkurrenten gibt es noch beim Antrieb: Während Volkswagen bis auf weiteres einen Plug-in Hybrid mit elektrischer Reichweite von etwa 50 km im Bulli anbietet, wird es den Koreaner vorerst nicht elektrisch geben. Dafür will Hyundai wahrscheinlich einen Brennstoffzellen-Van nachschieben. Alternativ steht für beide Fahrzeuge aber auch noch bewährte Motorentechnik als Benziner und Diesel in der Ausstattungsliste.

Sobald der VW Multivan und der Hyundai Staria auf der Straße sind, schauen wir noch einmal genauer hin, das wird noch in diesem Jahr sein. Dann stehen auch die Preise fest.


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