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Fahrbericht: Ford Transit Custom PHEV

Fahrbericht: Ford Transit Custom PHEV
Fährt auch mit Strom aus Sprit

Der Ford Transit Custom PHEV fährt elektrisch, hat aber einen Benzinmotor an Bord, um die Batterie aufzuladen oder den Motor direkt mit Strom zu versorgen. So steigt die Reichweite auf bis zu 500 km. Jens und Patricia Fritzsche waren mit dem Plug-in-Hybrid unterwegs.

Jens und Patricia Fritzsche, Freie Journalisten

der Motor startet nahezu geräuschlos, nur die Anzeige signalisiert, dass der Ford Transit Custom PHEV betriebsbereit ist. 355 Nm Drehmoment haben mit den etwas mehr als zwei Tonnen Leergewicht ein leichtes Spiel. Es macht Spaß, den Transit Custom durch die Stadt zu bewegen: Die Lenkung arbeitet sehr genau, die Federung ist komfortabel genug und auch das gute Gewissen fährt dank emissionsfreiem Antrieb mit. Rein elektrisch fuhren wir mit dem 3,6-kWh-Akku in mehreren Testzyklen bis zu 44 km weit, wenn der Automatikhebel in der fünften Stufe »L« steht. Im Vergleich zum Normalmodus »D« erhöht dies die Rekuperation und bringt die Energie zurück in die Batterie, sobald man vom Gas geht. Es ergibt sich das sogenannte »One-Pedal-Feeling«, das man bereits von vielen Elektrofahrzeugen kennt.

Die Kraftübertragung erfolgt auf die Vorderräder über die E-Maschine. Der 1- l-Ecoboost-Motor dient lediglich zur Stromerzeugung für den Elektroantrieb und zum Laden der Akkus. Steuern kann der Fahrer die beiden Motoren in den vier verschiedenen Modi EV-Auto, EV-Now, EV-Later und EV-Charge. Der Transporter startet automatisch im EV-Auto-Modus. Hier schaltet sich der Benzinmotor bei Bedarf dazu und produziert mit niedriger Drehzahl Strom. In Fahrverbotszonen fährt der Plug-in-Hybrid im Modus EV-Now nur auf Batterie, also emissionslos. Ganz anders im Modus EV-Later: Hier versorgt der Benzinmotor direkt den Elektroantrieb mit Strom. Die Akkuladung wird dabei aufgespart. Der Modus EV-Charge nutzt die Kraft des Verbrenners gezielt zur Batterieladung. Dabei lädt der Benziner die Batterie nur bis zu einer Kapazität von 75 Prozent auf, eine höhere Aufladung ist nicht effizient. Der Ladevorgang von null auf 75 Prozent bei Autobahntempo 120 km/h (die abgeriegelte Höchstgeschwindigkeit des Ford Transit PHEV) dauert etwa eine Stunde. Ist der EV-Charge Modus aktiv oder die Batterie leer, wird es deutlich lauter: Der Dreizylinder muss nun den Strom für den Elektromotor liefern und die Akkus aufladen, das erfordert eine hohe Drehzahl und vermindert die Beschleunigung des E-Motors.

Ein Typ-2-Schnelllader mit 16 A soll den Custom PHEV in drei Stunden mit voller Energie versorgen. An einer Haushaltssteckdose mit 230 V und 10 A sind etwas mehr als fünf Stunden erforderlich, um von null auf 100 Prozent zu laden. Nach unserer Testfahrt in der Stadt und einer längeren Tour auf Autobahnen und Landstraßen standen gut 600 km auf dem Tacho und ein Verbrauch von 7,6 l auf dem Bordcomputer. Das kann sich sehen lassen, wäre allerdings auch mit einem sparsamen Diesel zu erreichen.

Unser Fazit: Die Kombination aus Elektro- und Benzinantrieb funktioniert sehr gut. Interessant ist sie für Handwerker, die hauptsächlich kurze Strecken ohne Anhänger fahren und günstig Strom aufladen können. Die aktuell erhöhte Umweltprämie reduziert den Anschaffungspreis auf 42 370 Euro, 12 000 Euro mehr, als ein vergleichbar ausgestatteter Diesel.


Kraftwerk an Bord

Ein Plug-in-Hybrid ist ein Kraftfahrzeug mit Elektroantrieb, dessen Akku am Stromnetz sowie über einen Verbrennungsmotor an Bord, den Range-Extender, aufgeladen werden kann. Meist ist der Akku größer, als bei einem Vollhybridfahrzeug, das von einem Verbrennungsmotor und einem Elektromotor angetrieben wird.

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