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Aus zwei mach eins - dds – Das Magazin für Möbel und Ausbau

Meisterstücke
Aus zwei mach eins

Dem Meisterstück von Dominik Betz, Meisterschule München, liegt die gestalterisch anspruchsvolle Idee zugrunde, aus zwei Möbeln einen universell verwendbaren Tisch zum Arbeiten, Spielen und Essen zu schaffen. Wie ist das Vorhaben gelungen?

Eckhard Heyelmann, Garmisch-Partenkirchen, Innenarchitekt und Dipl.-Designer, Schulleiter a. D.

Zwei L-förmige, unterschiedlich dimensionierte formverleimte Elemente verbinden sich zu einem Tisch, der durch ein U-förmiges, fahrbares Korpuselement in massiver Brettbauweise quasi überbrückt wird. Durch gegenläufig angeordnete Formen und weiche, fließende Linienführung baut der horizontal orientierte Tisch mit seinen leichten Linoleumflächen und Schichtholzanleimern einen spannenden Richtungskontrast auf. Der starke formale Kontrast zum vertikal ausgerichteten kantigen, massiven und handgezinkten Stehpult in Kirschbaum bewirkt eine unruhige, uneinheitliche Wirkung des Möbelensembles.
Der Tisch soll frei im Raum oder stirnseitig an einer Wand positioniert werden können, von vier Seiten nutzbar sein, sowohl ergonomisches Arbeiten unterstützen als auch Ablage- und Aufbewahrungsmöglichkeiten bieten. Wird er als Schreibtisch genutzt, kann die Brücke ganz nach rechts geschoben werden und ist dann zweckmäßig als Ablage und Aufbewahrung einsetzbar. Bei der Nutzung als Stehpult ist jedoch der Zugriff zu den schmalen, seitlichen Türen und den Schubkästen erschwert, da beide nur einseitig zu öffnen sind. Wird die Brücke ganz nach links geschoben, fehlt dem Stehpult die Beinfreiheit.
Die V-Fugen im Übergang zwischen Linoleum und Schichtholzeinfassungen beeinträchtigen den Nutzungsbereich der mit 710 mm nicht sehr breiten Fläche und lassen diese optisch noch schmaler erscheinen. Eine vollflächige Linoleumbeschichtung mit Einleimern als Kantenschutz wäre eine Alternative.
Dem Wunsch nach Veränderbarkeit und vielseitiger Nutzung dürfte die gewählte Edelstahlführung im Dauergebrauch kaum gerecht werden. Hätte die Gestaltungsidee mit einer leichteren »Brücke« nicht besser umgesetzt werden können? Einem Pult beispielsweise, das unter der Tischplatte hängend geführt ist und damit leichter handhabbar wäre und sich zudem erheblich besser in das gestalterische Konzept eingefügt hätte.
»Ein hängend geführtes Pult würde erheblich besser in das formale Konzept passen.«
Eckhard Heyelmann
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