Tipps zur Gerätewahl für die Staubklasse M

Welcher Sauger für Staubklasse M ist der Richtige?

In der Werkstatt oder bei der Montage: Immer entsteht Staub. Wird er nicht abgesaugt, behindert er die Arbeit, mindert die Qualität und schädigt die Gesundheit. Worauf bei der Wahl des Saugers zu achten ist, erklärt Andreas Buck, Produktmanager Saugen bei Festool.

Andreas Buck, Produktmanager Saugen, Festool

Wird Staub nicht abgesaugt, behindert er die Arbeit, mindert die Qualität und kann bleibende Schäden verursachen. Doch bei der Vielfalt an Herstellern, Geräten und relevanten Normen ist es nicht einfach, den Überblick zu behalten. Im Folgenden finden Tischler und Schreiner Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen rund um die Wahl des passenden Absaugmobils.

Was ist der Vorteil von Saugern, die speziell für das Handwerk optimiert sind?

Sauger fürs Handwerk sind so konzipiert, dass sie vollständig kompatibel mit Elektrowerkzeugen sind. Durch die volle Systemanbindung bringen sie zuverlässige Ergebnisse auch im Dauereinsatz. Hochwertige Sauger sind robust konstruiert, um auch im harten Baustellenumfeld einsatzbereit zu sein und erleichtern durch clevere Details, wie der besonderen Schlauchaufbewahrung im Schlauchdepot, den Transport und das Handling. Wichtig ist eine durchgängig hohe Qualität, bei Festool hilft dabei die Produktion im eigenen Werk bei Ulm. Das professionelle Absaugen verlängert nebenbei die Lebensdauer der Elektrowerkzeuge. Letztendlich schätzen es auch die Kunden eines Betriebes, wenn die Handwerker ihre Baustelle nach der Arbeit sauber hinterlassen.

Kann ich mit dem Sauger eines Herstellers auch Elektrowerkzeuge anderer Hersteller absaugen?

Bei Festool z. B. ist das kein Problem. Unsere Absaugmobile sind mit den meisten gängigen Elektrowerkzeugen am Markt kompatibel und damit voll einsatzbereit. Je nach Aufgabe umfasst das Sortiment professionelle Absaugmobile mit Behältervolumen bis 48 Litern in den Staubklassen L, M und H.

Wie finde ich den passenden Sauger?

Bei der Wahl eines Saugers sollte man sich mit den folgenden drei Aspekten auseinandersetzen:

 Einsatzbereich (Werkstatt oder Montage?)

 Staubmenge (– Behältergröße)

 Art der Stäube (grob/fein) bzw. Staubklasse (H/M/L)

Woher weiß ich, welche Staubklasse mein Betrieb benötigt?

Das richtet sich nach dem Haupteinsatzgebiet des Saugers. Vereinfacht könnte man sagen: Mit Staubklasse M ist man fast immer richtig ausgestattet. Nur wenn man mit karzinogenen Stäuben wie Asbest, Schimmel oder alter Mineralwolle arbeitet, ist die Staubklasse H erforderlich.

Wie unterscheidet man die Staubklassen?

Anhand der Anfangsbuchstaben kann man sich leicht merken, wofür eine Staubklasse steht. Staubklasse L bezeichnet »leicht gefährliche« Stäube wie zum Beispiel Hausstaub oder auch Erde. Staubklasse M steht für «mittel gefährliche« Stäube. Dazu gehören Holzstaub, Stäube von Spachtel, Füller und Zement, Beton, Fliesenkleber, aber auch Latex- und Ölfarben. Auch quarzhaltige Materialien wie Sand und Kies fallen in diese Gruppe.

Zur Staubklasse H gehören die «hochgefährlichen« Stäube. Das sind krebs- und krankheitserregende Stäube wie Schimmelsporen, Asbest, Mineralfasern, Bitumen und künstliche Mineralfasern.

Inwieweit sind Sauger auf die Staubklassen zugeschnitten?

Der Gesetzgeber hat für gesundheitsgefährdende Stäube Grenzwerte festgelegt, die sogenannten Arbeitsplatzgrenzwerte AGW. Jeder Stoff hat seinen eigenen Wert, der in Milligramm pro Kubikmeter Luft angegeben wird. Bei Einhaltung oder Unterschreitung dieses Werts sind bei 8 Stunden täglicher Arbeit in fünf Tagen der Woche, keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu befürchten.

Stäube der Staubklasse H haben z. B. AGW-Werte die kleiner als 0,1 mg/m³ sind. Ein Sauger in dieser Klasse muss einen Abscheidegrad von 99,995 Prozent nachweisen können. Das bedeutet, der Sauger darf maximal 0,005 Prozent des aufgesaugten Staubs wieder an die Umgebungsluft abgeben. Das stellt durchaus hohe Anforderungen an das Filtersystem.

Wichtig ist auch, dass die Sauger für die Staubklassen M und H über eine spezielle Sensorik verfügen, die sofort registriert, wenn die Saugleistung nicht den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Ist dies der Fall, ertönt bei diesen Modellen ein Signalton. Auch für die Entsorgung gelten bei den Staubklassen M und H besondere Vorschriften. Für die Staubklasse M ist eine staubarme Entsorgung Pflicht, die über einen Entsorgungs- oder Filtersack erfolgen kann. Die hochgefährlichen Stäube der Staubklasse H brauchen zur Entsorgung Spezialfiltersäcke.

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Für bestimmte Aufgaben, wie dem Schleifen mit dem Langhalsschleifer Planex, gibt es spezifisch geeignete Absaugmobile
Foto: Festool

 

Welche Filtermerkmale haben die Sauger der einzelnen Staubklassen?

Die Sauger sind mit unterschiedlichen Filtern ausgestattet: Die Sauger mit automatischer Abreinigung verfügen über spezielle PET-Filter mit Teflonbeschichtung. Durch die kontinuierliche Abreinigung bleibt die Saugleistung gleichbleibend hoch, da der Filter nicht verstopfen kann.

Kann ein Sauger gleichzeitig für Werkstatt und Baustelle genutzt werden?

Kompaktere Allrounder sind prinzipiell für jeden Einsatzort geeignet. Wer an verschiedenen Einsatzorten gleichzeitig leistungsstarke Systeme benötigt, sollte über die passenden Behältergrößen nachdenken. So sind für die Baustelle kompakte Geräte ideal, die sich leicht transportieren lassen. Als zuverlässige Lösung in der Werkstatt sind hingegen auch Entstauber mit mehr Volumen sinnvoll.

Auf was genau sollte man bei der Auswahl sonst noch achten?

Bei Absaugmobilen ist die Absaugleistung entscheidend: Sie ist das Produkt aus Volumenstrom und Unterdruck. Von großer Bedeutung dabei ist der Saugschlauch: Je dicker und kürzer der Schlauch, desto höher die Saugleistung. Zum Reinigen der Baustelle empfehlen sich ein Schlauchquerschnitt von mehr als 35 mm. Sollen Elektrowerkzeuge abgesaugt werden, empfehlen sich dünnere Querschnitte. Die Saugleistung ist dabei ausreichend und das Handling ist mit einem dünnen Schlauch besser. Ist die Staubmenge sehr groß (wie beispielsweise beim Arbeiten mit Diamantschleifern), empfiehlt sich ein Schlauch mit größerem Querschnitt, um die große Staubmenge besser bewältigen zu können.

Ebenso wichtig ist der Filtersack, sofern der Sauger nicht mit extremen Feinstaubmengen fertig werden muss: An dieser Stelle zu sparen ist nicht ratsam. So gelangt beispielsweise beim Entleeren des Behälters – ohne Filtersack – viel Staub in das Arbeitsumfeld. Das kann nicht nur gesundheitsschädlich sein, sondern kann auf der frisch lackierten Oberfläche landen, was Nacharbeit erfordert. Stäube werden durch das Filtersackmaterial vorfiltriert, gelangen so nicht zum Hauptfilter. Moderne Vliesfiltermaterialien sind sehr reißfest, teilweise selbstreinigend wie beispielsweise sogenannte Selfclean-Filtersäcke. Staubklasse M erfordert eine staubarme Entsorgung des Saugguts. Daher muss immer ein Filtersack oder Entsorgungssack verwendet werden.

 

Soll der Sauger zusammen mit Elektrowerkzeugen zum Einsatz kommen, ist eine am Sauger befindliche Steckdose mit Ein-/Ausschaltautomatik unerlässlich Insbesondere bei den mobil eingesetzten Saugern gilt der Kabel- und Schlauchaufbewahrung ein gesondertes Augenmerk. Löst sich beispielsweise der Schlauch im Treppenhaus eines Kunden, ist Reinigen angesagt. Das nervt und kostet erheblich Zeit und Geld. Praktisch sind zudem Antistatikschläuche und eine Saugkraftregulierung: Eigenschaften, die bei Festool übrigens zum Standard gehören. Ist dann noch eine weitere Steckdose für Elektrowerkzeuge oder eine Systainerschnittstelle verfügbar, steht dem staubfreien Arbeitskomfort nichts im Wege.


Steckbrief

Festool ist Kernmarke der TTS Tooltechnic Systems, mit Sitz in Wendlingen. Weltweit ist der Hersteller in über 80 Ländern präsent, beschäftigt über 3 000 Mitarbeiter und hat sich als Spezialist für Tischler, Schreiner und im Bereich Sanieren und Renovieren positioniert. In Illertissen bei Ulm werden die Sauger gefertigt.
www.festool.de

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