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Der Fassadenschreiner

Bauelemente
Der Fassadenschreiner

Daniel Schnell aus Nistertal im Westerwald baut Pfosten-Riegelfassaden in Holz-Alu-Konstruktion. Warum das ein interessantes Geschäftsfeld für Tischler und Schreiner sein kann, verrät er im Gespräch mit dds.

Obwohl sich Daniel Schnell mit einem Innenarchitekturstudium eher für die planerische Seite des Bauens entschieden hatte, hat ihn die Praxis nie losgelassen. Der gelernte Schreiner meldete noch während seines Studiums einen Montagebetrieb an und montierte Fenster- und Wintergärten. Das war 1992. Knapp zehn Jahre später entschied er sich endgültig für die Praxis. Ein Großprojekt mit mehr als 700 m2 Glasfassade war die erste echte Bewährungsprobe für den mit drei Mitarbeitern damals noch recht kleinen Betrieb. Heute beschäftigt Schnell 17 Mitarbeiter und ist mit seinem Unternehmen CreationArt erfolgreich auf Baustellen im In- und Ausland tätig.

Vorgefertigte Fassadenteile
Schnell plant, fertigt und montiert vorwiegend das Fassadensystem »Fineline«. Fineline ist ein Pfosten-Riegelsystem in Holz-Alubauweise, dessen Systemkomponenten von Unilux gefertigt und zugelieferet werden. Daniel Schnell: »Die Holzprofile beziehen wir oberflächenbeschichtet als Stangenware. Wir schneiden dann zu und bringen auf einem BAZ von Weeke alle erforderlichen Ausfräsungen ein.« Die Riegel werden mit Alubolzen im Pfosten befestigt, wobei der notwendige Anpressdruck über Fixierstifte erzeugt wird. Die Montagezeit im Vergleich zu herkömmlichen Fassadensystemen wird dadurch erheblich verkürzt. Das seit 2005 auf dem Markt befindliche System gibt es in diversen Holz- bzw. Holzwerkstoffarten und verschiedenen Profilierungen. Die Aluschalen sind in allen RAL-, NCS- und Eloxal-Farben erhältlich, sowie in 23 Deckschalenausführungen. Neben dem Standard- gibt es mittlerweile auch ein passivhaustaugliches Fassadensystem des Herstellers. Wie dieser wundert sich auch Daniel Schnell, dass nicht mehr Tischler und Schreiner das Geschäftsfeld Fassade aktiv angehen. »Durch die Vorfertigung ist Fineline einfach zu verarbeiten und zu montieren. Am Markt haben wir den Vorteil, dass wir ein Komplettsystem anbieten, inklusive aller Holzbauteile«, so seine Erfahrung. Das System eignet sich sowohl für Kleinfassaden wie Lichtbänder in Treppenhäusern, Eingangsbereiche etc., als auch für größere Objekte, auf die Schnell mit seinem Betrieb ausgerichtet ist. Ein typisches Projekt des Westerwälders hat eine Glasfläche von mindestens 250 m2. Er kommt über öffentliche Ausschreibungen an die Aufträge, teilweise auch über Kontakte zu Architekten und den technischen Service von Unilux.
Planungskompetenz nötig
Wo liegen die Schwierigkeiten, wenn sich ein Schreiner für dieses Geschäft interessiert? Schnell: »Man muss bereit sein, über das Lochfenster hinaus zu denken. Wichtig ist die detaillierte Planung der Bauanschlüsse, hierzu gehört einiges an Erfahrung. Vergessen darf man auch nicht, dass das Thema Fassade immer auch ein Logistikthema ist. Wir haben z.B. einen eigenen Kran, um große Elemente zu transportieren und einfacher zu montieren«. Die Schnittstelle zu den angrenzenden Gewerken hat Schnell klar definiert. Sonnenschutzeinrichtungen z. B. überläßt er so weit wie möglich den Spezialisten von Warema. »Man kann unmöglich alles selbst wissen, dafür sind die Anforderungen an moderne Glasfassaden viel zu komplex«, so sein Credo. Das Schnell diese Anforderungen erfolgreich umzusetzen weiß, hat er bei zahlreichen Referenzobjekten bewiesen. HJG

Service Infos zum Fassadensystem »Fineline«

Systemgeber der Pfosten-Riegelfassade Fineline ist die Unilux AG. Sie liefert Holz- und Aluteile, Verbinder, Dichtungen und Zubehör komplett aus einer Hand. Verarbeiter werden von qualifizierten Anwendungstechnikern im Innen- und Außendienst unterstützt. Unilux AG 54528 Salmtal Tel.: (06578) 1890, Fax: 1880 www.unilux.de
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