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Borkenkäfer sorgen 2021 für Rekord bei Schadholz

2021 über 41 Mio. m³ Schadholz durch Schädlinge
Borkenkäfer sorgen für Rekord bei Schadholz

Steigende Temperaturen und anhaltende Trockenheit sowie damit einhergehend günstigen Bedingungen für Waldbrände und die Ausbreitung von Schädlingen wie dem Borkenkäfer setzen den Wäldern in Deutschland zunehmend zu und fordern ihren Tribut: 2021 waren Insektenschäden für 81 % des Schadholzes in deutschen Wäldern verantwortlich, das sind insgesamt knapp 41,1 Mio. m³. Der Anteil hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als vervierfacht: 2011 waren Insektenschäden noch für 18,4 % des Holzeinschlags verantwortlich. 2020 hatte der Anteil bei 72,0 % gelegen.

Trockenheit zweithäufigste Ursache für Schadholz

Weitere für das Absterben der Bäume ausschlaggebende Einschlagsursachen wie Trockenheit und Sturm  spielten 2021 hingegen kaum eine Rolle:  Mit 4,0 Mio. m³ war Trockenheit zwar die zweithäufigste Ursache für Schadholz, machte insgesamt aber nur einen Anteil von 7,9 % am Schadholzeinschlag aus. Durch Wind und Sturm fielen lediglich 2,3 Mio. m³ Schadholz an. Damit wurden 77,1 % weniger sogenanntes Sturmholz geschlagen als im Jahr 2020, als starke Stürme und Orkane wie »Sabine« und »Victoria« noch zu 10,2 Mio. m³ Sturmholz geführt hatten. Die bereits durch Trockenstress und Insektenbefall geschwächten Bäume konnten den damals häufigeren Stürmen schlechter standhalten als gesunde Bäume.

Nadelbäume besonders betroffen

Von Insektenbefall besonders betroffen sind Nadelbäume wie Fichten, Tannen oder Kiefern: 2021 entfiel mit 99,3 % fast der gesamte insektenbedingte Schadholzeinschlag auf diese Baumarten. Das entspricht einem Aufkommen von rund 40,8 Mio. m³ Schadholz. Auch hier ist die rasante Verbreitung des Borkenkäfers in den heimischen Wäldern ein wichtiger Grund. Denn dieser befällt vorrangig Fichten, die darüber hinaus häufig in Monokulturen gepflanzt wurden: 39,4 Mio. m³ des 2021 geschlagenen Fichtenholzes sind auf Schäden durch Insekten zurückzuführen. Dies entspricht knapp zwei Dritteln (63,5 %) des 2021 insgesamt geschlagenen Fichtenholzes.

Neuer Rekordwert beim Holzeinschlag 2021

Insgesamt wurden im Jahr 2021  in deutschen Wäldern 83 Mio. m³ Holz eingeschlagen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stieg der Holzeinschlag damit gegenüber dem bisherigen Höchstwert von 80,4 Mio. m³ im Jahr 2020 noch einmal um 3,2 %. Rückläufig war dagegen der Holzeinschlag aufgrund von Waldschäden: Er sank gegenüber dem Höchstwert aus dem Vorjahr von 60,1 Mio. m³ zwar um 16 % auf 50,5 Mio. m³ im Jahr 2021, bewegte sich aber weiter auf hohem Niveau.

Fichtenholz weiterhin mit Abstand bedeutendste Holzart

Der Holzeinschlag in der Holzartengruppe »Fichte, Tanne, Douglasie und sonstiges Nadelholz« blieb mit 62,1 Mio. m³ fast unverändert zum Vorjahr (2020: 62,2 Mio. m³) und machte damit 2021 etwa drei Viertel (74,8 %) des gesamten Holzeinschlags aus. Im langfristigen Vergleich blieb dieser Wert somit weiterhin auf sehr hohem Niveau. Von 2011 bis 2017 hatte der jährliche Gesamteinschlag für diese Holzartengruppe noch bei jeweils unter 30 Mio. m³ gelegen. Der hohe Anteil von Fichtenholz am Gesamteinschlag ist auch auf den Befall durch Borkenkäfer zurückzuführen.

Eichen-, Kiefer- und Buchenholz holen auf

Bei den weiteren Holzartengruppen wurde der Vorjahreswert beim Holzeinschlag jeweils übertroffen: So stieg die Menge an geschlagenem Eichen- und Roteichenholz gegenüber dem Vorjahr um 28,9 % auf 1,8 Mio. m³ und der Einschlag von Kiefern- und Lärchenholz um ein Viertel (25,0 %) auf 10,1 Mio. m³. Beide Holzartengruppen verzeichneten sehr niedrige Vorjahreswerte. An Buchen und weiteren Laubholzarten wurden 2021 etwa 9,1 Mio. m³ und damit 2,5 % mehr als im Vorjahr eingeschlagen.

Quelle: Destatis


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