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Wangen & Regalböden

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Wangen & Regalböden

Klassische Regalkonstruktionen aus Wangen und Böden sind nach wie vor für Tischler und Schreiner die erste Wahl. Wolfgang Nutsch hat die wichtigsten Verbinder zusammengestellt und sagt, worauf es bei deren Einsatz ankommt.

Wolfgang Nutsch

Regale bestehen traditionell aus den tragenden Seiten und meist mehreren Böden. Zumindest die Ober- und Unterböden sollten mit den Seiten fest verbunden werden. Bei sehr hohen Regalen sind in der Mitte je nach Höhe ein bis zwei Konstruktionsböden einzubauen, damit sich die Seiten nicht ausbeulen. Zur festen Verbindung sind Exzenter-Verbinder geeignet, deren Gehäuse in der Bodenfläche sichtbar sind. Je nach Größe und Ausführung können sie durch Kunststoffkappen abgedeckt werden. In vielen Fällen sind zur Fixierung der Konstruktionsböden zusätzlich noch Dübel in den seitlichen Bodenschmalflächen erforderlich. Der Nachteil dieser Verbinder ist, dass zum Zusammenbauen des Regals zwischen Seite und Boden für das Einführen der Verbindungsbolzen einige Zentimeter Platz benötigt werden.
Die Konstruktionsbodenträger bilden eine Zwischenlösung. Sie bestehen in der Regel aus dem Trägerteil (Keilauflager), das an die Seitenwand geschraubt wird, und dem Gehäuse oder Einbohrteil, das in die Bodenkante eingebohrt wird. Der Vorteil ist, dass die Konstruktionsböden wie normale Einlegeböden eingelegt werden können und beim Zusammenfügen der Bodenträgerelemente fest an die Seitenwand angezogen werden. Manche der Konstruktionsbodenträger verfügen zusätzlich über ein Spannelement. Mit einem Schraubendreher kann der Regalboden mit der Seite verspannt werden, sodass die Verbindung nicht ohne Werkzeug gelöst werden kann.
Bei allen diesen Beschlägen ist die kleine Auflagefläche des Trägerteils unter dem Regalboden sichtbar. Eine völlig unsichtbare Verbindung von Böden und Wangen ist dagegen mit einem Beschlag möglich, bei dem der seitlich genutete Regalboden von vorn eingeschoben wird. Schrauben in den Regalwangen greifen in Beschläge, die in der Nut des Fachbodens montiert sind. Die hinteren Beschläge müssen so konstruiert sein, dass sie sich über die Verbindungsschrauben schieben lassen.
Bei der Belastung der Böden ist darauf zu achten, dass die Durchbiegung nicht mehr als 1/250 der Stützweite beträgt. Bücher sind schwer! Es können zwischen 75 und 125 kg/m2 Nutzlast angenommen werden. Bei hoher Belastung und großer Spannweite sind dicke Böden oder besondere Konstruktionen, zum Beispiel in Hohlraumbauweise mit steifen Schalen in der Zug- und Druckzone, erforderlich.
Bei großen, raumhohen Regalen sind auch die Kippsicherheit und Winkelsteifigkeit zu beachten. Zur Kippsicherheit müssen hohe Regale im oberen Bereich mit der Raumwand verbunden werden.
Zur Sicherung der Winkelsteifigkeit können vereinzelt eingebaute starre Möbelkörper dienen. Wenn aussteifende Rückwände nicht gewünscht sind, können auch im Endfeld der Regale so genannte Andreaskreuze in Form von Spannseilen oder ähnlich eingebaut werden. Nur bei sehr dicken Regalböden und einem sicheren Beschlag kann auf die zusätzliche Sicherung der Winkel-steifigkeit verzichtet werden.
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