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Individuelles Architektenhaus in Holzbauweise: Licht, Raum, Lärche

Individuelles Architektenhaus in Holzbauweise
Licht, Raum, Lärche

Für das eigene Wohnhaus hatte die Architektin Marai Ströcker vom Büro Rinsdorf Ströcker Architekten klare Vorstellungen: Es sollte nachhaltig sein und mit innovativer Technik sowie ökologischen Materialien ausgestattet werden. Entstanden ist ein klar strukturierter Holzbau.

Einer der wichtigsten Grundsätze der Planungslinie des Büro Rinsdorfer Ströcker Architekten ist es, die Individualität eines jeden Bauvorhabens zu bewahren. Das Verständnis von Architektur verlangt dabei, einen individuellen Ort zu schaffen, an welchem sich ein Bauwerk in die gewachsene Struktur der Umwelt nahtlos einfügt. Umso mehr galt dies für den Entwurf des eigenen Wohngebäudes von Architektin Marai Ströcker am Ortsrand einer kleinen Gemeinde mit landwirtschaftlicher Prägung in Westfalen.

Das aus einzelnen Baukörpern bestehende Gebäudeensemble setzt sich im Wesentlichen aus dem Wohnhaus, der Werkstatt und der Garage zusammen. Der Wohnkubus ist zweigeschossig mit einer geradläufigen Treppe aufgebaut. Das Dach des Nebengebäudes mit Garage und Werkstatt ist teilweise als Dachterrasse für die Räume des Obergeschosses des Wohnbaus ausgebildet und zusätzlich über eine Außentreppe direkt vom Garten aus erschlossen. Die Gebäudeteile sind teilweise ineinander verschoben und erzeugen durch die Zwischenräume spannende Blickachsen und Erschließungsflächen für die Besucher. Das Wohnhaus sollte nachhaltig sein, mit innovativer Technik und mit ökologischen Materialien wie Holz ausgestattet werden.

Nachhaltiges Gebäudeensemble

Der Planungsanspruch war, ein ökologisch nachhaltiges Wohnhaus zu entwickeln, das sich gut mit einer hohen Architekturqualität in die bestehende Wohnbebauung integriert. Auch ohne Unterkellerung und Dachstauraum bietet das Gebäudeensemble mit 280 m² Wohnfläche der Familie viel Platz für Leben, Arbeit und Hobby. Durch seine klare Architektursprache ist das Gebäudeensemble in Holzrahmenbauweise mit unbehandelter Lärchenfassade ein echter Hingucker.

Die markanten senkrechten Fugen der verschraubten Fassadenhölzer geben dem Gebäude durch ihre Anordnung die Geradlinigkeit und das Lichtspiel eine attraktive Optik, die im Laufe des Tages mit den Lichtverhältnissen wechselt in seiner Süd-West-Ausrichtung. Durch die großen Fensterfronten gelangt viel Tageslicht in das Gebäude. Gleichzeitig ergibt sich der freie Blick auf die umliegende Landschaft. Die Glasflächen verbessern den winterlichen Wärmeschutz durch den hohen Sonneneinfall. Im Sommer sorgt der auskragende Vorbau der Terrasse für Schatten. Das gesamte Haus wurde energieoptimiert ausgestattet: Die Raffstores der Fenster fahren je nach Innentemperatur herauf oder herunter und sichern einen größtmöglichen Energieertrag. Die Hauselektrik lässt sich per Smartphone steuern – oder mit den individuellen Schalterelementen aus Beton mit eingegossener Beschriftung der elektrischen Steuerungsfunktionen.

Offene, flexible Grundrisse

Beim Innenausbau legte Marai Ströcker großen Wert auf Offenheit, Transparenz, Flächenbündigkeit, klare Farbtöne sowie den Einsatz von nachhaltigen Baustoffen und technisch innovativen Produkten. Der offen gestaltete Grundriss im Erdgeschoss bietet der Familie viel Bewegungsraum und Platz. Der weitgehende Verzicht auf Flure lässt einen großzügigen Hauptwohnraum mit einer offenen Küche entstehen. Unterstützt wird das großzügige Raumgefühl durch den Verzicht auf Raumheizkörper. Die Bodenheizung unter den zementgespachtelten Bodenflächen übernimmt deren Aufgabe – nichts stört den Blick durch die Fensterfronten. Die weiteren Familienräume im Obergeschoss gliedern sich durch eine geschickte Anordnung als Durchgangszimmer mit einer Zwei-Türen-Struktur. Die Räume sind dadurch leicht zugänglich, flexibel nutzbar und können jederzeit problemlos umgebaut und somit auch an künftige Lebensphasen angepasst werden.

Flächenbündige Türen

Das Konzept mit flächenbündigen, stumpf einschlagenden Türen lässt die Bauelemente dezent in den Hintergrund treten. Durch eine raumhohe Ausführung wird dies noch unterstützt. Ebenso durch die verdeckt liegenden Türbänder der Serie Tectus von Simonswerk. Das Bandsystem mit der komfortablen 3D-Verstelltechnik verfügt über alle Eigenschaften für einen flächenbündigen Einbau der Türen. Sind die Türen geschlossen, ist die Bandtechnik nicht sichtbar.

Die Türen verschwinden optisch in den Wandflächen. Aber nur fast. Denn mit der Wahl von FSB-Klinken in schwarz auf weiß lackierten Türen gibt es einen Kontrast zu dem sonst zurückhaltenden Auftritt in der Ausstattung. Solche Akzente erzeugen das gewünschte Spannungsfeld zwischen klarer Architektur und feinen Finessen im Detail. Sei es über den markanten Auftritt der Türbeschläge, die betonierten Schalterelemente oder über den Einsatz von feinen Hängeleuchten aus gedrechseltem Nadelholz.

Grundriss EG mit zwei Baukörpern: der Hauptwohnbereich und der Garagenblock mit Werkstatt
Zeichnung RSA-Rinsdorf Ströcker Architekten GmbH

dds-Redakteur Hubert Neumann hat vor gut 20 Jahren selbst ein Holzskeletthaus mit Lärchenholzverkleidung gebaut und verfolgt mit unverändert hohem Interesse die Entwicklungen rund um die moderne Holzbauarchitektur.


Steckbrief

Architektur: Marai Ströcker, Rinsdorf Ströcker Architekten
59555 Lippstadt

www.rsarchitekten.com

Bandtechnik: Tectus von Simonswerk, Rheda-Wiedenbrück www.simonswerk.com

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