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Radermacher: Politik schwächt Tischler und Schreiner

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Thomas Radermacher berichtet den Delegierten auf der Herbstmitgliederversammlung in Berlin Foto: Tischler Schreiner Deutschland

Das Tischler- und Schreinerhandwerk verfügt sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich über großes Zukunftspotenzial. Eine Garantie für diese Entwicklung gebe es allerdings nicht, erklärte TSD-Präsident Thomas Radermacher anlässlich der TSD-Herbstmitgliederversammlung in Berlin.

Deshalb forderte das Verbandsoberhaupt politische Maßnahmen, die die Zukunftsfähigkeit der Branche nachhaltig unterstützen und kritisierte die aktuelle Situation scharf: »Wir erleben derzeit einen Prozess, bei dem die Standortbedingungen des Tischler- und Schreinerhandwerks wieder und wieder geschwächt werden und selbst geplante Verbesserungen und Entlastungen wirkungslos verpuffen.« Als ein Beispiel nannte Radermacher das Bürokratieentlastungsgesetz, von dem in der mittlerweile dritten Fortschreibung des nicht viel übrig geblieben sei.

Die Innungsorganisation des Tischler- und Schreinerhandwerks fordert von der Politik außerdem die Deckelung des Gesamtsozialversicherungsbeitrags auf 40 Prozent, den vollständigen Abbau des Solidaritätszuschlags, den Ausbau der Verkehrs- und Transportinfrastruktur, eine flächendeckende Breitbandversorgung und die Stärkung von Unternehmertum und Meisterbrief.

 Innungsorganisation baut Service und Schutz aus

Auch beim Selbstverständnis der Innungsorganisation als Schutzschild für Mitgliedsbetriebe gab Radermacher einen aktuellen Überblick. So habe spätestens die Herausgabe eines Verbändepapiers zur DIN 18008 die mehr als eineinhalb Jahre andauernde Diskussion beendet. Tischler und Schreiner hätten damit nun ein Instrument erhalten, mit dem sie relativ schnell beurteilen könnten, ob und in welchem Umfang erhöhte Schutzmaßnahmen zu ergreifen seien.

Mit Verweis auf ausgebaute Kommunikationskanäle in den sozialen Medien und den Webseiten der Organisation kündigte Radermacher außerdem die Modernisierung der bewährten, aber zwischenzeitlich etwas in die Jahre gekommenen TSD-Nachwuchskampagne an. Gleichzeitig bekräftigte er das Mantra der Innungsorganisation, dass man sich trotz kleinerer Erfolge weiterhin für die Gleichstellung von akademischer und beruflicher Ausbildung starkmachen werde – beispielsweise mit der Forderung, Auszubildende von der Sozialabgabenpflicht zu befreien.

Ehrungen für Bendschneider und Becherer

Beim Tagesordnungspunkt Ehrungen erfuhren Julius Bendschneider und Wendelin Becherer eine besondere Würdigung für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement; Beide wurden mit der TSD-Ehrennadel in Gold ausgezeichnet. Bendschneider hatte in fast 20 Jahren im Bundesausschuss Sozial- und Tarifpolitik unter anderem großen Anteil an der Verbändevereinbarung mit der Soka-Bau und damit am aktuellen Schutz der Innungsbetriebe des Tischler- und Schreinerhandwerks vor einer Veranlagung durch die Sozialkassen des Baugewerbes.

Wendelin Becherer – seines Zeichens Design- und Formgebungsexperte – war unter anderem maßgeblich am Aufbau und der Etablierung des Bundesgestaltungswettbewerbs »Die Gute Form« beteiligt, der sich in den vergangenen 25 Jahren zu einem Aushängeschild, Sinnbild und Imageträger für die Design- und Fachkompetenz des Tischler- und Schreinerhandwerks im individuellen Möbelbau entwickelt hat.

Ein besonderer Dank und Glückwünsche gingen an die beiden Bundestrainer Michael Martin und Florian Langenmair, die ihre Schützlinge Florian Meigel und Johannes Bänsch auch in diesem Jahr perfekt auf die WorldSkills vorbereitet hatten, so dass sich das Tischler-Schreiner-Nationalteam erneut im Spitzenfeld der Berufsweltmeisterschaften wiederfand.

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