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Raus aus dem Hamsterrad

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Raus aus dem Hamsterrad

Wer aus dem Hamsterrad ausbrechen will, muss sich ein Ziel setzen und wie ein Schachspieler strategisch vorgehen Foto: Fotolia mizar_21984
Einige Tischler und Schreiner stecken so tief in ihrem Alltagsgeschäft, dass sie strategische Ziele erst gar nicht formulieren oder sie aus dem Auge verlieren. Sie täten gut daran, das Geschäft mal ruhen zu lassen und sich neu aufzustellen.

Jeder Tag bringt etwas anderes, mal ist eine Decke zu vertäfeln, mal sind 30 Türen einzubauen oder es steht, wenn das Schicksal es vielleicht zweimal im Jahr gut mit dem Betrieb meint, ein wirklich attraktiver Auftrag an, etwa eine Massivholzküche mit allem Drum und Dran. Viele Betriebe leiden darunter, dass sie so wenig Einfluss darauf haben, was sie tatsächlich tun und was nicht. Es lohnt sich, aus diesem Hamsterrad auszubrechen, sich auf die Suche nach dem eigenen USP zu machen und sich am Markt entsprechend zu positionieren. Doch welche Position ist die Richtige?

Erfolgreiche Unternehmen haben sich meistens im Laufe der Jahre quasi von selbst in die richtige Richtung bewegt. Sie sind also erfolgsgesteuert im wahrsten Sinne des Wortes. Meistens ist das mit der Spezialisierung auf ein bestimmtes Klientel, ein Produkt oder eine Problemlösung einhergegangen. Je konsequenter diese Firmen ihren Weg gegangen sind und der Versuchung widerstehen konnten, das schnelle Geld jenseits ihres Weges zu machen, desto erfolgreicher stehen sie heute da. Ein Tischler und Schreiner, der sich verbessern möchte, sollte seinen Urlaub und verlängerte Wochenenden nutzen oder die Werkstatt einfach mal zusperren und sich weitab vom Alltagsgeschäft mit sich selbst, seinem Unternehmen und seinen Erfolgschancen beschäftigen. Systematisch sollte er Fragenkataloge durchgehen. Hier nur einige hilfreiche Fragen:
  • In welchen Geschäftsfeldern war ich bisher besonders erfolgreich?
  • Habe ich vielleicht ganz neue Geschäftsideen?
  • Welche entsprechen meiner Neigung?
  • Welche kann ich mit meinem Können und meinen eigenen Mitteln bewältigen?
  • Welcher Finanzierungsbedarf wäre mit einer Neuausrichtung verbunden?
  • Wer berät mich?
  • Brauche ich Partner oder Netzwerke?
Viele Fragen sind zu beantworten, Antworten zu gewichten und letztendlich Ziele samt Erreichungsdatum zu formulieren. Ganz wichtig ist es, abstrakte Ziele aufzulösen in möglichst konkrete Teilziele. Das erleichtert die Machbarkeit und spornt an, nicht aufzugeben. Meistens sind auch professionelle Berater zu empfehlen. Mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, Erfahrungen mit anderen Betrieben und praxiserprobten Planungsmethoden können sie als Coach die Selbstfindung und Neuausrichtung in erfolgversprechende Bahnen lenken.
Solche Beratungen leisten sehr spezialisiert die Landesfachverbände des Tischler- und Schreinerhandwerks. Es gibt natürlich auch freie Unternehmensberater mit und ohne Spezialisierung auf eine Branche. Außerdem bieten auch Kammern, Banken oder potenzielle Partner wie Franchisegeber oft sehr hilfreiche Unterstützung.
Wer die Kraft findet, sich vom Alltagsgeschäft zurückzuziehen, den Mut hat, unbequeme Fragen anzugehen und nicht jede spontane Idee als utopisch, zu banal oder zu riskant beiseiteschiebt und sein Konzept beherzt angeht, hat die besten Erfolgschancen. Wer im Hamsterrad verharrt, wird untergehen. –GM

Was ist »USP«?

Ach So!

Wenn Marketingfachleute vom Alleinstellungsmerkmal eines Produktes oder eines Unternehmens sprechen, gebrauchen sie den Begirff »USP«.
USP steht für Unique selling proposition und beschreibt, worin sich das Angebot deutlich vom Wettbewerb unterscheidet.
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