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Kollegen mit Profil

Strategie: Wie sich Kollegen erfolgreich am Markt positionieren
Kollegen mit Profil

Wer sich heute vom Wettbewerb unterscheiden will, braucht ein klares Profil. Wir stellen Kollegen vor, die sich eindeutig positioniert haben und für ein bestimmtes Produkt, eine Zielgruppe oder eine Philosophie stehen. Ein Schlaglicht auf die Vielfältigkeit des Tischler-/Schreinerhandwerks.

 

Für anspruchsvolle Privatkunden

Wer die Werkstatt von Manuel Herzog in Stuttgart betritt, den empfängt lupenreine Sauberkeit und ein einheitlich in Weiß lackierter, moderner Maschinenpark. Hier wird signalisiert: Wir liefern hochwertige Arbeit für anspruchsvolle Kunden. Dabei war der Betrieb bis vor zehn Jahren überwiegend für Bauträger tätig, 300 Türen setzen oder 70 Wohnungen mit Parkett ausstatten – das waren typische Aufträge. Der Kostendruck war hoch, der Stresspegel auch. Dann entschied sich Manuel Herzog, umzusteuern. Heute ist die Schreinerei fast nur für Privatkunden tätig und richtet für diese komplette Häuser oder Wohnungen ein. Manuel Herzog gestaltet und plant, koordiniert die Gewerke und sorgt für eine reibungslose Abwicklung. Ein Ladengeschäft in der Stuttgarter Innenstadt macht auf die Schreinerei aufmerksam und bringt neue Kunden.

Steckbrief Schreinerei Herzog:

USP: Komplettangebot für anspruchsvolle Privatkunden, Ladengeschäft

Gründung: 1994

Mitarbeiter: 11

www.herzog-stuttgart.com


 Klein, aber vom Feinsten

Handwerk ist für ihn die Technik, sich auszudrücken. Der Tischler Christian Elissavitis Lilge betreibt eine 90-m2-Werkstatt an einem in zweiter Reihe gelegenen Berliner Hinterhof. Er beschäftigt eine Tischlerin und kümmert sich stundenweise um Lehrlinge, die in anderen Betrieben beschäftigt sind, dort aber nur mit dem Lackschliff befasst sind. Seine Kundschaft geht quer durch die Gesellschaft. Der gelernte Koch und Tischler hat an der Rhode Island Scool of Design bei Professor John Dunnigan studiert. Christian Elissavitis Lilge unterscheidet nicht zwischen Entwurf und Fertigung oder Handwerk und Kunst. Den Begriff Kunsthandwerk lehnt er für sich jedoch ab. Mit Jahrmärkten und Kunstgewerbe hat er nichts zu tun. Er liebt es, für andere – seine Kunden – etwas Echtes, also nichts Beschichtetes, von dauerhafter Qualität mit zeitlosem Design zu kreieren. Einem Trend will er nicht folgen, Trendiges landet zu schnell auf dem Müll. Mit seiner kleinen Werkstatt mit Fünffachkombinierterund dem, was seine Kunst einbringt, ist er zufrieden. Natürlich kalkuliert er seine Aufträge, jedoch ist sein Wertmaßstab nicht nur auf die Zahlen beschränkt. Gute Arbeit ist mehr wert, ihm und seinen Kunden. Zurzeit richtet er seine Zweitwerkstatt mit neuem Wohnsitz direkt an Pferdekoppeln in einem ostwestfälischen Bauernhaus ein.

Steckbrief Tischlerei Christian Elissavitis Lilge:

USP: zeitlose Massivholzmöbel

Gründung: 1992

Mitarbeiter: 2

www.elissavitis-moebel.de


Marktlücke erkannt und genutzt

Es war um das Jahr 2000 herum, als Peter Schubert für einen Ladenbesitzer auf der Düsseldorfer Kö Möbel in Betonoptik fertigen sollte. Echter Beton kam nicht infrage, einen leichten Werkstoff im Betonlook gab es auf dem Markt jedoch nicht. Peter Schubert entwickelte »Imi-Beton«, ein Material, das mit herkömmlichen Tischlerwerkzeugen zu verarbeiten ist – und stieß in eine Marktlücke. Aus der anfänglichen Fertigung mit einfachen Rührgeräten ist eine moderne, über 8000 m2 große Produktionsstätte geworden. Neben Beton-Imitationen gibt es heute u. a. Metall-, Rost- und Altholzoberflächen in mehreren Varianten. Im Jahr 2011 wurde ein flächendeckendes Netz aus Vertriebspartnern etabliert. An ca. 40 Standorten sind Imi-Werkstoffe lagermäßig bevorratet. Der Tischler kann sich nun vor Ort bei seinem Fachhändler beraten lassen und bei kleineren Projekten direkt aus dem Lager bedienen. Dieses Händlerkonzept wurde in den folgenden Jahren auch für die europäischen Nachbarländer umgesetzt.

 

 

Steckbrief Tischlerei H. Schubert GmbH:

USP: Produktinnovationen wie „Imi-Beton“, „Imi-Rost“ u. a. für Tischler- und Schreinerkollegen

Gründung: 1947, „Imi“ seit 2001

Mitarbeiter: 85

www.imi-beton.com


Vom Brotzeitbrettchen bis zum Gartentisch

»Wir fertigen in Handarbeit langlebige Produkte aus Massivholz«, erklärt Robert Häusl, der zusammen mit Jürgen Klanert 2015 die Anton Doll Holzmanufaktur gegründet hat. Wer dabei an Meister Eder denkt, liegt falsch: Die Hobelspäne fliegen in europäischen Partnerbetrieben.Robert Häusl ist studierter Elektrotechniker und Wirtschaftsingenieur, Jürgen Klanert Informatiker und Betriebswirt. Er bringt sein  Wissen im Onlinemarketing und Vertrieb in die gemeinsame Firma ein. Benannt ist sie nach dem Huf- und Wagenschmied Anton Doll, dem Großvater Häusls, in dessen Werkstatt er viel Zeit verbrachte und dem er seine Erfahrung im Handwerk verdankt. Die Anton Doll Holzmanufaktur stellt insbesondere Massivholztische her, darunter Einzelstücke aus Altholz. Auch die Serienprodukte vermitteln den Charme handwerklicher Unikate aus Massivholz mit geölter Oberfläche. Vertrieben werden sie im eigenen Onlineshop sowie dem Ladengeschäft in München. Neben der festen Kollektion vom Brotzeitbrettchen bis zum Gartentisch gehört die Planung und Herstellung von Massivholzmöbeln für Gastronomie und Hotels zum Profil.

Steckbrief Anton Doll Holzmanufaktur:

USP: Möbel und Accessoires im Ladengeschäft und Onlineshop, Massivholzmöbel für Hotel/Gastro

Gründung: 2015

Mitarbeiter: 2

www.antondoll.de


Weltweit das Besondere konstruieren

»Spezialisiert Euch und findet einen Bereich, der Euch zusagt. Nur dann könnt Ihr die perfekte Leistung erbringen und motiviert an der Spitze sein, bei dem, was Ihr tut!« Diese Überzeugung verhehlt Thomas Kriesche nicht, wenn er angehenden Gestaltern, Meistern und Technikern an der Fachschule für Holztechnik in Stuttgart Tipps für den künftigen Berufsweg gibt. Der Schreinermeister, technische Betriebswirt und Gestalter war selbst in den 90er-Jahren zur Fortbildung in Stuttgart. Noch heute tritt er regelmäßig an, wenn die Holzfachschule ihren Absolventen beim Firmeninformationstag Jobs und Karrierewege aufzeigt. Seine Fähigkeiten im Entwerfen, Konstruieren und Detaillieren hat er zum Kern seiner Arbeit gemacht. Mit inzwischen zwölf Mitarbeitenden konstruiert er für Tischler- und Schreinerkollegen, darunter einigen der relevanten Yacht- und Objektausbauer. Unter den Objekten waren manche der weltweit größten Privatyachten und Objekte für legendäre Formel-1-Rennställe. Die CAD-Konstruktionen zur Fertigung von Innenausbauten, Einbauschränken oder Türelementen erstellt sein Team aber genauso. Punktgenaue 3D-Aufmaße und die Verarbeitung von 3D-gescannten Datenwolken ergänzen die Aufgaben seines Planungsbüros »ars-modi« – auch in virtuellen Teams mit den Konstrukteuren der Auftraggeber.

Steckbrief Planungsbüro ars-modi:

USP: Konstruktionen und Aufmaße für Yacht- und Innenausbauer

Gründung: 2001

Mitarbeiter: 12

www.ars-modi.de


Wintergärten für die Welt

»Exklusivität des Produkts durch eigene Entwicklungen und den Einsatz innovativer Materialien« – so in etwa lässt sich die Philosophie von Robert Eichinger zusammenfassen. Mit Erfindergeist und Kreativität schafft es die Schreinerei, dass ihre Wintergärten in vielen Ländern der Welt begehrt sind. Der Exportanteil liegt bei 50 Prozent. Für seine Entwicklungen wie z. B. »EiCor« und »EiTec« (Außenschalen aus Mineralwerkstoff) wurde das Unternehmen wiederholt mit Preisen ausgezeichnet. »Diese Auszeichnungen sind für das Auslandsgeschäft enorm wichtig«, sagt Robert Eichinger, »sie helfen uns dort ganz konkret im Verkauf.« In Ländern wie Österreich, Schweiz, Italien oder Russland hat Eichinger ein Netz aus qualifizierten Vertriebspartnern aufgebaut. Die Mitarbeiter am Stammsitz wurden speziell für das Auslandsgeschäft geschult.

Steckbrief Eichinger Schreinerei GmbH:

USP: Export hochwertiger Wintergartensysteme („EiCor“ u. a.)

Gründung: 1982, Export ab 2005

Mitarbeiter: 20

www.eichinger-wintergarten.de

 

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