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Gut mithalten

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Gut mithalten

Wer sich als Plattenverarbeiter behaupten will, braucht leistungsfähige Maschinen. dds hat die Tischlerei Peters in Berlin besucht und sich angesehen, wie sie arbeitet.

Die Tischlerei Peters in Berlin hat sich auf den gehobenen Möbel- und Innenausbau spezialisiert. Mit 15 Beschäftigten, darunter drei Meister, produziert das Unternehmen auf 1000 m2 Hallenfläche Einrichtungen für die öffentliche Hand, Museen, Botschaften, Club-Stätten, Regierungsbauten, Hotels, Krankenhäuser, Banken und Privathaushalte. Geschäftsführende Gesellschafterin ist Rabea Stoltzenburg. Ihr Vater, Joachim Peters, hat die Tischlerei 1972 gegründet. Die Tischlerin und Innenarchitektin arbeitet bereits seit 2000 im Unternehmen und ließ es letztes Jahr zur GmbH & Co. KG umfirmieren. Sie kümmert sich hauptsächlich um die Auftragsakquisition und pflegt intensive Kontakte zu Architekten. Weiterer Geschäftsführer ist Andreas Strahlke, der sich überwiegend um Angebote und die Produktion kümmert.

Für Plattenbearbeitung eingerichtet
„Vor zehn Jahren haben wir bereits unsere zweite horizontale Druckbalkensäge angeschafft und können uns heute gar nicht mehr vorstellen, anders zu arbeiten“, sagt Rabea Stoltzenburg. Obwohl die Maschine von Scheer täglich nur zwei bis drei Stunden ausgelastet ist, sieht die Unternehmerin ebenso wie Strahlke keine Alternative zur Druckbalkensäge, weil der Arbeitsablauf und das Handling mit einer vertikalen Säge und/oder einer Formatkreissäge viel zu umständlich seien. Vor allem aber stimmten die Maße und die Schnittqualität, sodass man die Werkstücke in der Regel auf das endgültige Maß zuschneiden könne. „Für eine so hohe Investition wie die in die Plattensäge ist eine höhere Auslastung zwar wünschenswert, jedoch hat sich die Maschine längst amortisiert“, sagt Strahlke. „Gerade jetzt, wo der Kampf um die Aufträge immer härter wird, können wir mit der Leistungsfähigkeit dieser Maschine auftrumpfen und im Wettbewerb gut mithalten.“ Die Tischlerei bietet Kollegenbetrieben Dienste als Zulieferer oder verlängerte Werkbank an, und zwar nicht nur mit dem Plattenzuschnitt, sondern mit den Maschinen im gesamten Betrieb.
Auch für die weiteren Bearbeitungen ist das Unternehmen mit leistungsstarken Maschinen ausgestattet. Dazu zählt eine Furnierabteilung mit Fügesäge und -fräser, Zickzackfadenmaschine und Furnierpresse. Sie kommt jedoch nur bei besonderen Furnierabwicklungen zum Einsatz, im Übrigen werden furnierte Platten zugekauft. Für die Flächenbohrungen und Fräsarbeiten benutzt die Tischlerei ein Bearbeitungszentrum von Morbidelli. Die stirnseitigen Dübellöcher bohren die Mitarbeiter mit einer stationären Maschine von Ayen, weil es mit einem standardisierten Bohrbild arbeitet und die Bohrungen per Knopfdruck ohne Umrüsten ausführen kann.
Die Kantenanleimmaschine von Ott ist komfortabel ausgestattet. Ein Fügefräser erlaubt es, besonders empfindliche Platten mit leichtem Übermaß zuzuschneiden und am Einlauf in die Kantenanleimmaschine um ein bis zwei Millimeter nachzufräsen. Neben Kopierfräsaggregaten ist die Maschine mit Ziehklingen-, Finish- und Schwabbelaggregaten ausgestattet.
Die Korpuspresse steht im Bankraum, wo die Möbel und Einrichtungen vor der Auslieferung aufgestellt werden.
Material- und Arbeitsfluss
Täglich liefert der Holzhändler Halbformatplatten (275 x 205 cm), in der Regel 5 bis 80 Stück. Größere Vorräte hält die Tischlerei Peters lediglich von der weiß beschichteten Standardplatte, die häufig für Korpusse verarbeitet wird. Da für fast jeden Auftrag andere Dekore, Furnier- oder Lackoberflächen gefragt werden, ordert das Unternehmen die Platten für jeden Auftrag einzeln, und zwar in der Menge, die die Zuschnittoptimierung anhand der Imos-Daten aus der Arbeitsvorbereitung vorgibt.
Die Platten werden im Stapel liegend mit einem Gabelstapler transportiert. Da ein Geselle seine Aufträge in der Regel vom Zuschnitt bis zur Montage selbst ausführt, haben fast alle Mitarbeiter einen Stapler-Führerschein. Nach der Anlieferung stehen die Plattenstapel auftragsweise sortiert in einem Kragarmregal für die baldige Verarbeitung bereit. Die Plattensäge ist mit einer Beschickrollenbahn mit Aussparung für die Staplergabel sowie einem hydraulischen Beschickmagazin versehen. Die Plattenzufuhr erfolgt auftragsweise. Ggf. sind verschiedene Platten in der von der Zuschnittoptimierung vorgegebenen Reihenfolge zu kommissionieren.
Per Rollwagen durch die Produktion
Die Zuschnitte legt der Geselle auf kleine Rollwagen mit materialschonender und rutschfester Gummiauflage, um damit alle folgenden Bearbeitungsstationen bis zur Montage anzufahren.
Die Plattenreste, die nach dem Zuschnitt für einen Auftrag angefallen sind, wandern, wenn es sich um recht kleine Stücke handelt, in den Hacker und anschließend zur betriebseigenen Brikettierpresse. Größere Restücke bringt der Maschinenführer nach dem Zuschnitt in ein senkrechtes Lager. Sobald ein Auftrag mit derselben Oberfläche kommt oder unsichtbare Teile wie Unterkonstruktionen zu fertigen sind, gibt der Arbeitsvorbereiter die Maße der Reststücke der Zuschnittoptimierung vor, sodass vor dem Ordern neuer Platten möglichst immer erst die Reste aufgebraucht werden. GM

Kontaktadresse
Tischlerei Peters GmbH & Co. KG 13405 Berlin Tel.: (030) 4122048, Fax: 4139413 www.tischlerei-peters.de
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