Bauelemente Innentüren

Wie werden Innentüren in »Tischler-Qualität« professionell gefertigt?

Als Teil der Hörmann-Gruppe kann Türen- und Zargenbauer Huga sein Potenzial neu ausspielen. Schwester Schörghuber besetzt das obere Ende der Funktionstüren. Huga bietet Wohnraum- und Objekttüren in »Tischlerqualität«. Ein Werksbesuch am Sitz in Gütersloh.

Am Anfang war das Blech – zumindest begann so die Werksführung mit dem technischen Betriebsleiter von Huga, Ulrich Middel. Wird meist bei kunststoffbeschichteten Türen eine dünne CPL-Folie als Dekor aufgezogen, startet bei Huga der Fertigungsprozess einer Durat-Oberflächen-Tür mit dem Erzeugen dieser besonders robusten Oberfläche. Das Dekor, der Träger und die Deckplatte werden bei dem Herstellungsverfahren in nur einem Arbeitsgang unter extremem Druck verpresst und praktisch unlöslich miteinander verbunden. Das eingangs benannte Blech ist ausschlaggebend dafür, wie die Oberfläche ausfällt, ob tiefporig strukturiert mit »Holzpore matt« oder etwa mit türblattgliedernden Streifen. Keine Nutfräsung ist notwendig, um solch eine Türblattgestaltung zu erzeugen – der hohe Pressdruck und die definierten Vertiefungen im Blech ergeben eine geschlossene Oberfläche, die nahezu so robust wie eine Küchenarbeitsplatte ist, also stoß- und abriebfest, hitzebeständig und pflegeleicht.

Rahmenverstärkung im Türblatt

Beim Werksrundgang zeugen die vielen unterschiedlichen Mittellagen mit variierenden Rahmenverstärkungen und Ausführungen, die durch die Fertigungslinien fließen, vom Huga-Anspruch »Türen in Tischlerqualität« zu fertigen. Details in der Konstruktion, beispielsweise eine 80 mm breite Vollspan-Rahmenverstärkung an Band- und Schlossseite, schon bei Standardtüren, sorgen für mehr Stabilität und ein besseres Stehvermögen der Türblätter, ob mit Wabeneinlage, Röhrenspanstegen oder Röhrenspanplatte als Türkern. Wohnraumtüren, Objekttüren und normale Funktionstüren, ob mit Einbruchshemmung oder Brandschutzfunktionen, fertigt Huga in Gütersloh – unabhängig davon, ob sie unter der Marke Hörmann, angefragt durch den Architekten, über den Bauelementehandel gehen oder unter der Marke Huga über den Holzfachhandel für den verarbeitenden Tischler produziert werden. Sind außergewöhnliche Funktionstüren gefordert, kommt Spezialtürenschwester Schörghuber zum Zug.

Geht nicht, gibt’s nicht

Kein Kunde muss weggeschickt werden, weil man nicht liefern kann – eine der Stärken der Hörmann-Gruppe mit ihren Marken Hörmann, Huga, Schörghuber und Alukon. Je nach Objekt kommt für den verarbeitenden Tischler alles aus einer Hand auf die Baustelle: zum Beispiel Stahlzargen und Türschließer von Hörmann, Sonnenschutzprodukte von Alukon, Wohnraumtüren von Huga oder Spezialtüren von Schörghuber – auf Wunsch mit einer identischen Durat-Oberfläche auf allen Türen, ob von Huga oder Schörghuber. Die Projektierung und AV für den verarbeitenden Tischler ist überschaubarer und einfacher zu handhaben, da er ein Objekt komplett aus einem System heraus abwickeln kann.

Digitalisiertes Auftragssystem

In Zeiten der Digitalisierung werden auch in der Angebots- und Auftragserfassung immer schnellere und verbesserte Systeme gefordert, die eine direkte Schnittstelle zu den Herstellern bilden. Huga ersetzt deshalb ab Frühjahr 2018 sein bisheriges System durch Huga Digit@l. An das neue System für den Holzfachhandel können auch verarbeitende Tischler und Schreiner angeschlossen werden.

Mit nur wenigen Klicks lassen sich komplexe Tür- und Zargenlösungen konfigurieren, um individuelle Angebote und Aufträge zu erstellen. Anschließend können diese gespeichert, ausgedruckt oder per E-Mail an Verarbeiter oder Endkunden versendet werden. Alle so erstellten Dokumente verfügen über eine Visualisierung der aufgeführten Produkte, was dann vor allem bei privaten Endverbrauchern einen Mehrwert bietet.


dds-Redakteur Hubert Neumann hat Huga besucht. Der dortige Entwicklergeist, sichtbar etwa bei flächenbündig eingefrästen Türrosetten ab Werk oder bei rot oder grün nach Belegungsstand leuchtenden WC-Beschlägen, ist spürbar.


Steckbrief

Huga – Teil der Hörmann-Gruppe

Die 1956 gegründete Huga Hubert Gaisendress KG produziert Türen und Zargen aus Holz und hat sich als Spezialist für Wohnraumtüren etabliert. 2013 übernahm die Hörmann-Gruppe den Türenhersteller und investierte umfangreich in die Zukunft. Huga beschäftigt rund 300 Mitarbeiter.

www.huga.de

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