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Kein Staub – Klasse!

Maschinen & Anlagen Sauger der Staubklasse M
Kein Staub – Klasse!

Sauber gearbeitet, sauber den Arbeitsplatz verlassen – das ist professionelle Selbstverständlichkeit
Der Kunde will sie, der Schreiner braucht sie, die Berufsgenossenschaft verlangt sie, und sogar dem Werkzeug nützt sie: reine Luft auf der Baustelle. Andreas Buck gibt einen Überblick zu den relevanten Regeln und Normen.

Ein oft vernachlässigter Aspekt des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz ist die Luftreinhaltung bei Innenausbau und Montage. Ganz klar gilt: Staubfreiheit wird von den Berufsgenossenschaften überall gefordert. Ein Irrtum ist es, zu glauben, Vorschriften zur Staubklasse M gälten nur im Betrieb. Ebenso irrig ist die Unterscheidung zwischen Weich- und Hartholzstäuben. Holzstaub ist Holzstaub.

Geräte unterschiedlicher Staubklassen unterscheiden sich neben dem Filtrationsgrad auch in der Technik. Staubklasse M- und H-Geräte müssen durch einen Ton signalisieren, wenn die Saugleistung nicht mehr ausreicht, d.h. wenn die Luftgeschwindigkeit im Schlauch 20 m/s unterschreitet.
Staubklasse M ist Pflicht
Die Regelungen sind klar: die TRGS 553 »Holzstaub« fordert für alle Holzstäube die Staubklasse M (TRGS = technische Regeln für Gefahrstoffe). Hinweise zur Umsetzung dieser Richtlinie in der Praxis gibt die Holz-BG in Form des BGI-Reports 739/1. Neben der Staubklasse spielt auch die Behältergröße eine Rolle. Für die Baustelle eignen sich kompakte Geräte, in der Werkstatt empfiehlt sich die Verwendung großvolumiger Entstauber. Absaugmobile mit über 1200 W Leistung und Behältern über 50 l müssen wegen Explosionsgefahr zündquellenfrei ausgeführt sein (Zone 22 Absauggeräte, früher Bauart 1).
Grundsätzlich sind zwei Typen an Absauggeräten zu unterscheiden: Geräte mit Abreinigung und Geräte ohne Abreinigung. Geräte mit Abreinigung reinigen den Hauptfilter in regelmäßigen Abständen und sorgen damit für konstant hohe Saugleistung. Diese Geräte sind bei großer Feinstaubmenge sinnvoll. Geräte ohne Abreinigung müssen mit Filtersack betrieben werden. Hier werden die Stäube durch das Filtersackmaterial vorfiltriert und gelangen nicht zum Hauptfilter. Moderne Vliesfiltermaterialien sind reißfest und teilweise selbstreinigend.
Staubklasse M fordert eine staubarme Entsorgung des Saugguts. Daher muss immer ein Filtersack oder Entsorgungssack verwendet werden. Die Absaugleistung ist das Produkt aus Volumenstrom und Unterdruck. Je dicker und kürzer der Schlauch ist, desto höher ist die Saugleistung. Zum Reinigen der Baustelle empfiehlt sich ein Schlauchquerschnitt von mehr als 35 mm. Sollen dagegen Elektrowerkzeuge abgesaugt werden, reichen meist dünnere Querschnitte. Die Saugleistung ist dabei ausreichend und das Handling ist mit einem dünnen Schlauch besser. Ist die Staubmenge sehr groß (wie beispielsweise beim Arbeiten mit Diamantschleifern) empfiehlt sich ein Schlauch mit größerem Querschnitt, um Verstopfungen zu vermeiden.
Auch die Standzeit der Schleifmittel verlängert sich durch das Absaugen: der Schleifstaub verklebt nicht das Schleifkorn. Und zu guter Letzt beeinflusst die Absaugung auch die Lebensdauer der Elektrowerkzeuge: es gelangt weniger Staub in den Motor, ins Lager und in die Elektronik – die Geräte arbeiten zuverlässiger und halten länger.
Andreas Buck
Produktmanager Saugen von Festool

Kompakt Arbeitsplatzgrenzwerte/Staubklassen
Für alle gesundheitsgefährdenden Stäube gibt es einen Arbeitsplatzgrenzwert (AGW), angegeben in mg/m³ Luft. Dieser Wert steht für die maximale Staubkonzentration, bei der auch bei längerem Arbeiten (40 Stunden pro Woche) keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Die Norm IEC 60335-2-69 teilt die Absauggeräte im Anhang AA in drei Typen ein:
Staubklasse L: Abscheidegrad > 99 Prozent ; Staub-AGW > 1 mg/m3
Staubklasse M: Abscheidegrad > 99,9 Prozent; Staub-AGW $ 0,1 mg/m3
Staubklasse H: Abscheidegrad > 99,995 Prozent; Staub-AGW < 0,1 mg/m3
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