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Digitalisierung und Automatisierung im Schreinerhandwerk: Es geht um Effizienz

Digitalisierung und Automatisierung im Schreinerhandwerk
Es geht um Effizienz

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Diese App von Homag überprüft die Vollständigkeit von Montagelosen und sucht für jeden Schrank die Einzelteile zusammen Foto: Georg Molinski, Konradin Medien GmbH
Die Digitalisierung und die Automatisierung fordern die Tischler und Schreiner heraus. Wer sich intensiv damit befasst und bereit ist, zu investieren arbeitet effizienter und hat am Markt die besseren Chancen.

Das Schlagwort für alle Bereiche, die unser Privat- und Berufsleben betreffen, heißt Digitalisieren. Der technische Fortschritt, neue Möglichkeiten mit dem Internet, der Rationalisierungsdruck und neue Geschäftsmodelle haben die Entwicklung seit mehr als zehn Jahren vorangetrieben. Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung dann noch rasant beschleunigt. Vieles geht heute eben nur noch online. Sich zu fragen, ob das Segen oder Fluch bedeutet, bringt nichts, die Welt tickt jetzt so. Da gilt es, beherzt das Beste aus der Situation zu machen.

Was heißt eigentlich digitalisiert?

Wie sieht denn ein digitalisierter Tischler- und Schreinerbetrieb aus, und was ist daran besser oder schlechter als an einem bisherigen? Die Antwort hängt von jedem Betrieb selbst ab und wie eng und intensiv dieser den Kontakt zu seinen Kunden pflegt. Sinn und Zweck der Digitalisierung ist es, die Arbeit einfach, übersichtlich und effizient zu gestalten. Folgen die Arbeitsschritte im Büro, in der Arbeitsvorbereitung oder in der Produktion immer wieder einem gleichen Muster, so kann Software das Ruder in die Hand nehmen, die Informationsflüsse exakt steuern, viele Aktionen koordinieren, terminieren und optimieren. Die Vorteile: sich stupide wiederholende Tätigkeiten führt der Computer aus. Dieser arbeitet absolut präzise, verzählt oder verrechnet sich nicht und vergisst auch nichts. Außerdem ist der Computer in vielen Dingen, etwa in der Optimierung eines Schnittplans, überlegen.

Schließt die Digitalisierung sogar einen Online-shop mit ein, sind zwei weitere nicht zu unterschätzende Vorteile zu nennen: klare Kaufverträge und vom Schreiner vorgegebene Zahlungsmodalitäten. Eine online bestellte und im Voraus bezahlte Ware ist in der Regel bis ins letze Detail beschrieben und so vom Käufer bestellt. Das nimmt den meisten Reklamationen den Wind aus den Segeln.

Zur Kür der Digitalisierung gehört dann noch die gleichzeitige Automatisierung. Im Extremfall könnte dabei sogar ein völlig autarker Betrieb nach folgendem Muster entstehen: Der Kunde konstruiert im Webshop mit dem Produktgenerator sein Produkt, bestellt und bezahlt. Im Betrieb geht der Auftrag ein. Das ERP-System bestellt automatisch alle benötigten und schon bezahlten Materialien, die vollautomatische Produktion setzt sich dann irgendwann von selbst in Gang und schließlich folgt wiederum automatisch der Versand. Kein Mensch wägt hier irgendetwas ab oder trifft eine Entscheidung.

Individuell oder nach Schema?

Natürlich bringt die Digitalisierung nicht nur Vorteile mit sich, denn digitalisiert arbeiten heißt, nach einem Schema arbeiten. Sehr enge Schemata funktionieren nur mit Kunden, die in der Regel motiviert durch günstige Preise dabei mitmachen. Das Hochpreissegment setzt jedoch eher auf Kreativität und Individualität und fordert den persönlichen Kontakt.

Je nachdem, welchen Platz ein Schreiner auf dem Markt einnehmen möchte, sollte er sich beherzt für seinen Digitalisierungsgrad entscheiden. –GM

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