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Zuvor beim Kollegen gefräst

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Zuvor beim Kollegen gefräst

Peter Egger hat sich bis jetzt noch nicht zum Kauf eines BAZ entschließen können. Er konzentriert sich voll und ganz auf seine gehobene Münchner Privatkundschaft. Für eine Verlegerin und einen Fernsehregisseur hat er jetzt Türen mit orientalischem Ziergitter konstruiert, beim Kollegen fräsen lassen und dann geschnitzt.

Auch wenn bei uns die nächste größere Investition ein Bearbeitungszentrum sein wird, habe ich mich bisher mehr um meine Kunden als um die Technik gekümmert. Trotzdem bin ich gut gerüstet, weil ich mit CAD konstruiere«, sagt Schreinermeister Peter Egger in Isny (www.schreinerei-egger.de). 1987 hat er den Betrieb von seinem Vater übernommen. Seit 1988 stellt er regelmäßig auf der Handwerksmesse in München aus und baute einen neuen Kundenkreis im oberen Privatkundensegment auf. 1994 bezog er eine neue, 1000 m2 große Werkstatt und beschäftigt zurzeit sechs Mitarbeiter.

An den Auftrag einer Verlegerin und eines Filmregisseurs für ein arabisches Zimmer ist er über einen Münchner Stararchitekten gekommen. Anhand eines antiken Fensterladens, den der Bauherr aus dem Orient mitgenommen hatte, plante Egger Rahmen-und-Füllungs-Türen mit durchbrochenen Ziergittern, die beidseitig auf mundgeblasene Glasscheiben zu kleben waren. Deswegen war zu jedem Gitter ein gespiegeltes Gegenstück herzustellen. In der näheren Umgebung holte er drei Angebote für die CNC-Fräsarbeiten ein. Die Preisspanne reichte von etwa 1000 Euro bis grob geschätzte 8000 Euro.
In Absprache mit dem günstigsten Anbieter erstellte er mit der CAD-Software »Pointline« die Zeichnungen der Ziergitter im DXF-Format. Der Kollege benötigte etwa eine Stunde, um mit dem CAD/CAM-System »Phyta« alle 20 Zeichnungen der Elemente in CNC-Programme zu konvertieren, und weitere 22 Stunden, um die Teile zu fräsen. Das erstreckte sich jedoch über zehn Tage, weil der Kollege seine Maschine während der üblichen Arbeitszeiten für den eigenen Betrieb nutzte.
Peter Egger kann sich auch vorstellen, sich bereits jetzt mit einer CAD/CAM-Lösung zu befassen, um lediglich die Fräsarbeiten ohne die Programmierung zu vergeben und sich auf das eigene BAZ vorzubereiten. Für das arabische Zimmer mit 20 Ziergittern benötigte er 46 Programmierstunden und 460 Stunden zum Schnitzen mit insgesamt fünf Mitarbeitern. Der Auftrag brachte 49 000 Euro Umsatz. »Mit dem sehr niedrigen Materialkostenanteil ist dieser Auftrag erfolgreich gelaufen. Die Zusammenarbeit mit dem CNC-Kollegen verlief gewohnt präzise und zuverlässig«. GM
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