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Möbelverbinder Clamex P-14: Der macht’s möglich

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Möbelverbinder Clamex P-14: Der macht’s möglich

Im Nu lässt sich mit CAD auch Nichtrechtwinkliges konstruieren. Mit einem CAM-Modul und einer CNC erledigt sich außerdem die präzise Fertigung fast wie von selbst. Die Hürde für komplexe Formen lag bisher jedoch im Zusammenbau. Der Möbelverbinder Clamex P-14 reißt sie nieder.

Wer kennt sie nicht, die Hektik beim Verleimen von nicht rechtwinkligen Konstruktionen? Obwohl alles sorgfältig vorbereitet ist, Zulagen und Zwingen und sogar eigens für dieses Objekt angefertigte Spannvorrichtungen bereitliegen, steigt die Spannung ins unermessliche, wenn der erste Leimtropfen angegeben ist. Zu groß ist das Risiko, dass die offene Zeit des Leims nicht reicht, um alles perfekt zurechtzurücken. Lamello hat mit seinem Möbelverbinder »Clamex P-14« Schluss gemacht mit diesem Stress. Die Werkstücke lassen sich ganz ohne Leim einfach zusammenstecken und mit einem 4-mm-Inbusschlüssel spannen. Der Anwender benötigt weder Zwingen noch Verleimvorrichtungen. Auch der Assistent zum Setzten der Zwingen erübrigt sich in der Regel. Das, was CAD/CAM bisher möglich gemacht hat, scheiterte an der Montierbarkeit – kein Wunder also, dass dieser Verbinder sich einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte erfreut. Für fast jede CNC bietet der Hersteller ein Makro an, mit dem sich der Clamex einfräsen lässt. Auch die meisten CAM-Module kennen diesen Verbinder. Er lässt sich aber auch ganz einfach und unkompliziert mit der Handfräse »Zeta P2« einfräsen. Anwendung findet er auch dann, wenn die Lösbarkeit der Verbindung gefordert ist.

Der Vorgänger des Verbinders, der »Clamex S-18«, kam bereits 2008 auf den Markt. Dieser lies sich mit einer normalen Hand-Flachdübelfräse einfräsen, jedoch war ein 8 mm breites Nutwerkzeug einzuwechseln. Außerdem mussten die beiden Verbinderhälften in der Nut verschraubt werden. Ein Jahr später präsentierte Lamello den Clamex P-15, der sich zunächst nur auf der CNC einfräsen ließ, und zwar mit einem 7 mm dicken Scheibenfräser mit 100,4 mm Durchmesser. Die CNC lässt ihn 14 mm tief in das Werkstück eintauchen und fährt es axial hin und her, sodass der seitliche Zahnüberstand der Werkzeugschneiden die Profilnut erzeugt.
Der Beschlag lässt sich schnell und ohne Werkzeug einschieben. Zwei integrierte Führungsbolzen bieten Verdrehsicherheit und erübrigen zusätzliche Positionierungselemente. Die Einfrästiefe von 14 mm ist optimal für stumpfe Verbindungen in der Plattenstärke 16 mm, da dadurch im Nutgrund eine Minimalreststärke von 2 mm stehenbleibt. Zudem lässt sich damit die Position des Verbinders in der 19 mm dicken Platte bei der Gehrungsverbindung weiter an die Außenkante schieben, was die Fuge dicht spannt. Durch die etwas geringere Einbautiefe wird zusätzlich auch die Winkelflexibilität erhöht. Sie reicht von 22,5 bis 108°. Lamello hat den Möbelverbinder weiter verbessert. So sorgen zwei Haltelaschen für eine hohe Formstabilität des Verbinders.
Im Jahr 2010 brachte Lamello dann die Handfräsmaschine Zeta P2 auf den Markt, die genauso arbeitet, wie das oben beschriebene CNC-Programm. Die Arbeitsweise mit der Zeta P2 unterscheidet sich nicht von der mit einer klassischen Flachdübelfräsmaschine. Hinzukommt lediglich das Bohren des Lochs für den Inbusschlüssel mit einer Bohrschablone.
Dass der Verbinder sich sowohl auf der CNC als auch mit der Handmaschine einfräsen lässt, sorgte für eine breites Spektrum an Anwendern. Der Boom der 5-Achs-Maschinen brachte später Probleme beim Einfräsen von Mittelböden mit sich, weil die waagerecht geschwenkte Frässpindel auf das Werkstück aufsetzt, bevor das Werkzeug eintauchen kann. Der Scheibennutfräser muss natürlich den Durchmesser haben, der zur Krümmung des Verbinders passt und lässt sich daher nicht vergrößern. Es gibt mehrere Lösungen für das Problem: den Scheibenfräser auf ein Winkelaggregat montieren, auf der CNC Positionierlöcher für die Zeta P2 bohren oder einen Profilschaftfräser entlang einer Kreisbahn fahren lassen (Bild oben).
Nicht immer ist die Lösbarkeit der Verbindung gefragt. Für diese Anwendung hat Lamello die P-Familie um den »Tenso P14« erweitert: Er besteht aus zwei Verbinderhälften, die in die P-System-Profilnut passen. Steckt man sie ineinander, rasten Sie unlösbar ein und spannen die Fuge dicht. –GM
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